Autor: Pia Ratajczak

Warum wir den alten, weißen Mann brauchen!

Friedrich Merz, der CDU-Vorsitzende der Herzen, greift erneut an und möchte Bundestagsabgeordneter werden – als Gewinner des Hochsauerlandkreises. Dummerweise kandidiert da schon ein anderer CDU-Abgeordneter, der den Kreis auch zurzeit im Bundestag vertritt – Patrick Sensburg. Ebenfalls Ansprüche darauf meldet ein gewisser Bernd Schulte an, Büroleiter des Staatskanzleichefs von NRW, also quasi der Sekretär vom Sekretär von Armin Laschet, dem CDU-Vorsitzenden der CDU-Wähler. Wobei Merz „keine offene Feldschlacht“ will – es wird also eher auf einen Partisanenkampf hinauslaufen – Friedrich Merz, der Tito aus dem Sauerland.

Das ist ja das Schöne an Merz: Er ist eine Kämpfernatur durch und durch, einer, der die Niederlage zum Parteivorsitzenden durch das Wirtschaftsministeramt ersetzen möchte nach dem Motto: „Ok, dann nehme ich eben den Trostpreis!“ Einer, der wahrscheinlich noch auf dem Totenbett aufsteht, dem Sensenmann einen auf die Fresse gibt und in bester „Rocky“-Manier sagt: „Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist!“

Die CDU hat schließlich eine Krise und möchte auf vielfachen Wunsch nach der Aufhebung der Immunität von Axel Fischer (CDU) wegen Korruptionsvorwürfen und Georg Nüßlein (CSU) (letzterer hat angeblich 650.000 Euro Bestechungsgeld am Finanzamt vorbeischleusen wollen), den „Konservatismus modern interpretieren“. Aber vielleicht ist das bereits die moderne Interpretation des Konservativen: Rechte machen vermehrt linke Touren!

Da braucht es natürlich dringend einen Rambo, der den Laden mal aufräumt und den Konservativen zeigt, wie man wirklich modern interpretiert: Indem man nie aufgibt, indem man angreift, indem man die Schattenparker von der AfD in ihre verfassungswidrigen Schranken weist.

Einen wie Friedrich Merz, dem großen Nachfolger des Action-Films „Highlander“: „Sauerländer“ – es kann nur einen geben!

Warum wir Perspektiven brauchen!

Der Frühling kommt, und mit ihm die Lockerungen. Die sind allerdings sehr unterschiedlich. Da der Oster-Urlaub – wie wir ihn kennen – sowieso nicht stattfinden kann, hier die Alternative: Erst zum Friseur in Berlin, anschließend Fußpflege in Brandenburg, dann weiter, um den Neffen zur Fahrschule nach Meck-Pom zu bringen, woraus aber leider nichts wird, weil die Inzidenz hochschießt und alles schließt. Dann unauffällig weiter nach Schleswig-Holstein zum Zoo-Besuch. Im Hotel angeben, dass man auf Geschäftsreise ist. Auf dem Weg nach Süden Hamburg schnell durchqueren (da geht nix). In Niedersachsen im Fahrradladen ein paar neue Teile holen.

Weiter nach NRW, um dort eine Musikschule zu besuchen, wobei man das Blasinstrument zu Hause lässt, weil das ja illegal wäre. In Hessen noch mal eine Maniküre machen lassen – mehr geht da leider nicht. Dafür dann in Sachsen-Anhalt eine Flugstunde nehmen, um etwas später in Sachsen endlich auch die Trompete mit in die Musikschule nehmen zu dürfen. Im Hotel die Business-Suite mieten. In Thüringen einen Strauß Blumen erstehen, den man im Gegensatz zu Berlin nicht vorbestellen muss.

In Bayern endlich im Baumarkt einen neuen Klodeckel holen, den man dann in Baden-Württemberg mit ein paar Topf-Blumen aus dem Garten-Markt bepflanzt und so in ein Deko-Art-Blumenbeet verwandelt. Auf der Raststätte schlafen. In Rheinland-Pfalz schnell noch eine Fahrstunde nehmen – weil dort die Inzidenz keine Rolle spielt. Anschließend rüber ins Saarland – dort kann man vorbestellte Kleidung im Geschäft anprobieren – „Click and Try before you Buy“ statt „Click and Collect“. Auf dem Rückweg in Hessen noch mal Pediküre machen lassen. Zurück in Berlin den Schnelltest machen.

Ist vielleicht nicht der prickligste Urlaub der Welt, aber im Gegensatz zu all den Mittelmeer-Urlauben einer, an den man sich für den Rest des Lebens erinnert.

Warum wir jetzt lästern!

