Autor: Pia Ratajczak

Warum Olaf Scholz Bundeskanzler wird!

„Habemus Kanzlerkandidat!“ Da sag noch einer, die Handlungsfähigkeit der SPD sei so runtergekommen wie ihr Image. Weit gefehlt! Zack – da wurden die anderen Parteien überrollt mit einer Personalie, die viele schon so abgeschrieben glaubten wie eine denkmalsgeschützte Immobilie: Finanzminister Olaf Scholz, ein Mann, den keiner mehr auf dem politischen Schirm hatte. Und damit sind wir auch schon bei der Kampagne, die ich jetzt für die SPD entwerfe: der Schirm! „Schirm“ hat im Gegensatz zur Sozialdemokratie im Augenblick ein sehr positives Image. Es erinnert an Rettungsschirm, an Sicherheit, an einen Staat, der sich kümmert. Es erinnert auch an den einzigen anderen Finanzminister, der jemals Bundeskanzler wurde: Helmut Schmidt – bekannt für seine Schirmmütze!

Genau hier muss die Kampagne ansetzen. Olaf Scholz ist der geistige Nachfolger von Schmidt – der einzige Kanzler, dem die Deutschen (wenigstens nach seiner Abwahl) immer die Treue hielten. Schritt für Schritt muss Scholz immer „schmidtiger“ werden – weg vom „Scholzomat“, hin zu Schmidts Schnauze. Wir brauchen jetzt coole abgewandelte Zitate, sowas wie: „Adenauer hatte vier Silben, Kiesinger drei, Merkel zwei – die Bundeskanzler werden immer einsilbiger“.

Ein Kanzler Scholz ist gewissermaßen nur noch eine Sturmflut (die hat SPD-Kanzlerkandidaten immer gut getan, siehe Schröder und Schmidt) entfernt – und seit der andauernden Wahl von Angela Merkel ist klar: Inhalte werden total überschätzt. Es geht um Bilder im Kopf. Scholz tritt ab sofort nur noch mit Schirmmütze auf – und mit Zigaretten. Helmut Schmidt soll ja der Sage zufolge nach seinem Ableben in die Hölle gekommen sein, wo der Teufel ihm einen Wunsch frei gab: „Wirklich alles, Herr Schmidt, Sie können sogar in den Himmel!“ Darauf der Altbundeskanzler: „Haben Sie mal Feuer?“

Wenn Olaf Scholz so viel Kette raucht, dass er durch die von ihm selbst erhöhte Tabaksteuer die Staatsschulden im Alleingang tilgt – steht seiner Kanzlerwahl nichts mehr im Weg!

Warum unser Geld nicht sicher ist!

Viele Deutsche fragen sich in diesen angespannten Zeiten verzweifelt: Was tun gegen Schlafstörungen? Verzweifelt probiert man alles aus: Zählt bis drei – oder manchmal auch halb vier…; liest das Kleingedruckte einer Reisegepäckversicherung in der Hoffnung, wenn schon nicht vor Langeweile umzukommen doch wenigstens todmüde zu werden; oder man stellt sich eine riesige Schafherde vor und merkt dann verschreckt, dass es sich dabei um die große „Corona-Gegner“-Demo vom Wochenende handelt…

Letztlich hilft nur ein Job bei der BaFin. Das heißt nämlich nicht „Bundes-anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“ – es steht für „Bundes-Anästhetikum Finanzen“ und ist eigentlich ein Betäubungsmittel: Wenn es ums Überprüfen dubioser Finanzpraktiken geht, schläft die BaFin tief und fest. Ab und zu wird sie aufgeschreckt aus ihren Träumen, weil böse, meist ausländische Menschen fiese Dinge über deutsche Firmen sagen. Etwa dass eion Betrieb mit dem schönen Namen „Draht-Karte“ (Wirecard) Bilanzfälschung im ganz großen Stil betreibt. Dann ist das „Bundesanästhetikum Finanzen“ schwer aufgebracht, dass der wohlverdiente „Power-Nap“ so rüde unterbrochen wurde. Der Störenfried wird strafrechtlich verfolgt, um zu verhindern, dass der Schönheitsschlaf der deutschen Finanzbranche nochmal gestört wird.

