Autor: Chin Meyer

Warum wir abschreiben!

Der diesjährige Bundestagswahlkampf scheint sich darin zu erschöpfen, „Wahlkrampf-Noten“ zu vergeben für „schlecht abschreiben“ – oder „Plagiat“, wie es feinbürgerlich heißt. Wobei das Wort „Plagiat“ natürlich auch gestohlen ist, es kommt über das Französische und Lateinische ursprünglich vom griechischen „plagios“ (versteckt, unredlich) – und jeder, der das Wort verwendet, müsste den alten Griechen eigentlich Tantiemen zahlen – oder zumindest gestohlene Kulturgüter zurückerstatten…

Nachdem die Ghostwriter von Annalena Baerbocks Werk „Jetzt“ etwas geschlampt hatten, was ihr den Ruf einbrachte, vom Lebenslauf bis hin zur Steuererklärung so ziemlich alles erfunden zu haben (inklusive der grünen Farbe auf den 100 Euro-Scheinen), gerät nun auch Armin-„Wegen-einer-lumpigen-Flut-ändere-ich-doch-nicht-die-Politik“-Laschet ins Plagiats-Visier. Wenigstens hat der Armin nicht auch noch schuldbewusst irgendwelche Weihnachtsgelder nachversteuert – er hat die Einnahmen fürs Buch mit dem Titel „Die Aufsteigerrepublik“ (muss es nicht „die Aufschneider-Republik“ heißen?) gleich ganz verschwiegen, das Honorar jedoch als Spende angesetzt! Irgendwas muss ihn ja zum „Aufsteiger“ qualifizieren…

Bei der zweifelsohne unterhaltsamen Diskussion, ob die Kandidat*innen nun ein Plagiat oder eher ein „Plagiätchen“ erstellt haben, und ob der Armin seinen Wahlkampf statt mit bewährter Ideenlosigkeit vielleicht doch ein wenig mit „Inhalten“ unterfüttern sollte, gerät leider aus dem Fokus, dass es um das Regieren einer wichtigen Volkswirtschaft während einer Pandemie und einer Klimakatastrophe geht. Keine ganz nebensächliche Angelegenheit also, für die man sich schon ein paar politische Programmpunkte wünscht.

„Gute Künstler kopieren, große Künstler klauen“, soll Picasso einst gesagt haben. Was den Wahlkampf angeht, wären erheblich mehr Plagiate sinnvoll! Erfunden, kopiert, geklaut – egal. Hauptsache, es gibt überhaupt Ideen!

Warum wir die richtigen Treiber brauchen!

Neulich am Bundesgerichtshof: „Herr Richter, diese Cum Ex Deals sind doch nicht strafbar, oder“ „Ist das Ihr Ernst?“ „Natürlich!“ „Gut, dann trinken Sie bitte ganz schnell 30 Liter Wasser.“ „Warum denn das?“ „Das ist die Tagesration eines ausgewachsenen Kamels!“ Seit der BGH die Cum-Ex Party beendete, mit der sich Reiche noch mehr bereicherten, wird der Unterschied zwischen Kamelen und Cum Ex Milliardären immer klarer: Kamele können sieben Tage arbeiten – ohne zu saufen…

Kamele tarnen sich häufig als sogenannte „Menschen“. Man erkennt sie am Höcker, einer Ausbeulung innerhalb des Hirns, in der sich unsinnige Gedanken „reinhöckern“. Das ist überall so, außer bei AfD-Kamelen – die erkennt man am Höcke…

Es gibt Kamele in der Finanzaufsicht, Kamele in der Digitalisierung, Kamele, die sich als „Impfgegner“ tarnen, Kamele, die eine Ausländermaut fordern, Kamele, die die Klimakatastrophe leugnen – die Welt ist voller Kamele. Kamele, jedenfalls die menschliche Form, biologisch „Camelus Humanis Debilus“ genannt, sind das Kernproblem des Planeten.

Eigentlich bräuchte es dringend Menschen, die Kamele gut regulieren können. Sogenannte Treiber – aber mit Treibern ist es auch nicht leicht. „Falscher Treiber installiert“, sagt man gern, wenn ein Programm nicht geht. Auch bei Olympia, dem japanischen „Vierte Welle Sportfest“, wurden falsche Treiber installiert, die sich Funktionäre nennen, obwohl sie überhaupt nicht funktionieren.

Einer dieser nicht funktionierenden Funktionäre rief jüngst einem deutschen Radler im Hinblick auf die vor ihm radelnden Nordafrikaner zu: „Hol‘ die Kameltreiber“! Damit entlarvte er sich natürlich selbst als Kamel – alle anderen Kamele (jedenfalls die tierischen) mögen mir diesen Vergleich verzeihen. Hol‘ doch bitte jemand endlich mal Kameltreiber – aber die richtigen!

Warum der Kapitalismus buddhistisch ist!

„Viel Lärm um nichts“ ist der Titel eines bekannten Theaterstücks von Shakespeare. In der Pandemie führten die deutschen Theater allerdings ein anderes Theaterstück auf: „Nichts statt viel Lärm“. Dieses Stück erwies sich als erheblich profitabler als der alte Shakespeare Schinken – viele Berliner Staats-Theater machten letztes Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit keinen Verlust, sondern sogar einen Gewinn. Üppige Zuschüsse sind eben viel leichter zu ertragen, wenn man sie nicht an lärmende, kurzerhand gekündigte Gast-Schauspieler auszahlt.

