Autor: Pia Ratajczak

Warum wir jetzt so viele Freunde haben!

Gute Nachricht: Corona ist nicht nur ein Konjunkturprogramm für Amazon und Google – sondern auch für die Schwarzarbeit. Diese hat im Lockdown mal locker um etwa 10 Prozent zugenommen. Wenn das so weiter geht, muss sich demnächst ein Virus vor Gericht wegen „Beihilfe zur Steuerhinterziehung“ verantworten.

Nun ist Schwarzarbeit ja nicht wirklich ein „Kavaliersdelikt“ – wobei man natürlich an dieser Stelle mal die Frage stellen muss, was für Delikte Kavaliere überhaupt noch begehen dürfen, seit illegale Autorennen, Vergewaltigung und Ehrenmorde aus dem Katalog geflogen sind? Das Leben als Kavalier ist nämlich bei weitem nicht mehr so lustig wie noch vor 50 Jahren. Aber das darf man ja dieser Tage auch nicht mehr sagen, da gibt es gleich wieder den „Gender-Maulkorb“… Durch Schwarzarbeit entgehen dem Staat (und damit uns allen) Einnahmen, gegen die industrielle Steuervermeidung wie ein Kavaliersdelikt wirkt. Ach richtig, „Steueroptimierung multinationaler Großkonzerne“ – das gilt natürlich auch weiterhin als „Kavaliersdelikt“!

In Österreich heißt Schwarzarbeit übrigens „Pfusch“. Andererseits heißt „schlampige Plaudertasche“ in Österreich ja auch „Verfassungsschützer“…! In Deutschland, wo es korrekter zugeht, heben wir uns den Begriff „Pfusch“ für die Impfstrategie der Bundesregierung auf!

Die Situation ist drastisch: Menschen mit überlangen Haaren sind nicht notwendigerweise Hippies – vielleicht haben sie einfach nur Streit mit allen Friseur-Freunden… Denn viele sagen: Das ist keine Schwarzarbeit, sondern eine kleine, freundschaftliche Gefälligkeit. Seit Corona wird unser Freundeskreis unglaublich groß: Auf einmal zählt sogar die Oberschicht Friseure und Prostituierte zu ihren guten Freunden. Da erhält der Begriff „Intim-Freundin“ eine starke, wirtschaftliche Relevanz.

Leider geht bei so viel Freundschaft gerne mal die Hygiene flöten. Wo in Bordellen, Friseursalons und Restaurants Hygienekonzepte gelten, werden die in Privatwohnungen gern mal so locker gehandhabt wie die Menschenrechte in Russland. Denn leider gilt immer noch: mehr Freunde – mehr Corona. Mehr Corona – mehr Lockdown…

Warum wir mehr trinken müssen!

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben, heißt es gern. Damit ist vorerst Schluss. Denn die Deutschen trinken Corona-bedingt weniger Bier. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr einen Rückgang von über fünf Prozent. Oder in Zahlen ausgedrückt: gut 500 Millionen Liter Bier weniger als 2019. Oder in Leber gemessen: rund 1500 Leberzirrhosen Verlust. Viele Trinker leiden mittlerweile unter einer Schrumpfleber!

Diese Entwicklung ist brandgefährlich: Karneval weg. Party weg. Bier weg – Wenn jetzt auch noch der Porno-Kanal ausfällt, versinkt das Land in nationaler Depression. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur den Bestand der Brauereien, sondern auch der Deutschen: Wenn immer mehr Frauen sich den Partner nicht mehr schöntrinken können, sinkt die Geburtenrate noch stärker als normal!

Nun ist die Meldung „Die Deutschen saufen zu wenig“ schon ein wenig skurril. Könnte man sich eine Schlagzeile vorstellen: Die Deutschen kiffen zu wenig!? Oder: Die Deutschen nehmen zu wenig Crystal Meth – tschechische Grenze kurz vor dem Bankrott!?

Die rückgängige Anzahl der Bier-Trinker kann noch weitere dramatische Auswirkungen haben: Die Deutschen bleiben länger gesund, die Rentenzahlungen erhöhen sich, der Staat geht bankrott. Die Brauereien schlagen also zu Recht Alarm. Jetzt hilft nur noch ein Rettungsschirm: Freibier für alle! Das käme in der Bevölkerung auch wesentlich besser an als „Geld für Banken“ wie beim letzten Mal.

Andererseits könnte eine der Bierflaute folgende Verknappung auch positive Preisauswirkungen haben. Seltener Whiskey zum Beispiel gilt mittlerweile als heißer Anlagetipp mit jährlichen Renditen von 10 bis 20 Prozent. Man muss sich allerdings davor hüten, von der Investition so betrunken zu werden, dass man aus Versehen die Flasche „Macallan 1926“ für „harte Zeiten“ trinkt – mit einem Marktwert von 1,7 Millionen Euro…

Warum Schokolade nicht mehr Schokolade heißt!

Dass „Zigeunerschnitzel“ nicht mehr so heißen darf, ist mittlerweile auch dem WDR klar. Der „Mohrenkopf“ hat schon länger ausgesorgt, genau wie sein süffisanter Diskriminierungsvetter, der „Schaumkuss mit afro-amerikanischem Migrationshintergrund“.

Neu ist allerdings, dass auch Ritter Sport Schokolade nicht mehr „Schokolade“ heißen darf – das hat aber ausnahmsweise nichts mit Diskriminierung zu tun. Die neue Schokolade „Cacao y nada“ (Kakao und sonst nichts) enthält nämlich keinen Zucker, sondern nur natürlichen Saft aus der Kakao-Frucht. Sie ist also gesund – und so etwas sieht das deutsche Lebensmittelrecht nicht vor! Jedenfalls nicht für Schokolade. Unklar ist, wie die Tafel jetzt bezeichnet werden darf – „Markt-Gift“? „Ruinöser Wettbewerbsverzerrer?“ oder „Süßigkeit ohne Vergiftungs-Hintergrund“?

