Autor: Pia Ratajczak

Warum wir kein Eis mehr brauchen!

Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ist für sieben Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, die reichsten zehn Prozent hingegen für über die Hälfte davon, sagt Oxfam. Ja, was hatten die denn erwartet? Dass die Reichen nur E-Autos fahren, aus dem Home-Office arbeiten und höchstens mal zum Yoga in den Garten gehen? Und wer kurbelt dann die Konjunktur an?

Zugegeben: Das Eis in der Arktis schmilzt schneller als in den hässlichsten Szenarien, aber kann man die reichsten zehn Prozent (und weltweit gehören wir Deutschen nun mal dazu) dafür verantwortlich machen, dass das Klima sich nicht an den Fahrplan hält? Was passiert denn mit der Lufthansa, wenn niemand mehr fliegt? Was mit BMW, wenn alle nur noch Tesla fahren? Und was wird aus der zweitgrößten Schweinefleisch-Exportnation, wenn alle nur noch vegane Smoothies inhalieren? Kann die Deutschland-Titanic dem Klima-Eisberg überhaupt noch ausweichen? Und an der Stelle ist es vielleicht ganz gut, wenn der Eisberg bereits geschmolzen ist…

Schließlich haben wir Deutschen unser gesamtes Geschäftsmodell auf eine größtmögliche Reduktion der Umwelt ausgerichtet, und in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts jeden ausgelacht, der irgendwas von nachhaltigen Technologien faselte. Da kann man jetzt doch nicht einfach CO2 um jeden Preis reduzieren! Das sollen lieber die machen, die sich ohnehin noch nicht an einen starken CO2-Ausstoß gewöhnt haben – schließlich sind die ja auch am stärksten betroffen, nicht wahr, Bangladesh?

Oder man beteiligt die ärmere Hälfte in einem fairen CO2-Handel: Jeder Mensch darf 2 Tonnen CO2 im Jahr verbrauchen. Wer mehr verbraucht, zahlt einen entsprechenden Ausgleich an die ärmere Hälfte der Menschheit… Damit auch die sich irgendwann Lufthansa-Flüge und BMWs leisten können – dann heißt es endlich: „Am deutschen Pesen soll die Welt verwesen…“

Warum wir ohne Arbeit gut leben können!

„Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können,“ sagte Friedrich Merz am Wochenende über die Verlängerung der Kurzarbeit in der Coronakrise. „Ah“, dachte ich bei mir, „da spricht der Vollblutpolitiker! Einer, der weiß, wie schnell man sich daran gewöhnt, ohne Arbeit zu leben.“ Obwohl Merz das natürlich vehement dementieren wird, und mir dann den berechtigten Vorwurf macht, ich hätte eben keine Ahnung, wie anstrengend es sei, so ein Privatflugzeug vollzutanken…

Komischerweise ist die Angst, dass man sich an ein Leben ohne Arbeit gewöhnt, nicht so wahnsinnig weit verbreitet. Die wenigsten Menschen denken auf dem Sterbebett: „Ich hab’s voll versemmelt – ich hätte mit mehr Arbeit leben müssen…!“

Es sind diese Art von Merz-Sprüchen, die beim Publikum den Verdacht wecken, sein Bewerbungsgespräch beim Finanzriesen „Blackrock“ sei etwa so verlaufen: „Was können Sie denn so, Herr Merz?“ „Äh, nix…“ „Tja, Sie haben Glück, es ist gerade ein Aufsichtsratsposten frei geworden…!“

Es gibt eine ganze Reihe von Wirtschaftszweigen, die daran gewöhnt sind, ohne Arbeit zu leben, etwa Banken… Um diesem Eindruck etwas entgegen zu setzen, sind einige von ihnen sehr aktiv geworden: Wie ein grade veröffentlichtes Datenleck belegt, haben diverse Großbanken für Groß-Kriminelle im großen Stil Geldwäsche organisiert – Groß und Groß gesellt sich scheinbar gern. Auch die Deutsche Bank war mit von der Partie, vermutlich aber nur, um sich noch mal „Groß“ zu fühlen, bevor sie wieder aufs Kerngeschäft reduziert wird – nämlich gewöhnungsgemäß ohne Arbeit zu leben.

Dabei wird Deutschland maßgeblich mitgestaltet von Menschen, die schon ihr ganzes Leben ohne Arbeit leben: reiche Erben! Da wird dann auch klar, was etwa Friedrich Merz von einem Kurzarbeiter unterscheidet – der Kurzarbeiter hat schon mal gearbeitet…

Warum wir Kanzler sind!

Als die Stuttgarter Polizei Ende Juni mit der Stammbaumforschung begann, um herauszufinden, ob bei einigen Krakeelern der Krawallnacht nicht doch ein heimlicher Migrationshintergrund vorlag, taten es ihr viele Deutschen gleich. Der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, fand auf diese Weise raus, dass er wahrscheinlich von Karl dem Großen abstammt. „Toll,“ wird der Armin gedacht haben, „Karl der Große, Donnerlüttchen! Das ist ja mal ne Empfehlung fürs Kanzleramt! Will nicht wissen, von wem der Markus Söder so abstammt. Heinrich der Löwe, mehr wird da nicht drin gewesen sein – und der Heinrich war nur Herzog, Über den man später herzog, weil er im Krieg nicht mitzog, und dann sein Herzogtum einzog.“

Damit offenbart der Laschet nicht nur seinen Migrationshintergrund (Karl wuchs in Frankreich auf) sondern auch seine genetische Abstammung von einem Völkermörder und Sachsen-Schlächter (5000 Sachsen wurden an einem einzigen Tag an der Aller geköpft). Doch noch jemand anders wurde hellhörig: ich! Auch mein Stammbaum geht auf Karl den Großen zurück. Ich bin zusätzlich mit Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen verwand, also allererste genetische Sahne, da kann der Jens Spahn einpacken mit seiner holländischen Oranje-Familie. Das wäre was: Der Armin und ich – Dream-Team Twenty-One!