Vielleicht sind die Theater aber wie viele andere Unternehmen einfach zum Buddhismus konvertiert. Denn schon Buddha wusste: Nichts tun und nichts denken führt direkt ins Nirwana und zu ewiger Seligkeit. Und ja, so gesehen sind viele deutsche Beamte schon länger heimliche Buddhisten… Aber sie sind nicht allein: Helge Schneider brach vor einigen Tagen ein Konzert ab, weil mit Abstandsregeln und Strandkörben sowie Bewirtung keine rechte Stimmung aufkommen wollte. „Nicht spielen ist besser als falsch spielen“, könnte sein Motto gewesen sein getreu der Devise des heimlichen Buddhisten Christian Lindner (FDP): „Nicht regieren ist besser als falsch regieren“. Auch Nena spielte ihr Konzert nicht zu Ende, sie schaffte Stimmung kurzerhand durch Außerkraftsetzen der Abstandsregeln und wurde daraufhin vom Veranstalter an der Zugabe gehindert. Es ist eben nicht immer von Vorteil, nur „99 Luftballons“ im Hirn zu haben…

Selbst Armin Laschet ist Buddhist: Nichts tun und nichts denken, wenn es um den fiktiv mit BUND und Greenpeace vereinbarten Kohleausstieg bis 2038 geht – das eint ihn mit Energiekonzernen und der westlichen Konsummentalität, denn sie wollen alle mathematisch korrekt den Buddhismus transzendieren: Nichts ist besser als ewige Seligkeit – ein sterbender Planet ist wiederum besser als nichts – ergo ist ein sterbender Planet besser als ewige Seligkeit!

Warum wir Olympia ignorieren!

Die olympischen Spiele in Tokio beginnen erst heute, aber der Endsieger steht bereits fest: Das Anti-Sex-Bett des olympischen Dorfs! Diese nur aus Pappe errichteten Schlafstätten sollten durch ihre Instabilität dafür sorgen, dass sie während des Sexaktes zusammenbrechen, um so die Sportler*innen am „Bett-Sport-Training“ zu hindern. Anschließend sollen die Betten recycled werden – ich ahne eine grandiose Marketing-Kampagne: „Kaufen Sie Toilettenpapier aus dem Material eines Olympia-Bettes, in dem kein Zehnkämpfer Sex hatte!“

Diverse Athleten haben allerdings nachgewiesen, dass die Betten 220 Kilos aushalten – also ausreichend für eine Sex-Orgie von zehn lesbischen Gymnastik-Turnerinnen – oder einem einzigen Kugelstoßer. Ist so eine Diskriminierung zulässig? Um mauen Quoten entgegenzuwirken, sollte sich das IOC überlegen, „Sex im Anti-Sex-Bett“ als olympische Disziplin aufzunehmen, mit Haltungsnoten für Hebungen und Todesspiralen. Kracht das Bett zusammen, sind die Teilnehmer disqualifiziert.

Apropos olympische Betten – in der Antike gab es das Bett des Prokrustes. Prokrustes hatte die gewinnende Art, dass er seine Gäste immer passend für sein Bett machte. Waren sie zu groß, dezimierte er ihre Glieder, waren die Gäste zu klein, zerbrach er ihre Glieder, indem er sie überstreckte. Ganz so brutal sind die japanischen Olympia-Planer nicht – sie wollen schlicht jegliches Überstrecken der Glieder verhindern…

Zum ersten Mal in der olympischen Geschichte steigt ein Medaillenspiegel parallel zu einer Pandemie-Inzidenz an! Das führt dazu, dass die Spiele in Japan ähnlich beliebt sind wie eine Peking-Oper. Die alten Griechen veranstalteten die olympischen Spiele noch zu Ehren der Götter – das ist jetzt wieder so, wenn man IOC-Präsident Thomas Bach zum „sehr spätgriechischen“ Gott umdeutet. Immerhin gibt es ihm zu Ehren extra einen Neustart der Corona-Pandemie in Japan… Das Verrückte daran: im antiken Olympia gab es noch Tieropfer zu Ehren der Götter – gibt es in Japan dank der japanischen Politik und des IOC diesmal durch steigende Corona-Infektionen Menschenopfern?

Warum nie wieder eine Flut kommt!

Eine Flutkatastrophe trifft Nordrhein-Westfalen. Das ist unendlich tragisch – aber auch eine prima Gelegenheit für die Frage, wer denn eigentlich daran Schuld habe. Zum Beispiel der Katastrophenschutz, der nicht rechtzeitig und nachdrücklich genug gewarnt hätte… Mit dem schnellen Blick auf den Katastrophenschutz gerät interessanterweise ganz rasch aus dem Fokus, dass die Flut wohl auch ein klein wenig mit dem zu tun, was man wohlwollend „Klimawandel“ nennt, um das hässliche Wort „Katastrophe“ zu vermeiden. Aber das Klima hat dummerweise keine Adresse, bei dem man sich beschweren kann – und auf Presseanfragen antwortet es auch nicht.

Nun haben deutsche Politiker, gerade aus dem konservativen Lager, es eher nicht so mit diesem Klimaschutz-Gedöns. Armin Laschet war vor zwei Jahren noch bass erstaunt: „Aus irgendeinem Grund ist das Klimathema plötzlich zu einem weltweiten Thema geworden“. Jetzt wurde ihm freundlicherweise ein Grund nachgeliefert. Nachdem er erst panisch meinte, dass man bei den „Maßnahmen zum Klimaschutz mehr Tempo“ brauche, fiel ihm nur einen Tag später auf: „Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik“. Sogar ein olympiareifer Feldhase hätte Schwierigkeiten, derartige Haken zu schlagen.

Wirtschaftsminister Altmaier hatte Ende letzten Jahres noch stolz verkündet: „Klimaschutz wird nur dann funktionieren, wenn unser Wohlstand dadurch nicht gefährdet wird“. Das erinnert ein wenig an einen Alkoholiker, der verkündet: „Ein Entzug wird nur dann funktionieren, wenn mein Schnapskonsum dadurch nicht gefährdet wird!“

Aber vielleicht ist der Wohlstand auch ein wenig müde und hat kein Interesse mehr an langfristigen Gewinnen. Vielleicht sagt er sich: „Komm, jetzt noch ein paar Gewinnmitnahmen, und dann ist es auch gut.“ Vielleicht lautet die Sensationsmeldung des Jahres 2035: „DAX überspringt 100.000er Marke – Erde geht überraschend unter!“ Vielleicht sitzt das Klima und nicht Goldman Sachs am längeren Hebel? Und wenn Klimaschutz zu sehr verwässert – wird das Wasser immer mehr…

Warum sich demnächst alle impfen lassen!