Leider legt das deutsche Lebensmittelrecht nicht die gleiche Sorgfalt an den Tag, wo es um Lebensmittel geht, die Zucker enthalten, obwohl er da eigentlich nichts verloren hat – die sogenannten „versteckten Zucker“. Etwa in Instant-Tee (20 Gramm Teepulver enthalten 18 Gramm Zucker) – sollte der nicht ehrlicherweise „Instant-Zahn-Weh“ heißen?

Und was ist mit anderen Lebensmitteln? Darf etwa alkoholfreies Bier weiterhin „Bier“ heißen? Oder nur noch „Gerstensaft ohne Wumms“. Was ist mit Coca-Cola, die ja bekanntlich und zum Leidwesen vieler Werbe-Agenturen-Inhaber überhaupt kein Kokain enthält? Muss die nicht eigentlich „Bätsch-nix-Koka-Cola“ heißen?

Welche Auswirkungen hat das auf andere Lebensbereiche? Darf eine gesunde Beziehung ohne Zoff demnächst auch nicht mehr „Ehe“ heißen – sondern „Scheidungsanwalts-Vernichtungsbombe“. Wie sieht es in der Politik aus? Aus der „Corona-Impfstrategie“ müsste korrekterweise das Wort „Strategie“ entfernt werden müssen – sie hieße dann nur noch „Corona-Impf-Pannen-Chaos“. Aber da ist das deutsche Lebensmittelrecht auf einmal nicht mehr zuständig.

Warum wir alle etwas „Blackrock“ sind!

Groß war die Begeisterung, als Larry Finck, Gründer und CEO des weltgrößten Vermögensverwalters „Blackrock“ vor etwa einem Jahr vollmundig eine grüne Trendwende ankündigte: Larry und Greta Thunberg wurden als „Dreamteam der Klimarettung“ zum „heißesten Ding“ – seit Prince Charles und Camilla die Biohöfe unsicher machten.

Jetzt stellt sich allerdings heraus, dass Blackrock in Sachen Klima ein wenig unter dem „Friedrich-Merz-wird-Wirtschaftsminister“-Syndrom leidet… Zwar verkündete der Konzern, keine Aktien mehr von Firmen zu kaufen, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes mit der Förderung von Kohle machten – investierte aber fröhlich weiter in Kohle-Kraftwerke oder Ölkonzerne. Das ist wie ein Zuhälter, der verkündet, alle seine Bordelle zu schließen – nur um sich ganz dem Straßenstrich zu widmen…

„Greenwashing“ („Grün-Vortäuschen“) werfen daher Umweltaktivisten dem Investmentgiganten vor, der überdies mit seiner Finanz-Analyse-Software „Aladdin“ sogar die Softwaregiganten Google und Facebook wie Laien der Geldbeschaffung aussehen lässt. Denn über „Aladdin“ berät Blackrock Regierungen und Zentralbanken, welche dann finanzielle Entscheidungen treffen, die wiederum Blackrock nutzen. Diese Fehlanreize wirken auf Märkte in etwa so stimulierend wie das Gift einer Königskobra auf den Stoffwechsel einer Ratte!

Aber was ist schon ein Fehlanreiz unter Freunden? Es geht vielmehr um Blickwinkel – die vielen Rüstungskonzerne, in die Blackrock investiert hat, sind letztlich auch klimafreundlich. Natürlich! Wer heizt denn die Klimakatastrophe an? Zu viele Menschen. Rüstungskonzerne unternehmen etwas gegen zu viele Menschen und sparen auf diese Weise CO2 ein…

Nun ist Blackrock jedoch nicht für alles verantwortlich. Solange wir einen sparsamen Diesel in einen Tesla-SUV eintauschen und zwecks Heizölsparen in die Karibik fliegen, hilft auch der Erwerb eines grünen Umweltfonds nur bedingt weiter. Solange ist der Larry Finck in uns aktiver als die Greta Thunberg.

Warum Mogelpackungen uns glücklich machen!

Das „Früchte-Müsli“ von Seitenbacher ist „Mogelpackung des Jahres“. Aber nur, weil „Jens Spahns Impfstrategie“ nicht zur Wahl stand! Das Müsli von „Seitenbacher“ erhält die unbegehrte Auszeichnung der Verbraucherschützer, weil es ein Müsli mit fast identischen Zutaten zu einem Seitenbacher „Vollkorn-Früchte-Müsli“ auf den Markt brachte, die Menge von 1000 auf 750 Gramm reduzierte und zeitgleich den Preis erhöhte.

Die Kapriolen des Kapitalismus sind immer wieder sehr beeindruckend! Natürlich stellt sich die Frage, ob ein Müsli wirklich als „Mogelpackung des Jahres“ taugt? Besonders, da das letzte Jahr jede Menge Mogelpackungen zu bieten hatte, auch wenn man Donald Trump und Bitcoin mal außen vor lässt. Die größte Mogelpackung des Jahres 2020 war ohne Zweifel Wirecard – flankiert von Ex-Wirtschaftsminister und Wirecard-Lobbyist Theo von und zu Guttenberg, der ungerührt den Untersuchungsausschuss anlog. Wobei man Guttenberg, der ja auch eine ausgewiesene Mogelpackung ist, zugutehalten muss: Er blieb sich beim Flunkern seit seiner Doktorarbeit treu – und auch seinem Arbeitgeber Wirecard, bei dem schon ein einziger wahrer Satz als Kündigungsgrund galt.

Gemogelt wird jedoch nicht nur in der Wirtschaft. Auch die Politik leistet sich abseits von Wahlversprechen jede Menge Mogelpackungen, die sie dann groß mündig „November“- oder „Dezemberhilfen“ nennt – welche aber bis Ende Januar noch nicht ausgezahlt sind. Ein Bürger, der eine ähnliche Schludrigkeit bei der Tilgung seiner Bank-Schulden an den Tag legte, landete mit ziemlicher Sicherheit im lebenslangen Schufa-Kerker!

