Warum wir uns jetzt nach Trump richten!

70.000 Dollar für seine Frisur hat Donald Trump von der Steuer abgesetzt. Was auf den ersten Blick wie eine Menge Geld erscheint, wird auf den zweiten verständlich: Schließlich belegen seine Tweets, dass ein Großteil seines Hirns aus hohler Luft besteht – und jeder, der schon mal versucht hat, einen vergilbten Eichhörnchen-Schwanz auf einem Luftballon zu befestigen, weiß, dass das ein ebenso schwachsinniges wie teures Hobby ist!

Die weltweite Steuer-Optimierungsbranche hingegen wird den Bericht der New York Times mit Interesse gelesen haben, demzufolge der amerikanische Präsident in 11 von 18 untersuchten Jahren gar keine Steuern zahlte und in den ersten beiden Jahren seiner Präsidentschaft je 750 Dollar. Kurz gesagt: Jede Kassiererin bei Aldi ist reicher als Donald Trump.

Oder aber nicht so gut in Steuervermeidung. Vielleicht wird „Donald der Gierige“ nicht als erster amerikanischer Kaiser in die Geschichtsbücher eingehen, sondern als Heiliger der Steueroptimierungs-Industrie, welcher es immerhin schaffte, den Verzicht auf die Entwicklung eines großen Anwesens im Staat New York als „Wohltätigkeit“ in Höhe von 21 Millionen Dollar von der Steuer abzusetzen. Das Gute daran: Wer es etwa in Kreuzberg schafft, nicht auf die Dielen seiner Altbauwohnung zu kacken, könnte das mithilfe einer „Donald-Klausel“ als „gelebten Denkmalschutz“ absetzen! Trump hat einen Nobelpreis verdient: immerhin ist es ihm gelungen, die Raum-Zeit-Krümmung auf eine fiskalische Ebene zu übertragen.

Dummerweise macht man sich beim Errichten einer Kleptokratie auch jede Menge Feinde. Seine Volksverhetzung steigert Donald so zur „Volksvergrätzung“. Hat sich der „Make Narzissmus Great Again“-Präsident das erste Mal noch wählen lassen, um einer Privat-Insolvenz zu entgehen – das zweite Mal muss er sich wählen lassen, um eine lange Gefängnisstrafe zu vermeiden!