Entsinnen Sie sich noch an die „Impfdrängler“, die „Impftouristen“ und die „Impf-Schleicher“, also die mit dem „meine verstorbene Großtante hat mir ihren Impftermin vermacht“, oder – gängiger – „ich bin doch mit einer Ärztin befreundet, und die hat mich nach Feierabend noch geimpft“? Erinnern Sie sich? Wo sind die nur hin? Alle geimpft – oder wie Verschwörungstheoretiker gern behaupten: „tot, aber das wird ja von den Eliten verschleiert“.

Jetzt hingegen wimmelt es nur so von „Impfmüden“, also Menschen, die zu müde zum Impfen sind. Nicht vom Impfen. Die Impfmüdigkeit ist eine neue Form der Schlafkrankheit, die durch eine gewisse Gedankenträgheit übertragen wird. In sehr impfmüden Gegenden bräuchte es eigentlich ein paar Impfdrängler, die eine hohe Nachfrage suggerieren: „Lasst mich durch, das Zeug törnt – ich brauch den nächsten Schuss!“

Mittlerweile werden daher „Impfanreize“ diskutiert – Anreize, nicht zu verwechseln mit „Impf-Reizwäsche“, also diesen Ganzkörper-Kondomen, welche die armen Angestellten der Schnelltest-Zentren tragen müssen. Die Anreize sollen unter anderem aus mobilen Impfstationen bestehen, die zu denen kommen, die so impfmüde sind, dass sie schon beim Gedanken an eine Impfung einschlafen. Das sind ehrenwerte Vorschläge, aber in Wahrheit müssen effektivere Anreize her. Wie wäre es mit Impfungen vor Fußballstadien? Oder vor Clubs? Oder Bordellen? Motto: Nur Gestochene kommen zum Stich…

Wenn das nicht hilft, muss man immer noch keine Impfpflicht aussprechen. Es genügt Handy-Entzug, Internetsperre und Löschung des Facebook-Profils – also das westliche Äquivalent der Todesstrafe. Oder man setzt auf den effektivsten Anreiz: Geld! Studien legen nahe, dass die Impfbereitschaft bei 100 Euro „Aufwandsentschädigung“ gen 80 Prozent geht – wir brauchen also ein Begrüßungsgeld für die „Seligmacher-Spritze“! Ab 500 Euro geht die Impfbereitschaft in Richtung 90 Prozent, und ab 1.000 Euro kommt eine Impfdrängler-Pandemie.

Warum der Weltraum auch günstiger zu haben ist!

„Sag mal, lebst du eigentlich auf dem Mars?“ sagten wir früher gern zu Menschen, die nichts mitbekamen. Multi-Milliardäre wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Richard Branson alias „die Drei von der Weltraumtankstelle“ wollen sehr gern auf dem Mars oder zumindest hinterm Mond leben – was sie natürlich geistig längst tun. Was allerdings auf Netflix günstiger und unkomplizierter wäre, aber Narzissten halten von rationalen Argumenten in etwa so viel wie AfD-Wähler von Migranten.

Branson hat es nun als erster geschafft, obwohl er, wie Kritiker ihm gern vorhalten, nicht wirklich im Weltraum war, sondern nur auf 80 km Höhe. „Weltraum“ beginnt nämlich erst bei 100 km Höhe – vorher ist bloß „Pussy-Stratosphäre“. Der Unterschied zwischen 80 und 100 Kilometer ist in etwa so, als hätte man nicht in Lübben (Spreewald) Halt gemacht, sondern erst in Cottbus. Aber wenn jemand aus Cottbus wiederkommt, ist man ja auch froh, dass er heil aus dem luftleeren Raum zurückkehrte…

Wir wissen nicht, warum Richard Branson unbedingt ins Weltall wollte, vielleicht weil er mal das Vakuum spüren wollte, welches seine Empathie-Fähigkeit umhüllt? Andererseits hat er schon über 600 Tickets a 250.000 Euro für seine Raketenflüge verkauft, gegen die sogar Kreuzfahrten ein umweltfreundliches Hobby sind. Warum Reiche ihr Geld unbedingt ins All tragen wollen, ist nicht ganz klar. Vielleicht, um es dem Zugriff des Finanzamts zu entziehen? Dafür nehmen sie auch etwas so Unbequemes wie ein Raumschiff auf sich, also einen Ort mit schlechtem Essen, wo man nicht wegkann, keinen Sex haben darf und noch nicht mal das Smartphone Empfang hat – bisher hieß so was schlicht „Knast“! Vielleicht sollte man angehenden Weltraumtouristen einfach mal einen Monat Knast auf karger Weltraum-Diät anbieten mit einem TV, das die Erde von oben zeigt? Dann ist man nämlich auch schwerelos – beziehungsweise die eigene Schwere los… Ist günstiger, erheblich umweltfreundlicher – und eine gute Medizin gegen „Abgehobenheit“…

Warum Manager zu wenig verdienen!

Ein Gespenst geht um in Deutschland. Das Gespenst der Armut. Während der Gehaltszugewinn bei den durchschnittlichen Arbeitnehmer*innen Deutschlands in den letzten 6 Jahren bei etwa 18 Prozent lag, verdienen Deutschlands Top-Manager (ich kann das Gendern an dieser Stelle bewusst weglassen, es sind ausschließlich Männer) nur neun Prozent mehr, liegen also satte 50 Prozent unter den Arbeitnehmern. Sicher, zum Überleben wird es knapp reichen, wenn man im Schnitt 20.000 Euro nach Hause trägt – pro Tag!

Und das ist nur der magere Durchschnitt, den Hunger-Manager wie SAP-Vorstandschef Klein mit lumpigen 2,2 Millionen Jahresgehalt kräftig nach unten drücken – gewissermaßen die Sub-Sahara-Region des Top-Managements. Linde Chef Steve Angel verdient hingegen 47 Millionen im Jahr – wenn der zehn Minuten auf Toilette ist, ist er 2700 Euro reicher. Da kann man schon gar nicht mehr von gutem Stuhlgang reden, das ist bereits eine fette Dividende! Die er sich jedoch, dass muss man zugeben, mit der Verlagerung des Firmensitzes nach Irland redlich verdient hat. Das ist, wie Linde betont, kein Steuer-Optimierungs-Karneval. Sondern ein Profit-Maximierungs-Umzug. Die Steuerersparnis kann nämlich bis zu einer Milliarde betragen – dagegen ist Angels Gehalt nur ein Taschengeld.