Das sieht beim „Früchte-Müsli“ etwas anders aus. Denn was hätte der Müsli-Produzent auch anders machen können? Immerhin kommt er aus Baden-Württemberg – wer dort nicht auf lukrative Sparsamkeit achtet, dem wird doch die schwäbische Staatsbürgerschaft entzogen!

Warum Geld doch nicht unglücklich macht!

Bislang galt: Ab einem Jahreseinkommen von etwa 60.000 Euro führt weiteres Geld nicht zu mehr Glück. Dann helfen nur noch Drogen, Sexpartys mit Pornostars sowie nach dem Entzug eine vegane Ernährungsumstellung samt Eröffnung eines Yoga-Studios. Einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie zufolge stimmt das jedoch nicht: Sehr viel Geld macht eben doch sehr viel glücklicher.

Das ist vermutlich der Grund, weshalb es im Grunewald keine illegalen Autorennen gibt – die Ferraris demonstrieren einfach rasende Ekstase! Rasende Ekstase – oder wie es bei Hertha BSC heißt: Vermeidung des Relegations-Spiels! Viele männliche Millionäre sind so ekstatisch, dass sie allein beim Anblick ihres Kontoauszugs einen bislang nur bei Frauen gemessenen „multiplen Orgasmus“ kriegen! Andere haben es da einfacher: Die SPD kriegt den bereits beim Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde!

Dass Geld und Glück ein gut proportioniertes, profitables Verhältnis haben, dürfte jedem Model klar sein, das mit seinen guten Proportionen profitable Verhältnisse herstellt! Meist verhält es sich aber so, dass erst nach dem Verhältnis wirklich profitable Verhältnisse entstehen. Vorausgesetzt, man verhält sich richtig und verleiht dem Verhältnis einen verhältnismäßig legalen Rahmen…

Nun macht aber auch viel Geld nicht immer glücklich: Pablo Escobar, einst siebtreichster Mensch der Welt, importierte vor Jahren vier Nilpferde auf sein Anwesen. Wie einsam muss man sich fühlen, wenn man die Gesellschaft von Nilpferden sucht? Diese Nilpferde sind klarer Gegenbeweis der „viel-Geld-viel-Glück-These“: Trotz ihrer Besitzlosigkeit fühlen sie sich pudelwohl („pudeln“ – heißt so viel wie „im Wasser plantschen“, daher hat auch der Hund seinen Namen!) und vermehren sich so prächtig, dass sie die Fauna Kolumbien stärker bedrohen als Drogenboss Escobar – der wurde nämlich 1993 erschossen…

Warum wir jetzt immer coronesker werden!

Dass der Karneval ausfällt, ist natürlich eine miese Lüge. Er ist in vollem Gang – das Maskenfest heißt Corona! Über die Maßnahmen-Verschärfung dazu wird beraten wie über einen vietnamesischen Nudelteller: Scharf, extra-scharf oder mit Feuerlöscher als Beilage?

2021 wird so als das Jahr in die Geschichte eingehen, in der eine Heirat ein Akt der Rebellion sein kann. Oder ein Akt der Dummheit – aber das galt vorher schließlich auch schon… In NRW wurde gar eine „Gruppe Männer ohne Mindestabstand“ ausgehoben, unter denen sich mindestens ein Friseur befand – was vor einem Jahr noch als Betriebsversammlung eines Schwulen-Portals oder als Vorstands-Sitzung gegolten hätte, ist heute ein subversiver Akt von Menschen, denen die Frisur wichtiger ist als der Tod.

Derweil treten erneut unbekannte Viren-Mutationen in Brasilien und Garmisch-Patenkirchen auf. Wobei man in Garmisch dementiert, dass es sich bei der Virus-Mutation um den thailändischen König Rama X handelt, welcher vermutlich insgeheim davon träumt, sein Land von Schloss Neuschwanstein aus zu regieren. Genauso wenig, wie die aus Großbritannien stammende, verheerende Mutation B 1.1.7 es mit den Verheerungen aufnehmen kann, die Boris Johnson anrichtet.

Aber es gibt ja eine Lösung, und die heißt: Home-Office. Problem daran: Die Ausstattung vieler Home-Offices würde noch mit der Umstellung auf Windows 95 ein Update erfahren! Was das Home-Office in ein „Home Off is“ verwandelt – Zuhause ist abgeschaltet. Ein Zustand, den viele kommunale Behörden schon seit Jahren auch aus dem Büro kennen.

Immer wieder gern diskutiert wird die nächtliche Ausgangssperre, wie sie in Bayern bereits gilt. Wobei „Ausgangssperre“ ein großes Wort ist – bereits mit Ladenschluss um 18 Uhr gibt es in den meisten Gegenden Bayerns nix mehr, weswegen man das Haus verlassen will…

Willkommen im Narrenland Corona!

Warum jetzt die Bartsteuer kommt!

Ab dem kommenden Montag erteilt „Markus-ich-kann-Kanzler-Söder“, im Nebenberuf König von Bayern, dem Freistaat ein FFP2-Maskengebot. In 2000 Jahren wird man in religiösen Schriften lesen können: „Es begab sich aber zu einer Zeit, da Markus Söder für ganz Bayern ein FFP2-Maskengebot erließ, auf dass alles Volk sich schützen ließe vor dem COVID, ein jeder in seiner Apotheke…“

Abgesehen davon, dass hier aufgrund des hohen FFP2-Masken-Preises die Corona-Prävention zum Reichen-Hobby wird, gibt es ein weiteres, sehr viel gravierenderes Problem: Bartträger! Die schon vor Jahren von Gesundheitsminister Spahn als affige „Hipster“ Verunglimpften sind heute gefährlicher denn je. Denn Bartträger können keine Masken tragen. Nicht, weil sie dazu nicht in der Lage wären – wer seinen Capuccino fehlerfrei auf Englisch in Schwabing oder Prenzlberg bestellen kann, obwohl er es auch auf Bayrisch oder Schwäbisch könnte, ist durchaus in der Lage, das banale Aufsetzen einer FFP2-Maske zu meistern. Allein – es nutzt nichts. Denn ein Vollbart verhindert das Aus- oder Eintreten von Aerosolen trotz Maske genauso wenig wie ein Manuel Neuer einen Elfer des „Holstein-Kiel“.