Während ich vor meinem geistigen Auge schon unsere Doppel-Krönung vor mir sehe (Hallo, Reichsbürger, euer Traum wird wahr), gucke ich vorsichtshalber im Netz nach, ob wir nicht einen weiteren Nachkommen des großen Kaisers übersehen haben. Und siehe da: Es gibt in der Tat noch einen. Also, es sind, um ehrlich zu sein, viele. Sehr viele. Statistisch gesehen hat höchstwahrscheinlich jede*r Deutsche mit wenigstens einem deutschen Großelternteil Karl den Großen als Vorfahren! Eigentlich müssten also alle Deutschen als rechtmäßige Karls-Nachfolger dieses Land regieren… Am besten wäre eine Art kollektiver Team-Verwaltung – wie heißt das noch mal… Demokratie, richtig. Wie wäre es damit?

Warum die Wirtschaft Theater spielt!

Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Bank und einem Theater? Im Theater werden gute Schauspieler schlecht bezahlt… Seit Jan Marsalek für Wirecard sogar Schauspieler inklusive der Erstellung falscher Bank-Kulissen engagierte, um für die Wirtschaftsprüfer von EY das „Wirecard hat noch 1,9 Milliarden Euro auf den Philippinen rumliegen-Drama“ aufzuführen, dürfte sich die Bezahlung allerdings etwas verbessert haben.

Das Theaterspiel begleitet die Menschheit schon seit ihrer Entstehungsgeschichte – es drückt die Sehnsucht unserer Gattung aus, im Gespielten eine Wahrheit zu sehen, die tiefer geht als das was man gemeinhin „tägliche Mühsal“ nennt. Der Erfolg von Trash-TV ist allerdings der Beweis, dass es auch eine Sehnsucht nach Lügen gibt, die erheblich flacher sind… Dem dadurch gesenkten Standard guten Schauspiels ist es vermutlich zu verdanken, dass die Wirtschaftsprüfer sich so lange von Wirecard einlullen ließen.

Die Skandalfirma ist vielleicht ein besonders auffälliger Fall, aber dass man in der Finanzwirtschaft auf massenhaft Schauspielerei stößt, wird schnell klar, wenn ein Bankberater sagt, dass er ein „wirklich tolles Finanzprodukt“ habe. Einer Studie der Universität Zürich zufolge hängt das mit dem Job zusammen: 200 Banker wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe schwor man auf „Banker-Verhaltensnormen“ ein, die andere auf private Normen. Anschließend warfen alle unbeobachtet 10 Mal eine Münze und sollten anschließend sagen, wie häufig sie „Zahl“ erhielten. Dadurch konnten sie ihr Einkommen um bis zu 200 US-Dollar steigern. Resultat: Die Banker, welche zuvor mit den Normen der Bank geimpft wurden, logen im Schnitt 16 Prozent häufiger als die „Privaten“. Bei anderen Berufsgruppen wurde diese Verzerrung nicht beobachtet – allerdings wurden keine Politiker getestet…

So erklärt sich auch der Unterschied zwischen einer Psychiatrie und einer Bank – in der Psychiatrie ist wenigstens der Direktor geistig gesund!

Warum wir gewarnt sein sollten!

Vorgestern war „nationaler Warntag.“ Also, hätte… Hätte sein sollen. War aber nicht. Weil das mit dem Warnen anscheinend nicht so einfach ist. Gerade in Berlin, wo sämtliche Sirenen abgebaut sind, fiel es dem Alarm schwer – dabei hatte ich mich schon so drauf gefreut. Schließlich handelt es sich um den Sound meiner Kindheit. Jede Woche heulte es und wir mussten zu zweit das Klassenzimmer verlassen. Manchmal gab es auch Atombombenalarm, da durften wir uns unter den Tischen verstecken – die Älteren mussten sogar noch die Aktentasche über den Kopf halten, aber wir Jüngeren wussten, dass das Quatsch war. Nur Schulpulte schützen nachhaltig vor Atombomben…

Dabei gäbe es so viel, vor dem wir in Deutschland warnen sollten. Etwa vor der zunehmenden Gefühlskälte, die in ganz Europa zu der politischen Weigerung führt, die obdachlosen Flüchtlinge aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. Oder vor der sich ausbreitenden Ungleichheit der Vermögen. Oder dem schwindenden Vertrauen der Menschen zueinander. Oder vor der zunehmenden Desinformation, also der Verwirrung im Frontallappen des menschlichen Hirns.

Auf der Seite „dubisthalle.de“ fand ich folgende, bezeichnende Kommentarabfolge: Peter: „In der nördlichen Innenstadt war auch keine Sirene zu hören.“ Darauf ein User namens „Sachverstand“: „Es gibt in Halle keine einzige Sirene mehr.“ Peter: „Ja, aber in der nördlichen Innenstadt war keine zu hören.“ Sachverstand: „Deshalb, weil es im Stadtgebiet KEINE mehr gibt.“ Peter: „Die nördliche Innenstadt gehört zum Stadtgebiet.“ Sachverstand: „Eben und im GESAMTEN Stadtgebiet gibt es KEINE EINZIGE SIRENE mehr. Ist das so schwer zu begreifen?“ Peter: „Aber es kann doch nicht nur die nördliche Innenstadt betroffen sein.“ Doch, möchte man sagen, es ist nur die nördliche Innenstadt betroffen. Vorausgesetzt, damit ist ein Verständnis-Areal im Frontallappen gemeint…

Warum wir so ungern waschen!

Die Anekdote will es, dass Männer ihre Wäsche gern in zwei Haufen sortieren: einen dreckigen Wäschehaufen – und ein dreckiger Haufen, der noch mal getragen werden kann. Nach diesem Prinzip sortiert die Bundesrepublik scheinbar auch die Geldwäsche hierzulande. Resultat: Deutschland ist eines der wichtigsten Geldwäscheparadiese weltweit.