Womit wir auch schon beim nächsten Ärgernis wären: Taschengeld. Für viele DAX-Manager ist der Zustand längst kritisch. An der Spitze ist die Luft bekanntermaßen dünn, und zuhause ist dicke Luft! Das liegt nicht nur an der schlechten Laune der Partner*in, nur weil man ein paar Mal das Abendessen wegen dringender Termine mit der Vorstands-Assistent*in sausen lassen musste, sondern eben auch am Taschengeld: Sogar die Taschengelder deutscher Kinder legten in den letzten Jahren um sagenhafte 20 Prozent zu, von im Schnitt 2,90 im Jahr 2013 auf unglaubliche 3,50 die Woche 2019!

Warum soll man sich da noch die Mühe machen, CEO zu werden? Wenn das Kind von Steve Angel nur 150 Jahre lang sein Taschengeld im gleichen Maß steigert, ist es auch bei 47 Millionen! Der Wirtschaftsstandort ist in akuter Gefahr – was hindert deutsche Top-Manager denn daran, einfach daheim zu bleiben und Kinder zu kriegen.? Außer der Biologie jetzt…

Warum mieten jetzt richtig lohnt!

„Der Negativ-Zins bricht Sparern das Genick!“ heißt es gern. Schließlich hat Sparen in Deutschland noch vor etablierten Kirchen den Rang einer Religion. „Du sollst um jeden Preis sparen!“ heißt das erste Gebot. „Im Falle sinkender Zinsen ist eine Trauermiene zu tragen und in lautes Wehklagen auszubrechen“ – das zweite. Angesichts drohenden Genickbruchs herrscht Alarmstimmung im Sparerland. Auch ich erhielt von meiner Bank einen Drohbrief und brach in lautes Wehklagen aus, als ich die folgenden Zeilen sah: „…sehen uns gezwungen, ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent zu erheben, blabla…“

Doch dann geriet ich ins Grübeln. Wenn man sein Geld zur Bank bringt, leiht man es ihr doch eigentlich. Jetzt jedoch kann man für geliehene Dinge ein Verwahrentgelt kassieren. „Das kann ja auch positive Auswirkungen haben“, erklärte ich meinem Nachbarn, von dem ich mir sechs rohe Eier geliehen hatte, als ich ihm einen Sechser-Karton wieder zurückbrachte, „ein Ei behalte ich jetzt als Verwahrentgelt.“ Sprachs und entnahm ein Ei, das ich mir in die Jackentasche steckte. Im Nachhinein betrachtet hätte ich auf den selbstzufriedenen Jackentaschen-Schlag beim Anblick seines verdutzten Gesichts vielleicht verzichten sollen…

Der Negativzins muss nur konsequent umgesetzt werden. Auch der Mietzins ist ja nur ein Zins, der bislang positiv war. Die ausstehende Anpassung könnte folgendermaßen eingefordert werden: „Sehr geehrter Vermieter, aufgrund der außergewöhnlichen Situation sehe ich mich jetzt gezwungen, auf die mir überlassene Immobilie, die ich bereits seit einigen Jahren sicher für Sie verwahre, ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent per anno zu erheben. Bei einem derzeitigen Wert von 500.000 Euro (geschätzten Wert einsetzen) handelt es sich jährlich um 2500 Euro (dito), also 208,33 pro Monat, die ich abzüglich der Betriebskosten auf meinem Konto zum Monatsanfang erwarte. Bei Nichterfüllung behalte ich mir vor, die Wohnung in meiner Verwahrung verwahrlosen zu lassen/besonders destruktiven Elementen zu übergeben/abzufackeln (Zutreffendes ankreuzen). Hochachtungsvoll, blabla…“

Deutsche Wohnen, Vonovia und Co werden darum betteln, endlich enteignet zu werden!

Warum wir viel Geld für nichts ausgeben!

Das Internet ist unterm Hammer. Das World Wide Web, kurz www. wurde gerade für 4,8 Millionen Dollar versteigert. Also jetzt nicht gleich das ganze Netz – sondern der 1989 von Tim Berner-Lee geschriebene Quellcode mit Unterschrift. Als NFT. NFT ist übrigens kein Akronym „Nur Für Trottel“, sondern steht für Non Fungible Token, zu gutdeutsch „nicht auswechselbare Wertmarke“ oder „Echtheitszertifikat“.

Man besitzt somit eine digitale Kopie, die sich nicht von anderen digitalen Kopien unterscheidet – hat aber das Blockchain-Echtheitszertifikat… Also doch „Nur Für Trottel“ möchte man denken, aber ganz so einfach ist es nicht: Jetzt lassen sich Original und Fälschung sehr gut auseinanderhalten. Hätte jeder Furz ein NFT, wüsste man, wer im vollbesetzten Fahrstuhl die bösen Blicke verdient…

NFTs können daher für Künstler sehr wertvoll sein. Wenn da nicht der klitzekleine Pferdefuß der Klimabilanz wäre. NFTs sind wie viele der mit ihnen verwandten Kryptowährungen dermaßen energiehungrig, dass man bald fragen wird: Hat dein Smartphone noch Strom – oder besitzt du bereits ein NFT?

Der Hype ist in vollem Gange. Der Künstler „Beeple“ verkaufte das Echtheitszertifikat einer digitalen Foto-Kollage für 69 Millionen Dollar. Es ist das geilste Geschäft der Welt: Du hast es – du verkaufst es – du hast es immer noch!

Je furioser wir uns digitalisieren, desto mehr kaufen und verkaufen wir merkwürdige Kombinationen von Einsen und Nullen. Wo vorher noch ein haptischer Gegenstand, ist jetzt nur noch ein Software-Code. „Viel Lärm um nichts“, hätte Shakespeare gesagt. Dieses Prinzip erhält jetzt auch in der „realen“ Welt Einzug: Der italienische Künstler Salvatore Garau verkaufte gerade eine unsichtbare Skulptur für 15.000 Euro. Mit der Bedingung, dass der Käufer eine Ausstellungsfläche von 1,5 Quadratmetern bereitstellt. Die Skulptur ist jedoch immateriell – also nicht vorhanden. Endlich erhält der „Leerverkauf“ auch in der Kunst Einzug!