Die Gefahr, die Bartträger für die Ausbreitung von Corona leisten, wird systematisch unterschätzt. Wenn es um Bärte und Corona geht, gibt es also nur eine Lösung: der Bart muss ab! Wo es bei schalen Witzen gern mal heißt: Der hat ja wohl „so nen Bart“, kann man das Eins zu Eins auf die COVID19-Verbreitung übertragen. Nicht nur rutscht die Maske dem Bartträger häufig an Positionen, die verdächtig an ein „Zehntel-Kondom“ erinnern – sie schützt auch genauso effektiv wie Letzteres.

Im russischen Zarenreich gab es im 18. Jahrhundert eine Bartsteuer, die den Russen das Tragen eines Bartes verleiden sollte, weil es erstens unmodern war und zweitens idiotisch aussah. An dieser Gemengelage hat sich bis heute nichts geändert, außer dass ein glattrasierter Deutscher, der einen Capuccino auf Englisch bestellt, noch bekloppter wirkt als ein Bärtiger. Andererseits sitzt die FFP2-Maske des Glattrasierten einfach besser.

Wenn wir Corona wirklich zurückdrängen wollen, kommen wir an der Bartdiskussion nicht vorbei. Auch wenn Bartträger gern sagen: „Wikinger, Weihnachtsmann, Wagner – muss ich mehr sagen?“ Worauf man getrost erwidern kann: „Alle tot – muss ich mehr sagen?“

PS: Der Autor dieser Zeilen rasierte sich vor einiger Zeit den Bart ab – aus Gründen, die absolut nichts mit Corona zu tun hatten.

Was uns 2021 weiter erwartet!

Das Gute war ja: im vergangenen Jahr konnte man pandemiebedingt einen Banküberfall völlig ohne Waffen und unmaskiert mit den Worten durchführen: „Alle auf den Boden – oder ich huste euch was!“ Das wird 2021 wieder anders – trotz des schwierigen Impfstarts. Eine der Ursachen dafür wird Mitte Februar offensichtlich werden, als ein Obdachloser versucht, für etwa 10.000 Impfdosen ein Dosenpfand zu kassieren. Er fand sie eigenen Aussagen zufolge in einem Container vorm Gesundheitsministeriums in einem Karton mit der Aufschrift „Osterüberraschung für Koalitionspartner“.

Im März beginnt dann das Superwahljahr mit den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Man sollte sich vom Namen nicht täuschen lassen – mit dem Wählen ist es wie bei Hertha BSC: Es wurde wieder mal vergessen, im Ausland gutes Personal einzukaufen. Wobei das natürlich beim Fußball leichter ist als in der Politik. Die Grünen gewinnen in Baden-Württemberg, nachdem sie glaubhaft machen, auf das ganze „Umwelt-Gedöns“ in Zukunft zu verzichten. Rheinland-Pfalz geht an die SPD, die das Gleiche mit dem „Sozialen“ macht. Die CDU tritt ohnehin ohne das „christlich“ an, während die Liberalen das Liberale ja schon länger in „lieber-al-le anderen“ umgewandelt hatten.

Kurz darauf wird Markus Söder Kanzlerkandidat der Union, unterzieht sich aber, um ein Signal an die LGBTQ-Community zu senden, einer Geschlechtsumwandlung. Als „Markisa Söder“ wird er zweite deutsche Kanzlerin mit dem Slogan: „Deutschland braucht keinen Rettungsschirm – sondern eine Markise!“

Als am 27. September die Ära Merkel endet, wird „die Raute“ zum offiziellen Post-Corona-Gruß. Ein Versuch der Marke „Aral“, Merkel als Werbeträgerin für ihre Tankstellen zu gewinnen mit dem Slogan „Pack die Raute in den Tank!“ scheitert jedoch.

Als im Herbst die Maskenpflicht abgeschafft wird, beginnen einige „Querdenker“ erstmals, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen – um das Vermummungsverbot zu kritisieren und damit das „Gruppen-Feeling“ nicht verlorengeht. Das jedoch geht fast unter in der allgemeinen Euphorie – genau wie der Klimaschutz…

Warum wir Horror-Storys lieben!

Viele Kinder lieben Gruselmärchen und glauben eine Zeitlang sogar daran. Märchen, in denen Kinder sich in dunklen Wäldern verirren und von bösen Hexen fast gegessen werden. Oder kleine Männchen, die das Kind der schönen Königin kaufen und schreckliche Dinge mit ihm tun wollen. Oder viel zu viele Fremde, die das Land überrennen… Letzteres ist ein zurzeit in vielen Ländern der Welt gern erzähltes Gruselmärchen – leider sind die Kinder, die es glauben, bereits volljährig und glauben es noch immer..

Unter dem Eindruck des „gestohlene Wahl“-Gruselmärchens stürmten einige dieser derart Hypnotisierten den Gesetzgebungs-Hügel inklusive des auf ihm thronenden Gebäudes, um dort etwas Rambazamba zu machen und mit gehörnten Helmen hinter Schreibtischen zu posieren. Das gab tolle Bilder und Friedrich Merz die Gelegenheit, auf N-tv entrüstet zu erwähnen, dass auch er schon häufiger „auf dem Kapitol“ gewesen sei, aber immer friedlich. Überhaupt ergeben sich aus der „Aktion des Mobs“ tolle Bilder und noch tollere Diskussionen, ob das nun schon das Ende oder erst der Anfang sei. Nicht zu vergessen die wahnsinnig guten Einschaltquoten für alle Nachrichtensendungen.