Immer wieder gern mit dabei: die Deutsche Bank, wo die Ermittler so häufig ein und ausgehen, dass man ihnen eigentlich einen Hausschlüssel mitgeben sollte, damit sie nicht andauernd klingeln müssen. Bis 2015 war die Deutsche Bank Korrespondenzbank für eine Filiale der „Danske Bank“ in Estland, welche über die Deutschen 150 Milliarden Euro korrupter postsowjetischer Eliten „wuschen“. Korrespondenzbanken erledigen Bankgeschäfte für andere Banken in Ländern, wo diese selbst nicht tätig sein können. Wozu das in der EU, die ja banktechnisch als Einheit gilt, nötig ist, und weshalb eine dänische Bank dann unbedingt auf eine deutsche gerade im Baltikum zurückgreift (kleiner Reichsbürgeranfall???), wissen nur die Götter.

Die Banken haben allerdings (sogar die Deutsche!) Besserung gelobt. Davon sind andere Bereiche im Geldwaschsalon noch weit entfernt. Im Immobiliensektor gilt es höchstens als Beispiel gelungener Integration, wenn ein Taxifahrer aus dem Libanon ohne Deutschkenntnisse eine Luxuswohnung im Grunewald bar bezahlt.

Die deutsche Wasch-Polizei, das FIU (Finance Intelligence Unit), ist interessanterweise nicht mit Polizei-Kompetenzen ausgestattet, sondern beim Zoll angesiedelt. Das ist in etwa so sinnvoll, als würde man die Aufklärung eines Bankraubs einem Schamanen übertragen. Aber vielleicht wollen Politiker, die mehrheitlich nicht daran interessiert sind, ihre Nebeneinkünfte offenzulegen, auch bei anderen lieber nicht so genau wissen, wo das Geld herkommt…

Die Niederlande haben übrigens angekündigt, ihre Rolle als Steuervermeidungsparadies, wo sie bislang in der EU-Champions League ganz vorn mitspielten, niederzulegen und zu einem Champion der Steuergerechtigkeit aufzusteigen. Das sollte uns Deutschen ein Beispiel sein – oder wollen wir uns schon wieder von Holländern besiegen lassen?

Warum wir grün investieren!

Ab dem nächsten Jahr sollen Bankberater verpflichtet werden, ihren Kunden auch nachhaltige Geldanlagen anzubieten. „Bitte, was?“ werden Sie jetzt verwirrt fragen. Nachhaltige Geldanlagen – Sustainable Investments, wie die Experten sagen. „Ach“, denken Sie, „dann ist ja alles klar…“ Leider nicht. Weil kaum jemand weiß, was wirklich nachhaltig ist… Wenn die Firma Shell ihren CO2-Ausstoss senkt und auf einmal klimaneutral ist (keine Sorge, das ist ein sehr theoretisches Beispiel), dann spart sie sehr viel mehr ein als etwa eine kleine Windkraftfirma – ist das dann nachhaltig oder nur der Versuch, den ruinösen Öl-Handel am Leben zu halten?

Um nachhaltiges Investieren zu vereinfachen, gibt es eine Abkürzung: ESG – das müssen Sie als nachhaltiger Investor kennen. Es steht für Ecological (Umwelt), Social und Governance (Lenkungsform). Firmen oder Fonds legen einen sogenannten „ESG“-Filter über ihre Firmenpolitik und Anlagen, und husch – schon ist das nachhaltige Investment geboren. Wem ESG nicht reicht, der kann auch SRI (soically responsible Investment) machen. Oder SDG (sustainable Development Goals) festlegen. Oder GBP (Green Bond Principles) anwenden. Nicht zu vergessen das GIIN (Global Impact Investing Network), GES (Global Engagement Services), PRI (Principles of Responsible Investment), TCFD (Task Force for Climate related Financial Disclosure), GABOV (Global Alliance for Banking on Values) und natürlich das wunderbar deutsche CSR-RUG (Corporate Social Responsibility – Richt-Linien-Umsetzungsgesetz).

ESG muss sich durchsetzen, und zwar in allen Lebensbereichen. In ein paar Jahren werden Kriminal-Prozesse so laufen: „Angeklagter, warum haben Sie Ihre Schwiegermutter mit dem Messer erstochen?“ „Wegen ESG. Eine Pistole braucht Blei, Blei ist ein Rohstoff, das wäre umweltschädlich. Also E. Dann das S: Meine Tat war sozial – die Gemeinschaft muss der miesen Vettel keine Rente mehr zahlen. Schließlich G – ich habe sie kurz vor ihrem Tod zum ersten Mal richtig nett angelächelt, sie starb mit einem Lächeln auf den Lippen.“

Warum wir so deutschfeindlich sind!

132 Straftaten gab es im letzten Jahr – Straftaten, die unter dem seit 2019 geltenden Gütesiegel „deutschfeindlich“ geführt werden. Sicher, im Spektrum der politisch motivierten Straftaten von insgesamt etwa 44.000 und über 10.000 ausländerfeindlicher und antisemitischer Vergehen scheint die Kategorie „deutschfeindliche Verstöße“ verschwindend gering, was auch mit ihrer ausgemachten Schwachsinnigkeit zu tun hat.

Der Bundesinnenminister hatte es für nötig befunden, den in rechten Kreisen populär gewordenen Kampfbegriff „Deutschenfeindlichkeit“ als Hommage an die AfD in die Statistik einfließen zu lassen. „Deutschfeindlichkeit“ ist der verzweifelte Versuch der Mehrheitsgesellschaft, auch mal Opfer zu sein. Nun ist es sicher nicht angenehm, von einem „ausländisch“ aussehenden Menschen als „deutsches Schwein“ tituliert zu werden. Allerdings ist das eine Beleidigung, die geahndet werden kann. Sogar wenn das Wort „deutsch“ fehlt.