Um wieder einschlafen zu können, geht das Bundes-Anästhetikum (BaFin) dann zu einer großen Wirtschaftsprüfungsfirma. Etwa EY, die früher als „Ernst & Young“ den Lehman Brothers noch bis in den Finanzcrash hinein saubere Buchführung bescheinigte. Da sah die Firma echt alt aus und wollte nicht mehr „jung“ (Young) heißen. Weil EY wie die anderen „Big Four“ der Wirtschaftsprüfungsunternehmen nebenher auf gute Beraterjobs bei guten Kunden spekuliert, ist man meist nicht allzu nörgelig und schickte die BaFin mit sauberen Wirecard-Testaten jahrelang wieder in den Tiefschlaf.

Einige Kritiker meinen, dass bei den großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen durch die Zwitterkonstruktion „Beratung und Prüfung ebenjener Beratung“ massive Interessenkonflikte bestehen und man so nicht nur den Bock zum Gärtner sondern gar pädophile Priester zum Kindergärtner macht… Das „B-anästh.Fin“ aber schläft selig weiter. Deutschland hat auf diese Weise keine funktionierende Finanzdienstleistungsaufsicht. Dennoch ist die Strategie erfolgreich: Mittlerweile schlafen auch Wirecard-Anleger wieder wie Babys – sie wachen jede Stunde auf und weinen!

Warum wir gegen Corona sind!

Eine Seuche beherrscht die Welt. Verzweiflung bricht aus. Wahrscheinlich ein jüdisches Komplott zur Vernichtung des Abendlandes… Nein, ich rede nicht von Corona. Sondern von der Pest im Mittelalter. Die Ähnlichkeit ist zufällig… Hätte sich allerdings jemand im 14. Jahrhundert erdreistet, zu behaupten, die Krankheit wäre durch ein kleines unsichtbares Teilchen verursacht, welches sich durch mangelnde Hygiene überträgt – seine Chance auf „Radieschen von unten“ wäre stark gestiegen. Noch heute fällt es vielen Menschen schwer, daran zu glauben.

Am Wochenende trafen sich in Berlin Tausende dieser Ungläubigen. Sogenannte „Corona-Gegner“. Was für ein bescheuertes Wort. Schließlich gibt es kaum Menschen, die Corona toll finden und ähnlich dem „Apple Hype“ an „Corona-Super-Stores“ anstehen, um das neueste Virus zu erwerben… Außer interessanterweise Menschen, die händchenhaltend ohne Hygieneschutz gemeinsam gegen Corona-Maßnahmen anschreien und dadurch fröhlich das Virus verbreiten, gegen das sie vorgeblich sind…

Natürlich nervt Maskentragen. Noch mehr nervt sogar ein neuer Menschenschlag von „Masken-Faschos“, die jeden aggressiv beschimpfen, dessen Maske ein wenig verrutscht ist. Am allermeisten aber nerven Menschen, die ohne belastbare Beweise zu wissen glauben, dass Hygiene-Maßnahmen ein Instrument zur Aushebelung der Demokratie und zur Errichtung einer Bill-Gates-Diktatur sind…

Sicher – nicht alle Hygiene-Maßnahmen ergeben Sinn. Warum muss ich im Restaurant eine Maske tragen – am Tisch aber nicht? Warum muss ich in Spanien auf der Straße eine Maske tragen – aber am Strand nicht? Warum dürfen Flieger vollbesetzt sein – Theater aber nicht? Gibt es wirklich eine Übersterblichkeit durch Corona? Es gibt nicht immer befriedigende Antworten. Das muss man aushalten. Leider ist die Kunst des Nichtwissens stark auf dem Rückzug. Da lobe ich mir Ekel Alfred, der schon in den 70ger Jahren wusste: „Wenn man keine Ahnung hat – dann hält man bescheiden die Schnauze!“

Warum wir rassistischer werden müssen!

Ein Begriff dominiert in der Rassismus-Debatte: „Bio-Deutscher“. Bio klingt nach Bioladen, Bio-Lebensmittel, Bio-Landwirtschaft. Der Bio-Deutsche ist der reine Deutsche, nicht verdorben durch Glyphosat – wie diese ganzen Migrantenbälger, die analog zur konventionellen Landwirtschaft folgerichtig „konventionelle Deutsche“ heißen müssten.

Wo es Bio-Deutsche gibt, gibt es natürlich auch „Demeter-Deutsche“. Das sind dann die ganz reinen Deutschen. Getreu dem geistigen Vater der Demeter-Landwirtschaft, Rudolf Steiner (auch ein ausgewiesener Rassist), ist der Demeter-Deutsche Abkömmling edler, blonder Germanen, die „biologisch-dynamisch“ in gesunden, deutschen Wäldern im Einklang mit der Natur hausten.

Es wird Zeit, den Rassismus einfach mal zu Ende zu denken. Dankenswerterweise macht die Stuttgarter Polizei das Thema „Stammbaumforschung“ wieder hoffähig. Vielversprechende Ansätze der Stammbaumforschung gerieten ja nach 1945 in Vergessenheit. Insofern ist es ein Glück, dass auch die AfD „ausmisten“ (Markus Frohnmaier, AfD) möchte, wenn sie „an die Regierung kommt“. Leider sind auch in den Reihen der AfD zu viele „konventionelle“ oder „Bio“-Deutsche, die dem neuen „Demeter-Deutsch-Reinheitsgebot“ nicht genügen.

Denn die Demeter-Deutschen wurden durch Ausländer verunreinigt. Als erstes waren es Kelten – also Gallier, Franzosen und Froschfresser. Dann kamen Slawen, also Ost-Ossis, Polen, Litauer, Russen und wie die Autodiebe sich sonst noch so nannten. Seither wurden die Wälder gerodet, die deutsche Natur zurückgedrängt, der deutsche Geist verkrüppelt, die Bevölkerung „ausgetauscht“.

Es wird Zeit, gründlich „auszumisten“. Stammbaumforschung in Kombination mit Gen-Tests muss zeigen, wer in Deutschland bleiben darf. Sicherlich wird es Menschen geben, die nur 50, 60 oder 70 Prozent Demeter sind. Da gibt es Ausnahmeregelungen, also ein Bleiberecht, wenn sie sich von unreinen Anteilen trennen: denkbar wäre eine Hand, ein Arm oder ein Bein. Grenzfälle (zwischen 40 und 50 Prozent Demeter-Deutsch) könnten auch beide Arme und Beine verlieren…

Endlich sind die Demeter-Deutschen dann unter sich. Alle 29 von ihnen. Die Natur erholt sich. Die Wälder gesunden. Deutschland den Demeter-Deutschen!

Warum wir die Reichen schützen müssen!

Vor einiger Zeit traf ich im Zug einen alten Bekannten. Einen Multimillionär. Er schein am Boden zerstört und stammelte nur: „Steuer!“ Die Erbschaftssteuer gefährde seinen Betrieb, und damit letztlich auch ganz Deutschland.

Nun habe ich ein großes Herz für Narzissten. Eine Vielzahl von Studien belegt allerdings, dass die Vermögens-Verteilung in Deutschland eine der Ungerechtesten der Welt ist. Und dass Deutschland ein Steuerparadies für Vermögende ist. Sogar die turbokapitalistischen USA generieren fünf Mal mehr an Vermögensabgaben (gemessen am BIP) als die Bundesrepublik!