Das Ganze erinnert an Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen. Und das ist es leider auch. Ein Kampf gegen Windmühlen und alle anderen Formen nachhaltiger Energie. Das wirklich Teuflische daran: Die USA werden durch innenpolitisches Wundenlecken mit Klimapolitik so viel am Hut haben wie Deutschland mit der Abschaltung von Kohlekraftwerken. Was die leider wahre Grusel-Story einer Klimakatastrophe wahrscheinlicher macht. Und eine Menge von Klima-Flüchtenden produziert, gegen die sich die momentanen Elends-Migrant*Innen ausnehmen wie ein laues Lüftchen gegen einen Hurrikan. Wenn das eintritt, gibt es keine dunklen Wälder mehr, und die Kinder, Hexen, kleinen Männchen sowie alle Fremden leben ganz ohne Gruselmärchen in einer Horror-Welt.

Was uns 2021 erwartet!

Das Jahr fängt gerade erst an, und schon hört man überall: Es kann nur besser werden. Der Autor dieser Zeilen unterstützt diese Sicht und setzt noch einen drauf: 2021 wird das beste Jahr „ever“. Der Anfang wird erst mal hart, klar. Am 16. Januar gelingt es Friedrich Merz, die „obere Mittelschicht“ hinter sich zu lassen und zur Spitze der CDU aufzusteigen. Er muss aber eine Doppelspitze mit Alice Schwarzer bilden, um den „Merkel-Faktor“ nicht völlig zu vernachlässigen. Auch weil die Alice so gute Beziehungen zur Bild-Zeitung hat…

Das jedoch ist schnell vergessen, denn am 19. Januar erwacht Donald Trump wunderbarerweise aus dem Koma der schweren Persönlichkeitsstörung, in dem er über 70 Jahre lang lebte.  Am 20. Januar erkennt er Joe Biden als Präsident mit den Worten an: „Er ist der bessere Mann! Ich bin ein Verlierer – und das ist gut so!“

Nach einem kurzen, aber wirklich „harten Lockdown“, den das ganze Land für eine zweiwöchige „Atempause“ daheim nutzt, sind die Inzidenz-Zahlen so niedrig wie die Werte der SPD in Sachsen-Anhalt. Das befürchtete Ende aller Partys bleibt aus, danach beginnt eine Party ohne Ende. 2021 leitet ein Jahrzehnt des Feierns ein, besonders nach der erfolgreichen Kampagne: „Nie mehr will ich schimpfen – ich lass mich lieber impfen“. Um die Impfquote zu erhöhen, musste die Regierung Anreize setzen. Und was ist der wirksamste Anreiz für einen Deutschen? Ärgernisse sparen? Millionen sparen? Nein. Steuern sparen! Für jede Impfung gibt es eine Steuerersparnis von 100 Euro, die im Osten „ostalgisch“ nur „Corona-Begrüßungsgeld“ heißt! Impfskeptiker und Verschwörungstheoretiker erhalten einen Umsonst-64 GB USB-Stick von Bill Gates inklusive eines Chips zur Kontrolle ihres Gehirns, der aber Windows-typisch permanent abstürzt und daher nicht einsatzfähig ist.

Das jedoch ist erst der Anfang. Schließlich ist 2021 auch ein Superwahljahr, das Ende der Ära Merkel und vieles mehr – doch davon mehr am Samstag…

Welche Neujahrsvorsätze dieses Jahr anders sind!

Die ersten Leichen eines neuen Jahres sind traditionell die Neujahrsvorsätze. Während es sich dabei normalerweise um Standards handelt wie: „Ein besserer Mensch werden“, „Gewicht reduzieren“ oder „meiner Frau endlich sagen, die ich nebenher noch mit drei anderen verheiratet bin, von denen zwei mein eigenes Geschlecht haben“, so dürften sie dieses Jahr erheblich abweichen.

Daher an dieser Stelle ein Auszug aus der vermutlichen Hitliste der zehn beliebtesten Neujahrsvorsätze des Jahres 2021: Auf Platz 10: Nicht mehr dieses blöde „Bleib gesund“ zum Abschied murmeln, sondern „lass es krachen!“ Auf Platz 9: „Aprés-Ski Partys feiern – und wenn’s erst im Sommer ist.“ Platz 8: „Die seit vier Monaten getragene Stoffmaske zum ersten Mal waschen“. Platz 7: „Den Pandemie-Speck durch heiße, durchgetanzte, verschwitzte Techno-Orgien in überfüllten Clubs beseitigen. Platz 6: „Öffentlich zugeben, dass man heimlich Schnelltests durchführt.“

Auf den oberen Plätzen finden sich dann Vorhaben wie das auf Platz 5: „Den finanziellen Hauptfehler des letzten Jahres vermeiden und nicht wieder auf einen wundersamen Anstieg der Wirecard-Aktie setzen.“ Platz 4: „So tun, als wäre man Bluter/Herzpatient/Pfleger-ohne-direkte-Ausbildung-und-Arbeitsplatz, um schneller an die Impfung zu kommen!“ Woraus der nächste , auf Platz 3 liegende Vorsatz resultiert: „Öffentliche Geländer ablecken um zu beweisen, dass man sich vor keinem Keim der Welt mehr fürchtet!“ Auch Platz 2 folgt auf eine schnelle Impfung: „Nach der Impfung der Versuchung widerstehen, eine Zungenkuss-Party zu organisieren und alle als Loser beschimpfen, die sich weigern, mitzumachen.“

Und natürlich auf Platz 1: „Meiner Frau endlich sagen, dass ich nebenher noch mit drei anderen verheiratet bin, von denen zwei mein eigenes Geschlecht haben, während die Dritte eine Virologin ist!“

Warum 2020 gar nicht so schlecht war!