Kompliziert wird es, wenn der Beleidigende auch deutscher Staatsbürger ist und somit Teil der Gesamtgruppe „dummer, deutscher Schweine“. Oder wenn ein türkischer Migrant einen schwarzen Deutschen beleidigt – ist das rassistisch oder „deutschfeindlich“ oder beides? Die Statistik weist genug absurde Fälle auf: Die AfD in Chemnitz beklagte den Diebstahl von vier Plakaten als „deutschfeindliche Straftat“… Ein Berliner Schüler dichtet seinen Rektor an: „Halt’s Maul, du Dreck, du Schwein! Ich bin von Allah erschaffen und du bist klein!“ – man könnte das auch als Annäherung ans „Volk der Dichter und Denker“ verstehen…

Vollends absurd wird der Begriff der „Deutschfeindlichkeit“, also der „gegen Deutsche und Deutschland gerichteter Vergehen“, wenn man bedenkt, dass Adolf Hitler für den Tod von etwa 10 Millionen Deutschen und gigantischen deutschen Gebietsverlusten verantwortlich ist und neben seiner Karriere als Antisemit posthum noch wegen „Deutschfeindlichkeit“ verurteilt werden müsste. Am „deutschfeindlichsten“ sind also immer noch die Deutschen – willkommen im „Schilda der Kriminalitätsstatistik“!

Wöfür wir demonstrieren sollten!

Die Berliner Versammlungsbehörde hatte die Demonstration von Corona-Maßnahmen-Kritikern am Wochenende verboten. Wenn die Sicherheit der Demonstrierenden und Unbeteiligter gefährdet ist, ist so etwas anscheinend möglich…

Unmöglich ist allerdings das flinke Mundwerk des Innensenators, der „nicht bereit ist, dass Berlin als Bühne für Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten missbraucht wird.“ Der Satz war in etwa so schlau wie das Löschen eines Hausbrands mit Petroleum – schließlich ist die Mehrheit der Demonstranten nicht rechtsextrem. Zumal „Reichsbürger und Rechtsextremisten“ eine Tautologie ist, eine unnötige Dopplung – so wie „schwarzer Rappe“, „kopflose Corona-Politik“ oder eben „durchgedrehter Innensenator“.

Die meisten Demonstrationsteilnehmer sind auch keine „Corona-Leugner“ – sie halten das Virus durchaus für real, aber nicht für so gefährlich, dass sie freiheitseinschränkende Maßnahmen gerechtfertigt finden. An der Stelle sollte eine faktenbasierte Diskussion ansetzen – leider zeigt Herr Geisel, dass auch er überreagiert. Jetzt wird auf Seiten der Veranstalter wieder die Opferkarte gespielt, und in sozialen Medien überschlagen sie sich mit Hinweisen auf eine „Corona-Diktatur“.

Natürlich leben wir in einer Diktatur. Die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit – auf deutsch: Demokratie! Ein beschissenes System, keine Frage, aber immer noch beste aller beschissenen Systeme. Ich persönlich bin eher für eine Art wohlwollender Monarchie, vorausgesetzt: ich bin König, klar. Solange das keine Mehrheit findet, sollten wir die Diktatur der Mehrheit erdulden. Wenn die Minderheit sagt, wo es lang geht, nennt man das „Oligarchie“ – nachvollziehbarerweise kommt eine große Anzahl der Desinformationen zum Thema Corona (und anderer Verschwörungstheorien) aus Russland…

Da hilft nur das Spiel „Differenzierung“. Kein besonders aufregendes Spiel, aber wenn ich erst König bin, wird es Gesetz!

Warum wir jetzt gar nichts mehr tun!

Möchten Sie gern 1600 Euro für Nichtstun erhalten? Die HfBK in Hamburg vergibt drei solcher Stipendien, auf die man sich bewerben kann. Viele von ihnen werden jetzt ins Nachdenken kommen: 1600 Euro für Nichtstun – in den meisten Führungsetagen wird das doch mit einem Vielfachen davon vergütet…

Nun hat Nichtstun keinen besonders guten Ruf: Nichtstun führt zu nichts schaffen; wer nichts schafft, wird schnell ein Nichtsnutz – und wer keinen Nutzen hat, ist gesellschaftlich untendurch. Oder Investmentbanker. Dabei ist Nichtstun gar nicht so leicht. Im Buddhismus gibt es Mönche, die das mehrere Leben lang üben – das einte den Buddhismus mit deutschem Beamtentum.

Nichtstun ist etwas, das diese Gesellschaft um jeden Preis vermeiden möchte. Wenn etwa entspannt wird, dann bitte mit Absicht und Ziel. Yoga für die Entspannung, Entspannung für Ausgeglichenheit und Gesundheit, Gesundheit für bessere Performance, am besten gekoppelt mit Achtsamkeit und Meditation für erhöhte Leistungsfähigkeit. Absichtslosigkeit ist das neue Kapital-Verbrechen des 21. Jahrhunderts.

Auch der deutsche Beamte ist mittlerweile weit weg vom Ideal des Nichtstuns und genauso gestresst wie alle anderen auch – hat aber dafür ein sicheres Einkommen. Was man von Hotelangestellten, Reiseveranstaltern und Piloten nicht mehr behaupten kann…

Vergeben wird das Stipendium im Rahmen einer Kunst-Ausstellung namens „Schule der Folgenlosigkeit“. Hätte man mich gefragt, müsste ich antworten, dass die „Schule der Folgenlosigkeit“ ein Synonym für meine gesamte Schulzeit ist – aber mich hat halt keiner gefragt…

Viele Menschen steuern im Zuge der Corona-Krise auf eine Intensiv-Phase des Nichtstuns zu. Wobei man Nichtstun nicht mit panischem Aktionismus verwechseln darf. Nichtstun ist kreative Unterlassung bis hin zur Einstellung jeglicher Gedankentätigkeit. Der Bundestag macht es vor. Siehe Digitalisierung, Energiewende, Steuerreform. Daher mein Vorschlag für den Hauptstipendiaten: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, dessen kreatives Nichtstun bei der Ausländermaut die gelungenste Shakespeare-Inszenierung der letzten Jahre darstellt: Viel (teurer) Lärm um nichts!

Warum der Karneval stattfindet!

Karneval? Geht gar nicht dieses Jahr, findet Gesundheitsminister Spahn und löst damit eine Welle der Empörung aus. Jecken speziell im Westen finden, dass es jetzt wirklich reicht. Urlaub gestrichen – kann man verknusen. Antalya war ja schon im letzten Jahr nicht mehr das, was es mal war, schon wegen Erdogan und so; jetzt ist auch noch die Hagia Sofia wieder ne Moschee, das ist doch wie Tiramisu mit Döner, nein danke… Oktoberfest abgesagt – geht auch noch. Saufen ohne Tusch ist eh unkultivierter Quatsch… aber Karneval, das Fest der Feste, wo man mal richtig die Sau raus- und den Virus reinlassen konnte in bester Heinsberger Manier, das geht ja nun mal gar nicht.

Karneval – das war immer schon Ausnahmezustand, der Aufstand der Unanständigen, wo man nur mit Perücke und hinreichend Bier bewaffnet durch die Stadt ziehen und andere Besoffene beiderlei Geschlechts hemmungslos befummeln konnte, um so der Geburtenrate einen Turbo zu verpassen… (9 Monate nach Karneval steigt die tatsächlich in den Karnevals-Hochburgen an) – wenn der jetzt nicht mehr stattfindet, dann ist dieses Land womöglich wirklich am Ende.

Wirklich? Immerhin ist Karneval das Fest der Verkleidung, der Masken… Und Masken sind momentan schwer angesagt. Wenn man sich den Zirkus ansieht, der rings um diese neue Verkleidung aufgemacht hat, mit fanatischen „Masken-Faschos“, noch fanatischeren Anti-Masken-Nazis und der großen verwirrten Menge irgendwo dazwischen… Wann hat es das je gegeben, dass der Karneval sich ganzjährig über das ganze Land verbreitet und alle zu Jecken werden lässt? Politiker, Virologen, Corona-Skeptiker – jeder agiert närrischer als der andere. Der Karneval fällt nicht aus – er hat schlicht das ganze Land erobert. In der Aufgeregtheit, mit der die Debatte zwischenzeitlich geführt wird, ist allerdings leider das oberste Narrengesetz verloren gegangen: „Jede Jeck es anders…“

Warum wir jetzt Gassi gehen müssen!

Ich kriege immer einen leichten Schreck, wenn Menschen sagen, dass „Tiere die besseren Menschen sind“. Schließlich öffnet sich mit jeder Verallgemeinerung das Tor zur Hölle ein wenig weiter… Was zum Teufel meinen sie damit? Meinen Sie Katzen, die noch ein wenig mit halbtoter Beute spielen, um sicherzustellen, dass sie auch wirklich tot ist? Schimpansen-Männchen, die den Nachwuchs einer begehrten Schimpansen-Dame töten, um sie wieder paarungsbereit zu machen? Delfine, die das auch tun und die Weibchen anschließend zu Gangbangs mit mehreren Männchen zwingen? Und bevor es jetzt heißt, dass das ein klassisch männliches Problem wäre: Schimpansen-Weibchen wurden auch schon beim Infantizid (Kindsmord) beobachtet.

Menschen, die sich unter der obigen Maxime solcherlei Verhalten abgucken, werden vor Gericht Schwierigkeiten haben: „Angeklagter, warum haben sie das Kind ihrer Geliebten getötet und sie anschließend mit einer Gruppe Freunde vergewaltigt?“ „Ich wollte sein wie ein Delfin – Tiere sind die besseren Menschen!“ Unwahrscheinlich, dass diese Verteidigung Erfolg hat.

Tiere sind Tiere – jeder Vergleich mit Menschen ist irreführend. Vermenschlichung und Verniedlung von Tieren bringt uns nicht weiter. Hunde wedeln begeistert mit dem Schwanz, wenn ihr Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt. Männer, die selbiges versuchen, können allerdings nicht mit der gleichen Zuneigung rechnen…

Jetzt plant Landwirtschaftsministerin Klöckner, einen „Gassi-Zwang“ einzuführen. Hunde müssen zwei Mal am Tag mindestens eine Stunde ausgeführt werden – viele vor dem Fernseher vergessene Kinder dürften sich insgeheim wünschen, jene Aufmerksamkeit zu erhalten, die einem Pudel jetzt per Gesetz zu Teil wird…. Auch wenn Tiere nicht immer die besseren Menschen sind – manchmal reicht es schon, wenn Menschen bessere Tiere wären…

Warum wir den Shitstorm lieben!

Ein Werbefoto zeigte ein kleines Mädchen mit Banane in der Hand an den Kühlergrill einer hochmotorisierten Audi-Limousine gelehnt. Ein moderater Shitstorm brach Anfang August los – Kind vor Kühler weckt nicht immer nur gute Assoziationen… Audi entschuldigte sich – hatte aber massenhaft kostenlose PR…

Zerstör-Videos schreckten vor einigen Jahren den Kaffeemaschinen-Hersteller „Keurig“ (Teil des deutschen Imperiums der Familie Reimann) auf – die Firma hatte zuvor Werbung in einer Fox-TV-Show („Trumps Lieblings-Sender“) ausgesetzt, nachdem der Moderator den sexuellen Missbrauch eines republikanischen Abgeordneten an sehr jungen Damen relativiert hatte. Konservative Fans zerstörten daraufhin publikumswirksam ihre Kaffeemaschinen – „man wird ja schließlich noch junge Dinger anmachen dürfen, hallo??…“

Die Folge? Die Firma Keurig beherrschte tagelang die Schlagzeilen, und viele liberale Amerikaner dachten: „Schau – so eine politisch korrekte Firma, vielleicht sollte man der mal unter die Arme greifen…“ Und die Keurig-Zerstörer brauchten natürlich auch neue Kaffee-Automaten – Abwrackprämie auf Amerikanisch!

Das Marketing-Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ wurde für die Sportmarke „Nike“ Kalkül. Ein Werbefilm zeigte schwarze Sportler um den Football-Star Colin Kaepernick in der Hauptrolle. Kaepernick war dafür bekannt, aus Protest gegen Polizeigewalt bei der Nationalhymne im Stadion niederzuknien. Daraufhin verbrannten haufenweise Rechte und Rechtsextreme ihre Nike-Schuhe – was zu einer Nike-Umsatzsteigerung von sechs Milliarden Dollar führte…

Ein Shitstorm ist ein wenig wie Rodeo-Reiten – oder Beschwerden bei der Deutschen Bahn: Es fühlt sich erst mal unbequem an, aber wenn man den Haken raushat, wird es lukrativ… Die Wiener Kabarettistin Lisa Eckhart wurde unsinnigerweise von einem Hamburger Literaturfestival wieder ausgeladen, weil sich Einige an ihrem Humor störten – PR-trächtig zur Veröffentlichung ihres Debüt-Romans… CO2-freundliche Umsatzsteigerung durch Zuhausebleiben – kennt man sonst nur von Amazon!