Warum die Außerirdischen unter uns sind!

„Schau mal!“ Aufgeregt kommt mein Bruder zu mir und deutet auf eine Reihe leuchtender Sterne, die sich mit militärischer Präzision über den brandenburgischen Himmel bewegt. Leider war es nicht die ersehnte Invasion intelligenter Außerirdischer, welche die Menschheit von ihrer Verblödungskultur heilt – sondern Elon Musks „Starlink“-Satelliten, die über schnelleres Internet die Verbreitung von Facebook und Co beschleunigen – also eine eher „unterirdische“ Invasion der Verblödungskultur selbst.

Diese Starlink-Flüge führen zu einer erhöhten Anzahl an „UFO-Sichtungen“. Der gerade vorgelegte „UFO-Report“ des Pentagon kommt sogar zu dem Schluss, dass es „mit einer Ausnahme für keines der gesichteten unbekannten Objekte eine Erklärung“ gibt. Man könnte das als Wunder werten. Mir erging es ähnlich mit Algebra, was meinen Mathelehrer zum Ausruf veranlasste: „Meyer hat mit einer Ausnahme für keines der gesichteten unbekannten Objekte eine Erklärung – ein Wunder! Und eine Sechs!“

Die mangelnde Nähe meines Mathelehrers zu Außerirdischen sollte allerdings nicht zu der Annahme verleiten, dass es letztere nicht gibt. Sie sind nur verdammt gut getarnt. Vermutlich besetzen sie bereits die Schaltstellen der Macht in Wirtschaft und Sport. Wer sorgt denn für vollbesetzte Stadien in Delta-Britannien während einer Pandemie? Die UEFA – kurz für „Unidentifizierte Engstirnige Filzokratie Asoziale“ – hat es mit dem Leiden gewöhnlicher Erdenbewohner nicht so. Genauso wenig wie Klimaleugner-Staatsoberhäupter. Sie sind im wahrsten Sinne nicht mehr irdisch, also außer(halb) von irdisch – außer-irdisch. Außerirdische können unbegrenzt Ressourcen verbrauchen, weil sie sicherlich noch etliche andere Planeten in der Hinterhand haben. Es ist nur unklar, wo genau die sind und ob man rechtzeitig zum Mittagessen wieder zurück ist… Entweder das… – oder die unterirdische Invasion der Verblödungskultur ist schon verdammt weit fortgeschritten.

Warum wir doch nicht so aufgeblasen sind!

„Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst der Inflation“, heißt es zurzeit gern. Die Schlussfolgerung vieler Wirtschaftsliberaler lautet da: Lohnzurückhaltung! Nur wenn die Leute, die ohnehin schon nichts haben, noch weniger haben, lässt sich die Preissteigerung wirksam bekämpfen – nach der gleichen Logik führt übrigens auch eine amputierte Hand zu mehr Beweglichkeit!

Selbstredend gibt es eine Aufblähung, sprich Inflation, auf vielen Ebenen. Etwa beim „Volkskörper“: Ein Strandbesuch an der Ostsee wird so lange als Umweltkatastrophe wahrgenommen, bis man erkennt, dass die merkwürdige rote Herde gestrandeter Wale nur übergewichtige Mitbürger*innen mit Sonnenbrand sind.

Auch bei überflüssigem Gelaber gab es in den letzten Facebook und Twitter-Jahren eine Super-Inflation, gegen die sogar die deutsche Mega-Inflation von 1923 nur ein müder Abklatsch ist.

Oder bei Trennungen. War eine Scheidung im Alter von 30 noch nahezu umsonst, ist sie im Alter von 60 um mehrere Tausend Prozent teurer – fragt Bill Gates…

Nicht zu vergessen Managementgehälter: Verdiente ein Top-Manager (und hier muss man noch nicht mal gendern…) in den 70gern noch das 10fache eines Arbeiters, ist es heute häufig das 100fache (in den USA sogar das 300fache). Mal eben eine schlappe Super-Inflation von 900 Prozent. Manager haben also entweder ihren Arbeitstag unbemerkt von acht auf 80 Stunden verlängert – oder ihre Bilanz künstlich so aufgebläht, dass im Vergleich selbst Wirecard ein solider Konzern wäre.

Die Inflation in Deutschland lag im Mai etwa 2,5 Prozent über Vorjahresniveau. Allerdings war 2020 Lockdown und die Preise so im Keller wie die Laune Dieter Bohlens nach dem DSDS-Aus. Da ist eine Steigerung nicht schwer: Wenn ich anderthalb Äpfel habe, die wegnehme, und dann wieder zweieinhalb Äpfel hinzufüge, habe ich zwar gefühlt ganz schön viel Äpfel – aber doch nur einen mehr als vorher. Das versteht jedes Kind. So ist auch das Gezeter über die „Mega-Inflation“ nur wie ein krasser Spruch von Dieter Bohlen: heiße Luft.

Warum Gewinnen so schwer ist!

Deutschlands Bilanz in der EM ist maßgeblich bestimmt durch Eigentore – gegen Frankreich durch Eigentor von Hummels verloren, gegen Portugal durch zwei Eigentore des Gegners gewonnen. So schön es ist, dass Deutschland noch im Turnier ist, so bedenklich stimmt es, dass das Eigentor das bislang bestimmende Element der deutschen EM-Erfahrung ist.

Andererseits: Ist das wirklich wunderlich? Schließlich sind Eigentore häufig bestimmende Elemente des Lebens, was jeder bestätigen kann, der vor einem wichtigen Termin noch eine Saufnacht hinter sich brachte. Auch eine Eheschließung entpuppt sich in etwa 50 Prozent aller Fälle als Eigentor – häufig in Kombination mit dieser Saufnacht.