Zugegeben: Das zu Ende gehende Jahr hat es nicht jedem angetan. Es war nervig, finanziell häufig nachteilig, und dann bekam man es auch noch mit Menschen zu tun, die „querdenken“ mit „Brett vorm Kopf“ verwechselten. Und man musste staunend erkennen, dass Menschen, die Zeter und Mordio schreien, sobald ein Einwanderer einen Deutschen verletzt, es aktiv unterstützen, dass ein eingewanderter Virus Tausende Deutscher tötet!

Aber 2020 hatte auch positive Seiten: Vom vielen Händewaschen waren die Hände häufig so rau, dass man sie beim Renovieren anstelle von Sandpapier einsetzen konnte, was wiederum Geld sparte. Zudem war der bislang nur bei Bankräubern bekannte Begriff „Alltagsmaske“ auf einmal in aller Munde und förderte sogar die Gleichberechtigung: Auch islamische Männer durften die Erfahrung machen, wie es ist, wenn man verschleiert durch die Gegend läuft…

2020 war natürlich zudem das Jahr der Virologen-Seifenoper: Redet Drosten wieder mit Streeck? Wenn nicht, warum? Wohnt Karl Lauterbach tatsächlich im TV-Studio von Markus Lanz, um jederzeit die dringend benötigte (und häufig berechtigte) Panik zu verbreiten?

Auf der anderen Seite durften wir die Erfahrung machen, dass die Deutschen ein reinliches Volk sind. Während andere Kulturen Wein und Grappa horteten, hamsterten unsere Landsleute Klopapier. Wenn der Welt also die Kacke um die Ohren fliegt, macht die eine Hälfte Party, die andere will dringend die Ohren säubern…

Gottseidank gab es die Firma Wirecard, die uns einerseits die Augen dafür öffnete, dass es neben Corona noch jede Menge anderer Schweinereien gibt, und andererseits den Blick darauf lenkte, dass Berichte von „Wirtschaftsprüfern“ derart besoffen ausfallen können, dass man meinen muss, sie verwechselten „Wirtschaft“ mit „Kneipe“…

Die Pandemie schaffte es außerdem, dass viele Menschen vergaßen, was das Wort „Brexit“ bedeutet – so dass ein hastig zum Ende des Jahres geschlossener Handelsvertrag zwischen den Themen „Weihnachten als Superspreader“ und „Böllerverbot“ fast unterging.

Und zu guter Letzt fällt nach 10 Stunden Video-Konferenz sogar „Digital Natives“ auf, dass ein erhöhtes Maß an Zwei-Dimensionalität ganz schön eindimensional ist… Insofern wünsche ich uns allen ein multidimensionales Jahr 2021!

Warum der Papst die Kleider ablegt!

Sprechen wir mal über etwas anderes als vorübergehende Malaisen wie Corona. Reden wir über echte Probleme. Also über die deutsche Klimapolitik. Gerade gab es eine Novelle des EEG, das eine grüne Energiewende einleiten soll, faktisch aber eher einen rückwärts gesprungenen Salto Mortale darstellt. Die Regierung investiert in etwa so zielgerichtet in die Zukunft wie einst die DDR in Bürgerrechte.

Fünf Dörfer sollten unter Unterstützung des Wirtschaftsministeriums dem Braunkohle-Tagebau weichen, obwohl der wirtschaftliche Nutzen sogar einer eigenen Studie zufolge nicht erwiesen ist. Das ist in etwa die geistige Gesundheit eines Junkies, der eine Erkältung mit Heroin bekämpft.

Wir setzen beim Klima anscheinend auf ein „duales System“. Das kennt man vom Müll: Die eine Hälfte wird entsorgt, die andere recycelt. Diese Erde gehört anscheinend zur ersten Hälfte. Wo der recycelte Planet ist, ist unklar, aber die Raumfahrt ist bereits auf der Suche – wenn europäische Raketen nicht schon beim Start scheitern (wie im November geschehen).

Um das überkommene Geschäftsmodell des Landes zu stützen, befreit die GroKo Großkonzern-Aktionäre von Milliardenzahlungen, die der Steuerzahler übernehmen darf. Deutschland leistet Sterbehilfe für aus der Zeit gefallene Industrien. Es grenzt an ein Wunder, dass neben Braunkohle und Diesel nicht auch noch Dampfloks subventioniert werden. Die fossile Begeisterung unserer Regierung ist so ausgeprägt, dass sich die Frage stellt, ob Wirtschaftsminister Altmaier nicht nebenher einen schwunghaften Handel mit Dinosaurier-Knochen betreibt?

Mit den Rezepten von gestern in die Welt von morgen zu starten, war allerdings bislang in den seltensten Fällen ein Erfolgsgarant. Aber wer weiß, vielleicht fällt Deutschland wirklich noch mal mit einer zukunftsweisenden Energiepolitik auf – wahrscheinlich an jenem Tag, an dem der Papst zum ersten Mal Hosen trägt…

Warum wir nach dem Klicken einsammeln!

Groß war die Wut auf die Parfümerie Douglas, die vor ein paar Tagen einige ihrer Filialen offenhielt mit der Begründung, dank des Vertriebs von Körperpflegeprodukten, Parfüms, Make-Ups und Hygieneartikeln seien sie eigentlich eher eine Drogerie… Ein Wunder, dass andere Geschäfte die Strategie nicht sofort kopierten: Baumärkte verkaufen Nutzpflanzen für die Ernte auf dem Balkon und sichern insofern die Ernährungslage der Bevölkerung. Waffengeschäfte sorgen dafür, dass man sich in diesen harten Zeiten auch mal selbst ein Wildschwein schießen kann. Und Bordelle vertreiben ja schließlich auch Körperpflege, Parfüms, Make-Up und Hygieneartikel…