Leider steigt die Lebenszufriedenheit nicht mehr an, wenn man mehr als etwa 60.000 Euro im Jahr verdient. Multimillionäre schießen also weit über das Ziel hinaus – mit drastischen Konsequenzen. Der Multimillionär Alexander Falk (Stadtplan-Falk-Erbe) etwa muss jetzt in den Knast, weil er einem gegnerischen Anwalt ins Bein schießen ließ. Eine fast artistische Leistung: So kann man sich durch einen Schuss ins fremde Bein selbst ins Knie ficken!

„Aber eine Vermögenssteuer vernichtet Arbeitsplätze!“ schallt es gern aus den Betroffenen-Villen. Weil viele große Vermögen in Deutschland in Familien-Unternehmen stecken, müssten diese Arbeitnehmer entlassen, um die Steuer zu bezahlen. Nun heißt es allerdings „Arbeitnehmer“ und nicht „Geisel“. Unternehmen entlassen, wenn sie nicht mehr profitabel sind. Und nicht, um sich am Staat zu rächen. Zumal es Steuerzahlungs-Modelle gibt, die Unternehmen nicht direkt belasten.

Was das Erbe angeht: Wie viele Familien wären heute noch intakt und nicht bitter verfeindet, wenn es nichts zu erben gegeben hätte? Stichwort Aldi… All das wollte ich ihm eigentlich sagen. Doch dazu kam es nicht. Er ließ mich nicht einmal zu Wort kommen. Als wir uns verabschiedeten, meinte er: „Es war so schön, diesen Dialog mit dir zu führen…“ Wie gesagt: Ich habe ein Herz für Narzissten.

Warum Europa Extraschichten macht!

Ein Bankier erschlägt Kundin mit Münzstrumpf – jetzt steht er vor Gericht in Wien… Als ich das las, dachte ich: Endlich mal ein Banker, der weiß, welche Waffe sich für einen Finanzgauner gehört! Und in seltener Ehrlichkeit seinen ruinierten Kunden nicht mehr bettelarm weiterleben lässt – so wie andere Finanzprodukt-Räuber das gerne tun.

Zwar wurde beim jüngst beendeten Brüsseler EU-Gipfel niemand mit einem Geldstrumpf erschlagen – Versuche gab es im übertragenen Sinne trotzdem. Denn die Länge des Gipfels hatte auch mit der Kleingeistigkeit einiger der Beteiligten zu tun. Die gute Nachricht ist: Diesmal waren nicht die Deutschen die Blockierer. Sondern eine Gruppe von Regierungschefs, die sich (zu Unrecht) die „Sparsamen“ (Niederlande, Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland) nennen. Bedrückender Weise alles Nationen, die man im weitesten Sinne als Germanen einordnen muss, deren Beherrschung der deutschen Sprache in den letzten Jahrhunderten dermaßen litt, dass sie irgendwann so tun mussten, als hätten sie eigene Identität und Sprache. Bis auf die Finnen, von denen niemand weiß, woher sie kommen und was sie wollen. Was nicht weiter verwundert bei einer Nation, für die nur „Sauna-Aufgüsse“ noch wichtiger sind als „Gummistiefel-Weitwurf“ und „Eislochbaden“…

Gerade die Niederlande und Österreich, die in Teilbereichen Steuerparadiese sind und damit Parasiten am Wohlstand anderer Nationen, enttäuschen mit ihrem Geiz. Schließlich haben die Südländer unter anderem deshalb so hohe Bilanzdefizite, weil sie dem Norden auch noch den letzten Mist abkaufen. Lässt man gute Kunden am ausgestreckten Arm verhungern, ist das eigene Ende vorprogrammiert. Es erinnert ein wenig an ein Ehepaar, das keine Kinder kriegt, um das Erbe nicht teilen zu müssen…

Das musste auch der Wiener Banker schmerzlich lernen: Tote Kunden eröffnen keine neuen Konten!

Warum Google die Weltherrschaft erringt!