Besonders die Politik lebt von Eigentoren: Die Union schießt sich mit dem Söder-Laschet-Scharmützel ins Knie, die Grünen mit Weihnachtsgeldern, die Liberalen erholen sich nur langsam vom „Jamaika-Eigentor“, die SPD schickt mit Olaf Scholz einen Großmeister der Eigentore (Cum-Ex und Wirecard-Skandale) ins Rennen. Und AfD-Politiker Junge kritisiert die Regenbogen-Kapitäns-Binde von Manuel Neuer als „Schwuchtelbinde“ – was sogar einige (sehr wenige) AfDler als Eigentor wahrnehmen. Die UEFA hingegen verbietet die Regenbogen-Beleuchtung der Allianz-Arena, um mal wieder den Darmausgang eines Autokraten, nämlich Ungarns Homophobie-Papst Victor Orban, zu verkosten – was sich auch noch als Eigentor erweisen könnte.

All das sind schöne und würdige Eigentore. Das Lärmen darum lenkt leider herrlich ab von den beiden großen Eigentoren, die die Menschheit sich gerade schießt: Der Diskriminierung armer Menschen. Und die Diskriminierung dringend nötiger Klimaschutz-Maßnahmen. Das allerdings sind Eigentore, die dafür sorgen könnten, dass Homo Sapiens das Finale gegen die Klimakatastrophe schmählich verliert, und Victor Orbans Rosette trotz Liebkosungen der UEFA in der Puszta-Hitze verdorrt.

Warum Briefkästen sich so lieben!

Ein Gewinner der EM steht jetzt schon fest: Cristiano Ronaldo besiegt Coca-Cola schon in der Vorrunde 2:0. Er blutgrätscht zwei unschuldige Cola-Flaschen vom Tisch, um Platz zu machen für Wasser. Daraufhin fällt der Aktienkurs von Coca-Cola um vier Milliarden – und Paul Pogba kickt eine Heineken-Bierflasche zur Seite, um auch diese Flanke zu verwandeln und nachzutreten. Die Getränkehersteller-Sponsoren scheiden also bereits in der Vorrunde aus – Volkswagen sowie Quatar Airways dürften heimlich zittern, ob die Profis im Achtelfinale nicht einen Golf Diesel sowie einen Airbus auf dem Spielfeld abfackeln, um nach der Kritik an Zucker und Alkohol ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen! Während Greenpeace sich schwarz ärgert, dass man nicht Ronaldo statt des Aktivisten auf dem Gleitschirm hat einschweben lassen…

So löblich man das Zeichen des Weltfußballers gegen Zucker-Wasser auch finden mag – die Freude wird getrübt durch einige andere Tätigkeiten des Juventus-Turin Profis. Ronaldo ist nämlich kein einfacher Kicker – er ist die bestbezahlte mobile Litfaßsäule der Welt, welche Millionen ihrer Werbe-Erträge über Steuerparadiese am Finanzamt vorbei schleuste und deshalb mit 23 Monaten Bewährungs-Haft auf der Reservebank der Justiz sitzt.

Außerdem ist CR7 nicht gegen alle Leber-Schädiger. Er kassiert jährlich über 15 Millionen Werbe-Euro von „Herbalife“ – einem von Korruptionsskandalen geschüttelten Unternehmen, das über diverse Produkte die Leber beeinträchtigen soll. Doch Herbalife hat seinen rechtlichen Sitz auf den Cayman Islands – und wie heißt es so schön? Eine Briefkastenfirma hackt der andern kein Auge aus!

Überhaupt ist Ronaldo ein findiger Unternehmer – so ist er unter anderem maßgeblich an einer Haartransplantations-Klinik beteiligt und sorgt schon jetzt dafür, nicht einst bekloppt wie Klopp seine Haartransplantation selbst zahlen zu müssen. Doch genug der Haarspalterei: Die EM 2020 ist vermutlich die erste Meisterschaft, während der Menschen aus Mitleid Cola trinken – und für Coke-Konkurrenten „Pepsi“ ist sie das günstigste Mitbewerber-Bashing der Welt!

Warum wir keine Motivation brauchen!

Immer, wenn es mir zu gut geht und ich ans „aus dem Fenster vor Glück springen“ denke, höre ich mir Motivationstrainer oder Life Improvement Coaches an, denn das holt mich zuverlässig wieder runter. „Schau auf dein Umfeld“ lautet dann so eine Standard-Coaching-Botschaft mit dem Subtext: Wenn die Leute, die dich umgeben, dich irgendwie runterziehen – dann such dir ein positiveres Umfeld. Ein Ratschlag, der vermutlich regelmäßig dafür sorgt, dass Menschen Partner, Kinder und Steuerberater verlassen, nur um auf Zypern Yoga-Lehrer zu werden und nebenher eine „Wie werde ich Yoga-Lehrer auf Zypern“-Akademie eröffnen.

„Gucke durch dein Telefonbuch“ ist ein anderer Tipp, der darauf abzielt, dass man Menschen findet, die einem noch einen Gefallen schulden und irgendwie weiterbringen können. Als erstes fällt mir dann auf, dass ich die Hälfte der Leute in meinem Telefonbuch überhaupt nicht kenne – und ihnen den Gefallen schulde, sie von meiner Kontaktliste zu streichen. Stunden später grübele ich immer noch, wer denn „Paul Müller“ sein könnte – und was um alles in der Welt der kryptische Vermerk „hatte was mit der Ex“ unter seinem Namen bedeuten soll.

„Lerne und wachse konstant“ wird einem auch gern gesagt – schlimm nur, wenn das einzige, was in einem lernt und konstant wächst, ein maligner Tumor ist… Aber dann kann man ja immer noch „zu einer Persönlichkeit werden“ – was auch immer das ist – und „richtig mit Stress umgehen“. Vorausgesetzt, man findet den „Switch“ zwischen seinem „Lower“ und „Higher Self“. Wenn ich so weit in die Materie eingetaucht bin, starre ich meist nur noch apathisch an die Wand und habe jegliche „vor Glück aus dem Fenster springen“-Energie verloren. „Last night a DJ saved my life“ hieß ein Hit in den 80gern. In meinem Fall ist es ein Motivationstrainer, der auf diese Art mein Leben rettet…

Warum der Jens wieder was zu verschenken hat!

„Spahn will Deutsche töten“ – so ähnlich kann man grob gesagt die Vorwürfe zusammenfassen, die dem Gesundheitsminister entgegenprasseln. Denn der Jens hatte im letzten Frühjahr haufenweis Masken eingekauft, die eigentlich keine waren, sondern nur minderwertiger Schund. Nun haben wir alle im letzten Frühjahr haufenweis Masken eingekauft, die eigentlich keine waren, sondern nur minderwertiger Schund – andererseits waren wir (Gottseidank) auch keine Gesundheitsminister.

Nachdem herausgekommen war, dass der auf die Masken gedruckte chinesische Sicherheitsstandard KN95 sich nicht mit FFP2 übersetzen lässt, sondern vermutlich so viel heißt wie „Maske mit gleicher Sicherheit wie Windows95“, wollte der Minister die nutzlosen Masken im Wert von rund einer Milliarde Euro irgendwie loswerden. „Wem könnte man die Masken schenken?“ wird er sich im stillen Kämmerlein gefragt haben. Um sich dann selbst zu antworten: Behinderte, Hartz4 Empfänger, Obdachlose – also Menschen, die als Wähler der Union nicht unbedingt in Betracht kommen. Unklar ist, ob auf seiner Liste auch FDP-Chef Lindner stand, der immerhin Mieter in einer von Spahns Immobilien ist – ein raffinierter und eleganter Weg der Entmietung, wenn man auf höhere Einkünfte spekuliert…

Doch all diese Vorwürfe zielen natürlich ins Leere, denn der Jens hat der Gesellschaft mit dieser Aktion einen Riesen-Gefallen getan. Serienmörder lassen sich jetzt schon in einem frühen Stadium entlarven, indem man bei ihnen Zettel findet, auf denen steht: Liste von Menschen, denen ich eine „Spahn-Maske“ schenke.

Und statt die etwa 300 Millionen Masken in die Bundesnotreserve einzugliedern, damit das Land auch auf die nächste Pandemie ähnlich schlecht vorbereitet ist wie auf die jetzige, bietet sich eine viel bessere Strategie an: Was wäre das für ein Zeichen der Versöhnung, wenn auf der nächsten Querdenker-Demo Mitarbeiter*Innen des Gesundheitsministeriums Masken verteilen mit dem Aufdruck: KN – Kein Nutzen!

Warum Deutsche nicht so gern bei „Deutsche Wohnen“ wohnen!

Ein neuer Immobilien-Gigant entsteht gerade in Berlin, denn der Immobilienkonzern Vonovia möchte gern den Immobilienkonzern „Deutsche Wohnen“ heiraten – im Gegenzug soll die Stadt Berlin 20.000 teils asbestverseuchte Wohnungen erwerben dürfen. Die SPD findet, dass das ein ganz toller Deal ist.

Um ein tieferes Verständnis der Angelegenheit zu erlangen, muss man die Geschichte der Konzerne kennen: Die Deutsche Wohnen war einst – was sonst – eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Ihr gelang es, 2013 die ehemalige landeseigene Wohnungsgesellschaft GSW zu übernehmen, die 2007 vom Senat (unter Klaus „Wowi“ Wowereit und Thilo Sarrazin) an eine Tochtergesellschaft von Goldman Sachs und einen Hedgefonds namens „Cerberus“ (also Höllenhund) verscherbelt wurde, für umgerechnet 29.908 Euro – pro Wohnung. Ein durchaus marktüblicher Preis, wie man ihn heute immer noch zahlt – vorausgesetzt, die Wohnung hat nur eine Fläche von insgesamt fünf Quadratmetern! Die SPD fand, dass das damals ein ganz toller Deal war.

Die Vonovia hingegen wurde einst von der britischen Annington Homes als „Deutsche Annington“ gegründet. Schon bald hatte sie bei Mietern einen Ruf, gegen den die Camorra als Streichelzoo durchgeht. Als das Image so tief im Keller war, dass nicht nur die Bewohner der verrotteten Wohnungen nasse Füße bekamen, sondern auch die Investoren, benannte sie sich flugs in „Vonovia“ um.

Jetzt wollen die beiden Wohnungs-Mafias gemeinsame Sache machen und grundanständig werden. Und nebenher die Asbest-Buden der Resterampe zu einem Super-Preis an die Berliner Bürger verticken. Einen Vorgeschmack gab es bereits 2019, als der Senat 3400 teils asbestverseuchte ehemalige GSW-Wohnungen in Spandau für 920 Millionen zurückkaufen durfte – also für gut 270.000 Euro pro Wohnung. Eine Rendite von fast 1000 Prozent. Deshalb sind Sozialisten so gefürchtet: Sie bringen Kapitalisten zum Heulen. Vor Freude!

Warum wir mit Jens reich werden!

„Süßer die Kassen nie klingen“ könnten die Betreiber von Corona-Schnelltest-Zentren auch außerhalb der Weihnachtszeit singen, denn: Schnell-Test gleich Schnell-Profit! Mit krimineller Energie rechnen einige Test-Zentren je vorgenommenem Test bis zu zehn Tests mit dem Gesundheitsministerium ab. Das unterscheidet sie von einigen Gastronomen, die bei zehn verkauften Mahlzeiten nur eine mit dem Finanzamt abrechnen…

Aber spätestens seit den „Masken-Provisions-Geschäften“ wissen wir: Im neuen Verein „Friends of Jens“ lohnt sich jede Pandemie. Die Einladung zum Betrug ist systemimmanent. Im Vergleich zur Spahn-Verordnung für Test-Zentren wirkt die Mietenpolitik des Berliner Senats solide wie eine Schweizer Uhr.

Es sind diese kriminellen Test-Zentren, in denen die Tests dann auch ziemlich schlampig ausgeführt werden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sagt über das Gefühl nach dem Einführen des Test-Stabes in den Rachen: „Wenn man ohne Würgereiz … rauskommt, kann es kaum gut gewesen sein.“ So schön es ist, dass durch Corona-Tests auch Männer mal erfahren, wie sich Porno-Darstellerinnen täglich fühlen, so tragisch ist es doch, dass Horoskope Infektionen verlässlicher bestätigen als viele Schnell-Tests!