Mittlerweile machen auch die Douglas Parfümerien nur noch, wie die meisten Einzelhandelsgeschäfte, „Click and Collect“. „Click and Collect“, oder wie es unter jüngeren Menschen heißt: „Tinder-Date“. Das Aufregende: mit Click und Collect fühlt sich ein einfacher Blumenkauf wie eine kriminelle Handlung: Man ruft an, bestellt, klingelt maskiert an der Ladentür, erhält von einem weiteren Maskierten die bestellte Ware und hofft auf dem Nachhauseweg, nicht von der Polizei angesprochen zu werden…

Click and Collect, also „Bestellen und Einsammeln“, ist allerdings keine „Sammelbestellung“. Letztere besteht aus mehreren, gemeinsam bestellten Artikeln. Die alle zu einer verschiedenen Zeit nicht zugestellt werden, so dass man jeden Tag bei der Post einen abholen darf. Wobei jedes Mal eine Dreiviertelstunde Warten in der Kälte vor der Ausgabestelle bedeutet. Was zu einem fetten Husten führt, der in einer zweiwöchigen Quarantäne resultiert. Also „Xmas Alone at Home“. Oder zu gut deutsch: Verklickt und versemmelt.

Vielleicht ist das die wahre Menschheitsgeschichte: Aus Jägern und Sammlern wurden Feldbesteller und in Dörfern Versammelte. Daraus entstanden „in Städten Versammelte“ und Katalog-Besteller, dann die heutigen Klicker und Einsammler, und morgen: Verklickte und Versemmelte. Das kommunistische Manifest des 21. Jahrhunderts beginnt dann mit: Verklickte aller Länder – versemmelt euch!

Warum wir eine neue Währung haben!

Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist es bereits zu spät. Zu spät, um noch einen zu ergattern. Jetzt gibt es keinen mehr: Keinen Friseurtermin! Die Prä-Lockdown-Tage waren geprägt von einem regelrechten Run auf die immer rarer werdenden Frisur-Rettungs-Aktionen. Wer heute noch keine präsentablen Ziegel auf dem Dachgeschoss hat, wird mit dem Desaster überwintern müssen. Legen Sie sich schon mal eine passende Story zurecht nach dem Motto: „Langhaarfrisuren waren schon immer mein Ding…“

Der Wochenanfang war das Geschäft des Jahres für die Friseure, die ab heute zu sind. Clevere Geschäftsleute werden sich bereits am Freitag die letzten freien Termine gesichert und sie auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preisen verkauft haben. Kleine Modellrechnung eines entgangenen Geschäftes: Hätte man sich landesweit 1 Million Friseurtermine für die letzten Tage gesichert und die mit einem moderaten Profit von 10 Euro pro Haarschnitt verkauft, könnte man dem Fest sehr entspannt entgegen sehen.

Aber ist das Geschäft damit wirklich vorbei? Vermutlich nicht. Friseurtermine vor Weihnachten sind die neue Währung. Wer eine bekloppte Frisur hat, dem ist der Kontostand zweitrangig. Neben dem Frisur-Schwarzmarkt wird es eine „graue Terminbörse“ geben: „Tausche Friseur-Termin gegen 4-Zimmer-Wohnung“. Im Görlitzer Park werden Passanten in den kommenden Tagen nicht mehr mit „brauchste Hasch?“ angesprochen, sondern mit „brauchste Haarschnitt?“.

In Hinterhof-Wohnungen treffen sich anschließend unbeobachtet zwei Fremde, einer mit überlangen Haaren, der andere mit Schere. Beim freundlichen Plausch unter Freunden aus nicht mehr als zwei Haushalten schneidet zufällig der eine dem anderen die Haare. Anschließend leiht der Beschnittene dem Schneidenden etwas Geld. Unbegrenzt und ohne Rückzahlverpflichtung. Wer kann da Böses vermuten?

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man in der Vorweihnachtszeit einen Haarschnitt verschenkt. Schließlich heißt das englische Wort für „Lockenkürzung“, also „Hair-Cut“ in einer weiteren Bedeutung: „Schuldenschnitt“…

Wie wir dem Virus an die Gurgel gehen!

Das Corona-Virus verändert uns. Nach der sehr emotionalen Ansprache von Angela Merkel fragen sich viele, warum erst eine Pandemie nötig war, damit sie lernt, ihre Gefühle zu zeigen? Ein erster Therapie-Erfolg des Virus. Viele weitere wird es laut Gesundheitsminister Spahn nicht geben, denn jetzt geht es dem Virus an die Gurgel. Durch Gurgeln! Denn durch Gurgeln kommt das Virus nicht mehr aus der Gurgel raus… Jetzt kommt also der Gurgel-Knast für das Virus, gewissermaßen „Höllenknast Alcatraz“ durch „Alka-Seltzer“…

Was sich auf den ersten Blick ausnimmt wie ein später Sieg von Donald Trump, der das Virus durch die Einnahme von Desinfektionsmitteln eindämmen wollte, macht auf den zweiten Blick natürlich Sinn: Wenn alle Deutschen zwei Wochen lang täglich 16 Stunden gurgelten, wäre nicht nur der Mundgeruch besiegt – sondern auch die Pandemie! Man könnte sogar die Geschäfte offenhalten, denn wer gurgelt, kann in dem Moment keine Viren übertragen… Bei Homer heißt es noch: „Welch Wort entfloh dem Gehege deiner Zähne?“ Der Gurgelnde kann jedoch sagen: Kein Virus entflieht mehr dem Gehege deiner Zähne!

Anscheinend jedoch lässt sich die Virenlast durch Gurgeln tatsächlich deutlich reduzieren. Auch die Gedankenlast lässt sich durch Gurgeln reduzieren – versuchen Sie mal, mit zurückgelegtem Kopf und Gurgellösung im Rachen etwas anderes zu denken als „Gggggrrrrrr“. Aber: Während Gurgeln die Virenlast reduziert, erhöht der Einkauf des Mundwassers die Einkaufslast!