Mein SMS-Chatverlauf wird immer internationaler. Ich bin schwer beeindruckt, in welchen Sprachen ich kommuniziere. Neuerdings sogar auf Polnisch. Nun bin ich des Polnischen nicht wirklich mächtig, aber es gibt ja den Google Übersetzer. „Wann kommst du? Wir freuen uns auf dich!“ schreibe ich einer polnischen Bekannten, und um sie zu beeindrucken, jage ich diesen Satz durch Google Translate. Genau wie ihre polnische Antwort, welche übersetzt lautet: „Ich komme 13 Stunden!“

Ich hoffe, dass sie nicht ganz so lange bleibt und dass das Programm „um 13 Uhr“ meint – leider scheint also auch Google des Polnischen nicht wirklich mächtig, was ich als Pole eine ziemliche Sauerei fände… Überhaupt scheint Google mit dem Erlernen von neuen Sprachen ähnlich lustlos umzugehen wie ich mit dem Erlernen von Computersprache – mit dem Unterschied, dass ich kein Übersetzungsprogramm für Java anbiete. Neben Polnisch hat Google dem Vernehmen nach auch keine Lust auf Spanisch, Englisch oder Chinesisch zu haben. Oder jede andere Sprache. Wie sonst käme es zu folgenden Übersetzungsfehlern: Auf einer Speisekarte der Kanaren wird „Spanisch Reis mit Zollbeamter“ angeboten. Chinesische Schilder bieten hanebüchene Übersetzungen: Die Behindertentoilette heißt „Toilet for deformed“ – die „Deformiertentoilette“ und die Speisekarte bietet „Fuck the duck until explode“ (die Ente bis zur Explosion begatten…)

Auch deutsche Unternehmen haben manchmal ein schlechtes Händchen mit Übersetzungsprogrammen. Die Stellenanzeige für einen „Baustellenleiter“ inseriert nach „Erection Supervisor“. Und die Anfrage an einen englischen Reiseanbieter „Kann man die Reise auch mit Führer buchen?“ wird beantwortet mit: „It is not possible to book a trip with Herr Hitler…” Und da ist es wiederum völlig in Ordnung, dass meine polnische Freundin nur 13 Stunden bleiben möchte…

Warum wir die Kamele heilen müssen!

In Saudi-Arabien eröffnet jetzt ein neues Kamel-Krankenhaus. „Sieh an,“ dachte ich, als ich das las, „endlich kümmert sich auch mal jemand um die vielen Kamele. Hat dieses Krankenhaus eigentlich auch eine psychiatrische Abteilung?“ Wie schwer wog dann meine Enttäuschung, als sich herausstellte, dass die Klinik tatsächlich Dromedare behandelte, die in Arabien als Rennkamele mehrere Millionen Euro wert sein können.

„Was ist mit den anderen Kamelen?“ fragte ich mich. „Müssen die weiter unbehandelt durch die Gegend laufen?“ Etwa die türkischen Richter, welche den Journalisten Deniz Yücel jetzt zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilten – mit einer derart an den Haaren herbeigezogenen Begründung, dass Münchhausens Lügenmärchen im Vergleich wie eine Dokumentation wirken. Oder das türkische Oberkamel in Ankara – warum muss das weiterhin unbehandelt an seiner narzisstischen Störung leiden?

Kamele waren in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Sie besetzen mittlerweile Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Politik. Aber nicht nur dort werden sie gesichtet. Am Ballermann auf Mallorca sind vermehrt Kamele aufgetaucht, die ohne Maske und Sicherheitsabstand Party machten. Kamele auch in der polnischen katholischen Kirche, welche die Errichtung „schwulen-freier Zonen“ vorantreibt und dabei völlig vergisst, dass es ohne Schwule (gerade im antiken Griechenland) keine Wiege der Zivilisation gegeben hätte. Sogar die Kontrollinstanzen der hessischen Polizei scheinen von Kamelen unterwandert. Wie sonst kann es sein, dass die Computer jeden dahergelaufenen Rechtsextremen mit Informationen versorgen, solange er nur das richtige Nazi-Kamel kennt. Das Potential für eine Kamel-Klinik ist gigantisch.