Eine PR-Meisterleistung vollbrachte mein Freund und Kollege Florian Schröder, der im NDR die Corona-Maßnahmen kritisierte, daraufhin letzte Woche zu einer Anti-Corona-Demo eingeladen wurde, wo er sich zu Maskentragen und Abstand bekannte – und prompt ausgebuht wurde. Bravo – Florian!

Warum Olaf Scholz Bundeskanzler wird!

„Habemus Kanzlerkandidat!“ Da sag noch einer, die Handlungsfähigkeit der SPD sei so runtergekommen wie ihr Image. Weit gefehlt! Zack – da wurden die anderen Parteien überrollt mit einer Personalie, die viele schon so abgeschrieben glaubten wie eine denkmalsgeschützte Immobilie: Finanzminister Olaf Scholz, ein Mann, den keiner mehr auf dem politischen Schirm hatte. Und damit sind wir auch schon bei der Kampagne, die ich jetzt für die SPD entwerfe: der Schirm! „Schirm“ hat im Gegensatz zur Sozialdemokratie im Augenblick ein sehr positives Image. Es erinnert an Rettungsschirm, an Sicherheit, an einen Staat, der sich kümmert. Es erinnert auch an den einzigen anderen Finanzminister, der jemals Bundeskanzler wurde: Helmut Schmidt – bekannt für seine Schirmmütze!

Genau hier muss die Kampagne ansetzen. Olaf Scholz ist der geistige Nachfolger von Schmidt – der einzige Kanzler, dem die Deutschen (wenigstens nach seiner Abwahl) immer die Treue hielten. Schritt für Schritt muss Scholz immer „schmidtiger“ werden – weg vom „Scholzomat“, hin zu Schmidts Schnauze. Wir brauchen jetzt coole abgewandelte Zitate, sowas wie: „Adenauer hatte vier Silben, Kiesinger drei, Merkel zwei – die Bundeskanzler werden immer einsilbiger“.

Ein Kanzler Scholz ist gewissermaßen nur noch eine Sturmflut (die hat SPD-Kanzlerkandidaten immer gut getan, siehe Schröder und Schmidt) entfernt – und seit der andauernden Wahl von Angela Merkel ist klar: Inhalte werden total überschätzt. Es geht um Bilder im Kopf. Scholz tritt ab sofort nur noch mit Schirmmütze auf – und mit Zigaretten. Helmut Schmidt soll ja der Sage zufolge nach seinem Ableben in die Hölle gekommen sein, wo der Teufel ihm einen Wunsch frei gab: „Wirklich alles, Herr Schmidt, Sie können sogar in den Himmel!“ Darauf der Altbundeskanzler: „Haben Sie mal Feuer?“

Wenn Olaf Scholz so viel Kette raucht, dass er durch die von ihm selbst erhöhte Tabaksteuer die Staatsschulden im Alleingang tilgt – steht seiner Kanzlerwahl nichts mehr im Weg!

Warum unser Geld nicht sicher ist!

Viele Deutsche fragen sich in diesen angespannten Zeiten verzweifelt: Was tun gegen Schlafstörungen? Verzweifelt probiert man alles aus: Zählt bis drei – oder manchmal auch halb vier…; liest das Kleingedruckte einer Reisegepäckversicherung in der Hoffnung, wenn schon nicht vor Langeweile umzukommen doch wenigstens todmüde zu werden; oder man stellt sich eine riesige Schafherde vor und merkt dann verschreckt, dass es sich dabei um die große „Corona-Gegner“-Demo vom Wochenende handelt…

Letztlich hilft nur ein Job bei der BaFin. Das heißt nämlich nicht „Bundes-anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“ – es steht für „Bundes-Anästhetikum Finanzen“ und ist eigentlich ein Betäubungsmittel: Wenn es ums Überprüfen dubioser Finanzpraktiken geht, schläft die BaFin tief und fest. Ab und zu wird sie aufgeschreckt aus ihren Träumen, weil böse, meist ausländische Menschen fiese Dinge über deutsche Firmen sagen. Etwa dass eion Betrieb mit dem schönen Namen „Draht-Karte“ (Wirecard) Bilanzfälschung im ganz großen Stil betreibt. Dann ist das „Bundesanästhetikum Finanzen“ schwer aufgebracht, dass der wohlverdiente „Power-Nap“ so rüde unterbrochen wurde. Der Störenfried wird strafrechtlich verfolgt, um zu verhindern, dass der Schönheitsschlaf der deutschen Finanzbranche nochmal gestört wird.

Um wieder einschlafen zu können, geht das Bundes-Anästhetikum (BaFin) dann zu einer großen Wirtschaftsprüfungsfirma. Etwa EY, die früher als „Ernst & Young“ den Lehman Brothers noch bis in den Finanzcrash hinein saubere Buchführung bescheinigte. Da sah die Firma echt alt aus und wollte nicht mehr „jung“ (Young) heißen. Weil EY wie die anderen „Big Four“ der Wirtschaftsprüfungsunternehmen nebenher auf gute Beraterjobs bei guten Kunden spekuliert, ist man meist nicht allzu nörgelig und schickte die BaFin mit sauberen Wirecard-Testaten jahrelang wieder in den Tiefschlaf.

Einige Kritiker meinen, dass bei den großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen durch die Zwitterkonstruktion „Beratung und Prüfung ebenjener Beratung“ massive Interessenkonflikte bestehen und man so nicht nur den Bock zum Gärtner sondern gar pädophile Priester zum Kindergärtner macht… Das „B-anästh.Fin“ aber schläft selig weiter. Deutschland hat auf diese Weise keine funktionierende Finanzdienstleistungsaufsicht. Dennoch ist die Strategie erfolgreich: Mittlerweile schlafen auch Wirecard-Anleger wieder wie Babys – sie wachen jede Stunde auf und weinen!