Wenn es nach Spahn geht, heißt die Devise trotzdem ab sofort: Reden ist Silber, Gurgeln ist Gold! Gurgeln wird zum ultimativen Liebesgeschenk: „Gurgelst du wegen deines Mundgeruchs?“ „Nein, um Opas Leben zu retten.“ Und vielleicht erleben wir dieses Jahr ein Weihnachten, an dem wir statt unterm Christbaum zu singen einfach unterm Weihnachtsbaum gurgeln – in den meisten Fällen dürfte das sogar deutlich besser klingen!

Warum wir jetzt Glühwein trinken!

Glühwein – einst jenes Bastard-Baby von Alkohol und Zucker, das Berliner Szene-Bars und angesagte Kneipen verächtlich in die hinterste Ecke des Weihnachtsmarktes verbannten, ist auf einmal das angesagte Getränk der Saison. War Glühwein früher das Einzige, was Papi noch AUF dem Weihnachtsmarkt blieb, so ist er heute das Einzige, was Papi noch VOM Weihnachtsmarkt bleibt. Um einen kümmerlichen Rest vorweihnachtlicher Gemütlichkeit zu erhalten, schenken auf einmal alle „Glühwein zum Mitnehmen“ aus. Oder – wie es wahrscheinlich auf „Szene-Deutsch“ bei Starbucks heißt: „Hot Spicy Sugar Topped Wine to Go“.

Natürlich darf man den Glühwein nicht in weinseliger Intimität genießen, sondern nur in sicherer Entfernung vom Bezugspunkt. Clevere Marketing-Strategen erfanden daher den „Glühwein-Spaziergang“. Ganz clevere erfanden sogar ein „Glühwein-Taxi“ – auch der „Drogen-Kurier“ ist eben nicht mehr das, was er mal war…

Dummerweise verleitet der Genuss des alkoholischen Zuckertranks dazu, den Glühwein-Spaziergang“ gern mal in einen „Glühwein-Spazierstand“ zu verwandeln. Mit drastischen Konsequenzen: Tumulte in Heidelberg mit 200 unmaskierten Trinkern, wüste Szenen bei ähnlich gearteter „Glühwein-Wanderung“ in Köln – wer hätte gedacht, dass Glühwein mal zu den harten Jungs der Drogenszene aufsteigen würde?!

Der Zuckertrank hat es sogar zum Politikum geschafft: während die einen über ihn „lauterbachen“ und seinen kontaktfreudigen, maskenbefreiten Konsum am liebsten auf eine Stufe mit versuchtem Totschlag stellen möchten, sehen andere in ihm eine letzte Bastion von „Normalität“ und „Weihnachtsmarktgemütlichkeit“. Wobei es natürlich auch einiges über den derangierten Zustand einer Gesellschaft aussagt, wenn ein zucker-klebriges Leicht-Alkoholikum es dermaßen in die Schlagzeilen schafft.

Da freut man sich lieber auf Silvester – wenn die Skandale eher zischen und krachen als beduseln.

Chin wieder im BR …

Steuerfahnder Siegmund von Treiber ist wieder unterwegs in Berlin und niemand ist vor dem fanatischen Finanzbeamten mit Hang zu schlechter Laune sicher.

Auf seiner Mission findet er die Absurditäten und Kuriositäten unseres Wirtschafts- und Finanzsystems und deckt auf:

Donnerstag um 21 Uhr im BR

Warum wir Amazon alles geben!

Was kann es Schöneres geben, als die immer brutalere vorweihnachtliche Geschenke-Einkaufs-Schlacht zu vermeiden? Das wird ja gerade sogar von der Regierung empfohlen: Zu Hause bleiben, ein Held sein – und bei Amazon bestellen…

So kann man den geforderten Patriotismus des Einkaufens bequem outsourcen und zeitgleich den Groß-Kapitalismus stärken. Und den Stress auf Lager-Arbeiter erhöhen. Im Vergleich mit Amazon-Angestellten hatten römische Sklaven anscheinend ein relativ ruhiges Leben – sie konnten noch in Ruhe auf Toilette gehen, ohne dass irgendein Algorithmus sie anschließend feuerte. Zugegeben: Sklaven waren unkündbar – ein bisschen wie Beamte, nur ohne Pensions-Ansprüche. Freizeit hatten Sklaven auch nicht – was durchaus seinen Charme hatte. Besonders, wenn man sieht, was Beamte wie Björn Höcke in ihrer Freizeit so alles machen…

400 Parlamentarier weltweit haben jetzt einen offenen Brief an Amazon verfasst, in dem sie Jeff Bezos auffordern, seinen Konzern sozialer und umweltfreundlicher zu machen. Immerhin gibt es auch hierzulande immer noch keine Tarifverträge für die Angestellten des Konzerns, weil Amazon findet, dass Gewerkschaften nicht zur „Kunden-Besessenheit“ des Konzerns passen. Erstaunlicherweise erfüllt „Kunden-Besessenheit“ nicht den Strafbestand des Stalkings, obwohl Amazon uns mehr auf die Pelle rückt als viele Ex-Partner.

Jeff Bezos, Amazon-Gründer und reichster Mann der Welt, nimmt derweil das viele Geld, das der Einzelhandel jetzt nicht mehr hat, und schießt es ins All. Mit seiner Weltraum-Gesellschaft „Blue Origin“ und Raketen, die jeden „Phallus-im-Weltraum“-Wettbewerb spielend gewinnen. Nebenher möchte er auch was für die Umwelt tun, es darf nur den Profit von Amazon nicht beeinträchtigen. Den braucht er schließlich, um in den Orbit der Erde zu gelangen. Vielleicht, weil man von dort Steuerschlupflöcher noch besser erkennen kann – denn im Vergleich zur Amazon-Steuervermeidung ist sogar Donald Trump ein trotteliger Staatskassen-Unterstützer.

Vielleicht sollten wir doch noch einmal in die Geschenke-Schlacht ziehen…