„An den Pranger“ stellte man im Mittelalter öffentlich Menschen zur Vollstreckung von „Schand-Strafen“, um sie mal so richtig dem Spott des Pöbels auszusetzen. Gottseidank sind diese Zeiten vorbei – heute gibt es dafür schließlich das Internet. Früher wurde stattdessen eine Reihe von kuriosen Folterinstrumenten genutzt: der Lästerstein, die Halsgeige, die Schandflöte oder der Eselsritt – bei dem Delinquenten mit „niederen Vergehen“ teils nackt auf einem Esel durch die Stadt reiten mussten, häufig Ehefrauen, die ihren Mann geschlagen hatten – oder Männer, die sich von ihren Frauen hatten schlagen lassen. Männer, die ihre Frauen schlugen, wurden nicht bestraft, sondern galten als Vorbilder. Die „gute, alte Zeit“ war halt nicht für alle gut.

Heute gibt es den Pranger nur noch als historische Kuriosität – jedenfalls in der analogen Welt. Die EU plant jetzt allerdings einen „Steuerpranger“ oder „Public Country-by-Country Reporting“ (Öffentlicher Steuer-Report) – Firmen sollen auf ihren Internet-Seiten veröffentlichen, in welchen Ländern sie wie viel Steuern zahlen. Da kann man dann entdecken, wieviel Steuern etwa Amazon in Luxemburg zahlt (wenig) und wie viel in Deutschland (noch viel weniger).

Der BDI (wie übrigens auch die CDU) sind dagegen – es könnte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen schwächen. Allerdings ist das Argument etwas ausgeleiert. „Schwächt die Wettbewerbsfähigkeit“ wurde auch gesagt, als die Sklaverei abgeschafft wurde, als die Kinderarbeit verboten wurde, und als der Mindestlohn eingeführt wurde. Es wurde auch von meiner Frau vorgebracht, als ich neulich nicht ins Fitness-Center gehen wollte…

Im Gegenzug könnte so ein Steuerpranger vielleicht zu einem Umdenken in einigen, großen Konzernen führen (nur Unternehmen mit über 750 Millionen Euro Umsatz müssen „reporten“). Von dem Geld, das Deutschland durch diese „Steuer-Optimierung“ entgeht, könnte Berlin einen neuen Flughafen bauen – jedes Jahr!

Warum wir in die Platte ziehen!

Pünktlich zum Superwahljahr gibt es wieder eine „Erregungs-Debatte“ – eine Art Alltags-Porno für jene, denen „Schmuddel-Seiten“ zu teuer sind. Die Debatte geht so: „Die Grünen wollen uns das Eigenheim wegnehmen!“ Schon geht die Wut-Kurve hoch: Erst wollen sie das Autofahren verbieten, dann einen Veggie-Day erzwingen und jetzt stehen sie mit Abrissbirnen vor Einfamilienhäusern! Was kommt als Nächstes? Heizen nur bei Minus-Graden? Urlaubsverbot? Überwachungskameras in Schlafzimmern, um sicher zu stellen, dass der Sex einvernehmlich vonstatten geht? Oder geht es ihnen immer nur um Tiere? Nach dem Motto: Freiheit für Käfighühner, aber Käfighaltung für Freiheitsmenschen? „Fickzellen mit Fernheizung“ nannte DDR-Lyriker Heiner Müller einst Plattenbauwohnungen, in denen in diesem „Erregungs-Porno“ Grüne die Mehrheit der Deutschen pressen wollen: Alle Patte in die Platte!

Leider ist das Eigenheim ein umwelttechnisches Auslaufmodell – wollte jeder Erdenbürger eins haben, bräuchten wir mindestens fünf Planeten, um sie alle unterzubringen. So gesehen hätten Plattenbaubewohner eigentlich eine Umweltprämie verdient – Marzahn-Hellersdorf ist Berlins grünster Bezirk!

Tatsächlich aber ging es den Grünen (leider) gar nicht um Grundsätzliches, sondern darum, dass ein grüner Bezirksrat im Norden Hamburgs aus Platzmangel keine neuen Einfamilienhäuser mehr genehmigt. Auch in Berlin will kein neoliberaler Traumtänzer das Märkische Viertel durch ein paar schicke Eigenheime ersetzen oder gar Wahlkampf machen mit Slogans wie: „Der Kudamm ist ne Mistadresse, es braucht dort Fertighaus-Tristesse“.

Wäre es nicht schön, wenn es in politischen Debatten wieder vermehrt um die Sache ginge? Und nicht nur wie im Porno um vorgetäuschte Leidenschaft – also im wahrsten Sinne „Fake News“ für die Selbstbefriedigung?

Warum Warner Music abkassiert!

Die Pandemie-Zeiten sind hart. Man kann niemand treffen, niemand erkennen, und niemand ist CDU-Kanzlerkandidat. Wobei es unklar ist, ob sich bei letzterem Umstand etwas Grundsätzliches änderte, wenn Laschet oder Söder gekürt werden… Da ist es ein Lichtblick, wenn Menschen versuchen, der Pandemie etwas Positives abzugewinnen – Freude, