Warum wir keine Motivation brauchen!

Immer, wenn es mir zu gut geht und ich ans „aus dem Fenster vor Glück springen“ denke, höre ich mir Motivationstrainer oder Life Improvement Coaches an, denn das holt mich zuverlässig wieder runter. „Schau auf dein Umfeld“ lautet dann so eine Standard-Coaching-Botschaft mit dem Subtext: Wenn die Leute, die dich umgeben, dich irgendwie runterziehen – dann such dir ein positiveres Umfeld. Ein Ratschlag, der vermutlich regelmäßig dafür sorgt, dass Menschen Partner, Kinder und Steuerberater verlassen, nur um auf Zypern Yoga-Lehrer zu werden und nebenher eine „Wie werde ich Yoga-Lehrer auf Zypern“-Akademie eröffnen.

„Gucke durch dein Telefonbuch“ ist ein anderer Tipp, der darauf abzielt, dass man Menschen findet, die einem noch einen Gefallen schulden und irgendwie weiterbringen können. Als erstes fällt mir dann auf, dass ich die Hälfte der Leute in meinem Telefonbuch überhaupt nicht kenne – und ihnen den Gefallen schulde, sie von meiner Kontaktliste zu streichen. Stunden später grübele ich immer noch, wer denn „Paul Müller“ sein könnte – und was um alles in der Welt der kryptische Vermerk „hatte was mit der Ex“ unter seinem Namen bedeuten soll.

„Lerne und wachse konstant“ wird einem auch gern gesagt – schlimm nur, wenn das einzige, was in einem lernt und konstant wächst, ein maligner Tumor ist… Aber dann kann man ja immer noch „zu einer Persönlichkeit werden“ – was auch immer das ist – und „richtig mit Stress umgehen“. Vorausgesetzt, man findet den „Switch“ zwischen seinem „Lower“ und „Higher Self“. Wenn ich so weit in die Materie eingetaucht bin, starre ich meist nur noch apathisch an die Wand und habe jegliche „vor Glück aus dem Fenster springen“-Energie verloren. „Last night a DJ saved my life“ hieß ein Hit in den 80gern. In meinem Fall ist es ein Motivationstrainer, der auf diese Art mein Leben rettet…