Noch tragischer ist nur, dass die meisten von uns sowohl bei Masken-Provisionen als auch beim Test-Center-Reibach nicht dabei waren. Daher an dieser Stelle exklusiv für meine Leser eine Geschäftsidee: Ein demnächst auf Hawai bevorstehender Vulkan-Ausbruch wird die globale Temperatur um etwa 0,5 Grad absenken (kein Scherz!) – schon bitter, dass Vulkane das wieder richten müssen, was die Menschen verbocken. Es wird also spürbar kälter werden – und dagegen hilft bekanntlich nur konsequentes Autofahren. Wenn sie mir morgen meinen alten Diesel abkaufen, können Sie den in ein paar Jahren sicherlich gewinnbringend losschlagen…

Warum wir keine Steuern mehr brauchen!

Joe Biden, der Sozialist im Schafpelz – oder im Schlafpelz, wie Trump gern sagte („Sleepy Joe“), wollte doch tatsächlich eine weltweite Mindeststeuer von 21 Prozent für alle multinationalen Konzerne einführen! 21 Prozent auf alles, außer Tiernahrung vermutlich. Und natürlich auf Lizenz-Einnahmen und alle anderen Gewinne, die Starbucks und Amazon in Steueroasen erzielen. Klar.

Gottseidank sind diese sozialistischen Gedankenspiele vom Tisch. Jetzt sind es nur noch 15 Prozent, über die geredet wird. Das wäre ja auch noch schöner. Wo bleibt denn da die Gleichberechtigung, wenn die Kassiererin an der Supermarktkasse auf einmal weniger Steuern zahlt als Amazon? Hallo?!

Dies geschah, nachdem „Experten“ erklärten, 15 Prozent wären ein „realistischerer Wert“! Mal eben ein Abschlag von fast 30 Prozent! Da stellt sich natürlich die Frage: Welche Experten sind das – und kann man sie auch für die nächste Ehe-Scheidung buchen, damit sie auch dort „realistischere Werte“ durchsetzen?

Sogar die FDP war für diese globale Mindeststeuer. Vorausgesetzt natürlich, deutsche Konzerne dürfen ihre Einkünfte ebenfalls darauf reduzieren. Wäre ja ungerecht, wenn jemand extra den weiten Weg auf die Bahamas machen müsste, um „fair“ besteuert zu werden. Schon wegen der Umwelt! Deshalb wollte die FDP damals ja auch nicht in die Jamaika-Koalition – weil sie Fernreisen ablehnt. Jedenfalls Fernreisen des Geldes. Zusätzlich zum Geldwäsche-Paradies Deutschland möchte die FDP gern ein Steuerparadies Deutschland gründen – möglichst ohne Sozialleistungen und sozialer Hängematte.

Kennt man ja, diese Hängematte. Ganz Neukölln ist voll davon. Da hängen die Hartz-Empfänger zwischen den Häusern über den Straßen und schaukeln den ganzen Tag, anstatt arbeiten zu gehen. Teilweise liegen die Hängematten sogar unter den Brücken! Manchmal haben die Leute so viel Geld, dass die Hängematten durch Pappkartons ersetzt werden. Was für eine Umweltkatastrophe.

15 Prozent globale Mindeststeuer – endlich tritt nun im Steuerwesen das ein, was bei der Fußball WM noch nie vorkam: Ein Kombi-Sieg für Niedrigsteuerländer wie Irland und Malta!

Warum wir Realität nicht mehr brauchen!

Es gibt ein paar sehr gute Gründe, sich nicht gegen Corona impfen zu lassen – eine akute Grippe etwa. Oder wenn man gerade eine COVID-19 Erkrankung durchgemacht hat. Oder gegen einen der Bestandteile des Impfstoffes allergisch ist. Oder mitten in einer Chemotherapie steckt. „Das schränkt mir meine Freiheit zu sehr ein“ ist natürlich auch ein Grund, sich nicht impfen zu lassen. Aber ein ziemlich dummer.

Manche Mitmenschen haben wirklich erstaunliche Gedanken zu diesem Thema: „Ich setzte auf natürliche Immunisierung,“ sagte ein Bekannter neulich zu mir, worauf ich ihn freundlich anhustete, aber mangels Corona-Virenlast nicht weiterhelfen konnte. „Die Impfung tötet Tausende von Menschen“, raunte ein anderer Impf-Gegner. Fun Fact: Bis Ende April gab es etwa 500 Tote „in zeitlichem Zusammenhang“ mit einer Corona-Impfung. Wobei allerdings auch ein Altersschwäche-Tod mit 105 Jahren „in zeitlichem Zusammenhang“ mit der Geburt auftritt… Im Gegensatz zu den tragischen aber wenigen Impf-Toten gab es gut 85.000 Corona-Tote. Man könnte also genauso gut Kettenraucher werden, um der Tuberkulose zu entgehen.

Vertrauenswürdige Quellen berichten von Menschen, die nicht mehr zur Arbeit kommen, weil dort geimpfte Kollegen sind! Ein „Impf-Gegner“ kann nämlich nicht mit „Gechipten“ (gemeint ist ein angeblicher Nano-Chip, der diesen Verwirrten zufolge mit der Impfung injiziert wird und dafür sorgt, dass man Sklave von Bill Gates wird) zusammenarbeiten. Der gleiche Mensch arbeitet allerdings völlig sorglos mit einem garantiert „gechipten“ Windows-Computer zusammen, der schon seit Jahren dafür sorgt, dass man Sklave von Bill Gates ist…

Nun ist das Daheimbleiben auf den ersten Blick eine rationale Entscheidung. Denn im Büro lauern ja nicht nur die Geimpften – in Deutschland ersticken jedes Jahr mindestens 300 Menschen an auseinandergeschraubten Kugelschreibern, deren Kleinteile sie sich aus Nervosität oder Langeweile in den Mund stecken! Wer allerdings aus Angst vor den Geimpften daheim bleibt, hat ein fast 4000 Prozent höheres Risiko, durch einen häuslichen Unfall ums Leben zu kommen… Vielleicht ist Impfen doch das geringere Übel.