Und dann ist da noch Donald Trump, der selbstredend in keiner Kamel-Liste fehlen darf. Natürlich weiß ich, dass dieser Vergleich zutiefst unfair ist. Auf der einen Seite ist da ein dumpfes, ahnungsloses Tier ohne jegliche Peilung– und auf der anderen Seite das Kamel…! Letzterem kann man eigentlich nur vorwerfen, dass es Menschen nicht häufig genug anspuckt…

Warum Milchprodukte uns überleben!

In der Tiefsee fanden Forscher jetzt eine Quark-Verpackung von vor 30 Jahren – komplett erhalten! Was werden Außerirdische, welche die Erde lange Zeit nach dem Ende der Menschheit besuchen, noch von unserer Zivilisation vorfinden? Quarkpackungen von Aldi! Was werden sie daraus schließen? Vielleicht: „Jaja, die Menschheit – irgendwie kam sie nicht aus dem Quark!“

Schon Goethe wusste: „Getretener Quark wird breit, nicht stark“ – und der geneigte Beobachter ist schockiert, dass der große Dichter schon vor 200 Jahren Internet vorhersah! Die Bedeutung des Quarks wurde lange Zeit komplett unterschätzt. Schließlich besteht alle Materie letztlich nur aus Quark. Genauer gesagt Quark im Plural, also Quarks. Quarks sind winzige Elementarteilchen. Sie unterteilen sich in Quarks und Anti-Quarks. Anti-Quark… bereits bei der Entstehung des Universums standen also Veganer auf der Matte…Welche die Quarks nervten mit irgendwelchen hinterfotzigen Sprüchen wie: „Wusstest du, dass Milch den Darm komplett verklebt?“ Vermutlich sorgten die Anti-Quarks dafür, dass die Quarks dann reguliert wurden. Jedenfalls besteht ein Proton – immerhin einer der Bestandteile eines Atoms – aus zwei Up-Quarks und einem Down-Quark. Ich stelle mir vor: Up-Quarks sind noch gut drauf und machen Party, während ein Down-Quark das Gegenteil tut. Vielleicht weil beim das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Down-Quarks finden wir auch im Internet. Attila Hildman etwa, der als Veganer natürlich gleichzeitig ein Anti-Quark ist und somit Einsteins „Relativität der Gleichzeitigkeit“ eindrucksvoll beweist. Sogar ein Anti-Quark kann also ganz viel Quark verbreiten.

So straft dann der „Tiefsee-Quark“ auch die Bibel Lügen: Am Anfang war nicht das Licht, sondern Quark. Am Ende ist nicht das Jenseits, sondern auch nur Quark! Und in der Mitte, wie diese Zeilen beweisen… Quark!

Warum wir nie was von der Provision sehen!

Seit einiger Zeit ist im Versicherungswesen ein „Provisionsdeckel“ im Gespräch. Allein das Wort: Deckel! Das klingt schon mal mies, so nach Mietdeckel, einen auf den Deckel kriegen, gedeckelt sein, die Decke fällt auf den Kopf – und weil es so mies klingt, kämpft jetzt auch die FDP dagegen, weil es in einem freien Land nun mal keine Deckel geben darf, außer für alte Damen mit Hut. Schließlich braucht jede Schachtel einen Deckel. Haha.

Doch warum wollen die anderen Parteien die armen Versicherer deckeln? Weil Provisionsverkauf im Bereich etwa einer Kapital-Lebensversicherung gewisse, nun ja, Interessenkonflikte mit sich bringt. Interessenkonflikte sind ein verbreitetes Phänomen: Wenn eine Frau sich das belanglose Gerede ihres zukünftigen Chefs anhört und lieber mit einer Freundin Kaffee tränke, hat sie einen Interessenkonflikt. Wenn ich Donald Trump gegenüberstehe und eine geladene Pistole in der Hand halte, habe ich einen Interessenkonflikt… Wenn ein begnadeter Verkäufer von einer Bank gut bezahlt wird und einem ahnungslosen Verbraucher Produkte unterjubelt, gegen die Wirecard-Aktien eine lohnende Geldanlage sind, dann hat auch er einen klitzekleinen Interessenkonflikt.