Warum wir gegen Corona sind!

Eine Seuche beherrscht die Welt. Verzweiflung bricht aus. Wahrscheinlich ein jüdisches Komplott zur Vernichtung des Abendlandes… Nein, ich rede nicht von Corona. Sondern von der Pest im Mittelalter. Die Ähnlichkeit ist zufällig… Hätte sich allerdings jemand im 14. Jahrhundert erdreistet, zu behaupten, die Krankheit wäre durch ein kleines unsichtbares Teilchen verursacht, welches sich durch mangelnde Hygiene überträgt – seine Chance auf „Radieschen von unten“ wäre stark gestiegen. Noch heute fällt es vielen Menschen schwer, daran zu glauben.

Am Wochenende trafen sich in Berlin Tausende dieser Ungläubigen. Sogenannte „Corona-Gegner“. Was für ein bescheuertes Wort. Schließlich gibt es kaum Menschen, die Corona toll finden und ähnlich dem „Apple Hype“ an „Corona-Super-Stores“ anstehen, um das neueste Virus zu erwerben… Außer interessanterweise Menschen, die händchenhaltend ohne Hygieneschutz gemeinsam gegen Corona-Maßnahmen anschreien und dadurch fröhlich das Virus verbreiten, gegen das sie vorgeblich sind…

Natürlich nervt Maskentragen. Noch mehr nervt sogar ein neuer Menschenschlag von „Masken-Faschos“, die jeden aggressiv beschimpfen, dessen Maske ein wenig verrutscht ist. Am allermeisten aber nerven Menschen, die ohne belastbare Beweise zu wissen glauben, dass Hygiene-Maßnahmen ein Instrument zur Aushebelung der Demokratie und zur Errichtung einer Bill-Gates-Diktatur sind…

Sicher – nicht alle Hygiene-Maßnahmen ergeben Sinn. Warum muss ich im Restaurant eine Maske tragen – am Tisch aber nicht? Warum muss ich in Spanien auf der Straße eine Maske tragen – aber am Strand nicht? Warum dürfen Flieger vollbesetzt sein – Theater aber nicht? Gibt es wirklich eine Übersterblichkeit durch Corona? Es gibt nicht immer befriedigende Antworten. Das muss man aushalten. Leider ist die Kunst des Nichtwissens stark auf dem Rückzug. Da lobe ich mir Ekel Alfred, der schon in den 70ger Jahren wusste: „Wenn man keine Ahnung hat – dann hält man bescheiden die Schnauze!“

Warum wir rassistischer werden müssen!

Ein Begriff dominiert in der Rassismus-Debatte: „Bio-Deutscher“. Bio klingt nach Bioladen, Bio-Lebensmittel, Bio-Landwirtschaft. Der Bio-Deutsche ist der reine Deutsche, nicht verdorben durch Glyphosat – wie diese ganzen Migrantenbälger, die analog zur konventionellen Landwirtschaft folgerichtig „konventionelle Deutsche“ heißen müssten.

Wo es Bio-Deutsche gibt, gibt es natürlich auch „Demeter-Deutsche“. Das sind dann die ganz reinen Deutschen. Getreu dem geistigen Vater der Demeter-Landwirtschaft, Rudolf Steiner (auch ein ausgewiesener Rassist), ist der Demeter-Deutsche Abkömmling edler, blonder Germanen, die „biologisch-dynamisch“ in gesunden, deutschen Wäldern im Einklang mit der Natur hausten.

Es wird Zeit, den Rassismus einfach mal zu Ende zu denken. Dankenswerterweise macht die Stuttgarter Polizei das Thema „Stammbaumforschung“ wieder hoffähig. Vielversprechende Ansätze der Stammbaumforschung gerieten ja nach 1945 in Vergessenheit. Insofern ist es ein Glück, dass auch die AfD „ausmisten“ (Markus Frohnmaier, AfD) möchte, wenn sie „an die Regierung kommt“. Leider sind auch in den Reihen der AfD zu viele „konventionelle“ oder „Bio“-Deutsche, die dem neuen „Demeter-Deutsch-Reinheitsgebot“ nicht genügen.

Denn die Demeter-Deutschen wurden durch Ausländer verunreinigt. Als erstes waren es Kelten – also Gallier, Franzosen und Froschfresser. Dann kamen Slawen, also Ost-Ossis, Polen, Litauer, Russen und wie die Autodiebe sich sonst noch so nannten. Seither wurden die Wälder gerodet, die deutsche Natur zurückgedrängt, der deutsche Geist verkrüppelt, die Bevölkerung „ausgetauscht“.

Es wird Zeit, gründlich „auszumisten“. Stammbaumforschung in Kombination mit Gen-Tests muss zeigen, wer in Deutschland bleiben darf. Sicherlich wird es Menschen geben, die nur 50, 60 oder 70 Prozent Demeter sind. Da gibt es Ausnahmeregelungen, also ein Bleiberecht, wenn sie sich von unreinen Anteilen trennen: denkbar wäre eine Hand, ein Arm oder ein Bein. Grenzfälle (zwischen 40 und 50 Prozent Demeter-Deutsch) könnten auch beide Arme und Beine verlieren…

Endlich sind die Demeter-Deutschen dann unter sich. Alle 29 von ihnen. Die Natur erholt sich. Die Wälder gesunden. Deutschland den Demeter-Deutschen!

Warum wir die Reichen schützen müssen!

Vor einiger Zeit traf ich im Zug einen alten Bekannten. Einen Multimillionär. Er schein am Boden zerstört und stammelte nur: „Steuer!“ Die Erbschaftssteuer gefährde seinen Betrieb, und damit letztlich auch ganz Deutschland.

Nun habe ich ein großes Herz für Narzissten. Eine Vielzahl von Studien belegt allerdings, dass die Vermögens-Verteilung in Deutschland eine der Ungerechtesten der Welt ist. Und dass Deutschland ein Steuerparadies für Vermögende ist. Sogar die turbokapitalistischen USA generieren fünf Mal mehr an Vermögensabgaben (gemessen am BIP) als die Bundesrepublik!

Leider steigt die Lebenszufriedenheit nicht mehr an, wenn man mehr als etwa 60.000 Euro im Jahr verdient. Multimillionäre schießen also weit über das Ziel hinaus – mit drastischen Konsequenzen. Der Multimillionär Alexander Falk (Stadtplan-Falk-Erbe) etwa muss jetzt in den Knast, weil er einem gegnerischen Anwalt ins Bein schießen ließ. Eine fast artistische Leistung: So kann man sich durch einen Schuss ins fremde Bein selbst ins Knie ficken!

„Aber eine Vermögenssteuer vernichtet Arbeitsplätze!“ schallt es gern aus den Betroffenen-Villen. Weil viele große Vermögen in Deutschland in Familien-Unternehmen stecken, müssten diese Arbeitnehmer entlassen, um die Steuer zu bezahlen. Nun heißt es allerdings „Arbeitnehmer“ und nicht „Geisel“. Unternehmen entlassen, wenn sie nicht mehr profitabel sind. Und nicht, um sich am Staat zu rächen. Zumal es Steuerzahlungs-Modelle gibt, die Unternehmen nicht direkt belasten.

Was das Erbe angeht: Wie viele Familien wären heute noch intakt und nicht bitter verfeindet, wenn es nichts zu erben gegeben hätte? Stichwort Aldi… All das wollte ich ihm eigentlich sagen. Doch dazu kam es nicht. Er ließ mich nicht einmal zu Wort kommen. Als wir uns verabschiedeten, meinte er: „Es war so schön, diesen Dialog mit dir zu führen…“ Wie gesagt: Ich habe ein Herz für Narzissten.

Warum Europa Extraschichten macht!

Ein Bankier erschlägt Kundin mit Münzstrumpf – jetzt steht er vor Gericht in Wien… Als ich das las, dachte ich: Endlich mal ein Banker, der weiß, welche Waffe sich für einen Finanzgauner gehört! Und in seltener Ehrlichkeit seinen ruinierten Kunden nicht mehr bettelarm weiterleben lässt – so wie andere Finanzprodukt-Räuber das gerne tun.

Zwar wurde beim jüngst beendeten Brüsseler EU-Gipfel niemand mit einem Geldstrumpf erschlagen – Versuche gab es im übertragenen Sinne trotzdem. Denn die Länge des Gipfels hatte auch mit der Kleingeistigkeit einiger der Beteiligten zu tun. Die gute Nachricht ist: Diesmal waren nicht die Deutschen die Blockierer. Sondern eine Gruppe von Regierungschefs, die sich (zu Unrecht) die „Sparsamen“ (Niederlande, Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland) nennen. Bedrückender Weise alles Nationen, die man im weitesten Sinne als Germanen einordnen muss, deren Beherrschung der deutschen Sprache in den letzten Jahrhunderten dermaßen litt, dass sie irgendwann so tun mussten, als hätten sie eigene Identität und Sprache. Bis auf die Finnen, von denen niemand weiß, woher sie kommen und was sie wollen. Was nicht weiter verwundert bei einer Nation, für die nur „Sauna-Aufgüsse“ noch wichtiger sind als „Gummistiefel-Weitwurf“ und „Eislochbaden“…

Gerade die Niederlande und Österreich, die in Teilbereichen Steuerparadiese sind und damit Parasiten am Wohlstand anderer Nationen, enttäuschen mit ihrem Geiz. Schließlich haben die Südländer unter anderem deshalb so hohe Bilanzdefizite, weil sie dem Norden auch noch den letzten Mist abkaufen. Lässt man gute Kunden am ausgestreckten Arm verhungern, ist das eigene Ende vorprogrammiert. Es erinnert ein wenig an ein Ehepaar, das keine Kinder kriegt, um das Erbe nicht teilen zu müssen…

Das musste auch der Wiener Banker schmerzlich lernen: Tote Kunden eröffnen keine neuen Konten!

Warum Google die Weltherrschaft erringt!

Mein SMS-Chatverlauf wird immer internationaler. Ich bin schwer beeindruckt, in welchen Sprachen ich kommuniziere. Neuerdings sogar auf Polnisch. Nun bin ich des Polnischen nicht wirklich mächtig, aber es gibt ja den Google Übersetzer. „Wann kommst du? Wir freuen uns auf dich!“ schreibe ich einer polnischen Bekannten, und um sie zu beeindrucken, jage ich diesen Satz durch Google Translate. Genau wie ihre polnische Antwort, welche übersetzt lautet: „Ich komme 13 Stunden!“

Ich hoffe, dass sie nicht ganz so lange bleibt und dass das Programm „um 13 Uhr“ meint – leider scheint also auch Google des Polnischen nicht wirklich mächtig, was ich als Pole eine ziemliche Sauerei fände… Überhaupt scheint Google mit dem Erlernen von neuen Sprachen ähnlich lustlos umzugehen wie ich mit dem Erlernen von Computersprache – mit dem Unterschied, dass ich kein Übersetzungsprogramm für Java anbiete. Neben Polnisch hat Google dem Vernehmen nach auch keine Lust auf Spanisch, Englisch oder Chinesisch zu haben. Oder jede andere Sprache. Wie sonst käme es zu folgenden Übersetzungsfehlern: Auf einer Speisekarte der Kanaren wird „Spanisch Reis mit Zollbeamter“ angeboten. Chinesische Schilder bieten hanebüchene Übersetzungen: Die Behindertentoilette heißt „Toilet for deformed“ – die „Deformiertentoilette“ und die Speisekarte bietet „Fuck the duck until explode“ (die Ente bis zur Explosion begatten…)

Auch deutsche Unternehmen haben manchmal ein schlechtes Händchen mit Übersetzungsprogrammen. Die Stellenanzeige für einen „Baustellenleiter“ inseriert nach „Erection Supervisor“. Und die Anfrage an einen englischen Reiseanbieter „Kann man die Reise auch mit Führer buchen?“ wird beantwortet mit: „It is not possible to book a trip with Herr Hitler…” Und da ist es wiederum völlig in Ordnung, dass meine polnische Freundin nur 13 Stunden bleiben möchte…