„Was ist eigentlich eine Provision“, frage ich einen Bekannten, der als „Strukki“ (Strukturvertriebler, eine Art legales Schneeballsystem für Versicherer) unterwegs ist. „Nun“, meint er nach einigem Nachdenken, „es kommt aus dem Lateinischen. ,Pro‘ heißt ,für‘ und Vision sollte klar sein. ,Für die Vision‘ also.“ „Für welche Vision?“ frage ich. „Für die Vision meines Porsche,“ sagt er lächelnd und startet per Bluetooth die Standheizung seines 911ers. „Ja, aber was habe ich als Verbraucher davon?“ möchte ich wissen. „Denk mal nach,“ meint er. „Pro-Vision. Vision heißt Sehen. Weil die Provision für den Vermittler ist, sieht der Kunde davon nichts. Außer mich im Porsche – ist das etwa kein schöner Anblick?“ In dem Augenblick ärgere ich mich, dass ich keinen Mülleimer-Deckel in der Hand halte. Aber dann hätte ich wiederum einen Interessenkonflikt…

Warum ich jetzt weiß, wie man ein Kind kriegt!

Neulich musste ich vor einigen Klinik-Untersuchungen einen COVID-Test machen. Die Schwester in der Charité befahl mir, den Kopf in den Nacken zu legen und stieß ein etwa 20 Zentimeter langes Watte-Stäbchen gefühlt einmal durch die Nase bis mitten ins Gehirn. Es tat verdammt weh. Noch schmerzhafter war nur ihr Kommentar: „Jetzt wissen Sie, wie es sich anfühlt, ein Kind zu kriegen – und das war nur ein halbes Kind!“

Um ehrlich zu sein habe ich noch nie das Bedürfnis verspürt herauszufinden, wie es ist, ein halbes Kind zu kriegen. Weder ein halbes noch ein viertel noch ein achtel Kind. Ich will noch nicht einmal wissen, wie es ist, ein 128stel Kind zu bekommen. Die meisten Männer haben nur ein sehr geringes Interesse an frauenspezifischen Erfahrungen, wie man schon an der mangelnden Begeisterung fürs Abwaschen merkt… Bevor ich jetzt in die Machokasse einzahle, möchte ich versichern, dass ich in meinem Leben schon viele Tausend mal abgewaschen habe – was meine Begeisterung allerdings auch nicht spürbar steigerte.

Wer weiß, ob Schwester „Rabiata“ (wie ich sie nenne) meine Bildung in dieser Hinsicht nicht weitertreiben möchte? Vielleicht lässt sie bei der Blutabnahme das Blut einfach laufen, bis ich nach einem Blutverlust von 3,5 Liter leicht anämische Tendenzen zeige, die sie dann kommentiert mit: „Jetzt wissen Sie, wie es ist, die Regel zu kriegen – und das war nur ne halbe Regel!“

Ich gerate ins Grübeln, ob ich der Schwester nicht im Gegenzug eine männerspezifische Erfahrung bescheren kann. Ich könnte beispielsweise eine an eine große Mausefalle angelehnte Konstruktion basteln. Wenn sie dann um die Ecke kommt (etwa mit dem Blutabnahme-Eimer), tritt sie auf einen Auslöser, der mithilfe einer Feder ein langes Holzbrett hochspringen lässt, das ihr vom Becken bis zur Nase an den Körper haut. Das kommentiere ich dann mit: „Jetzt wissen Sie, wie es ist, mit einer Morgenlatte an die Schlafzimmertür zu knallen – und das war nur ne halbe Latte…“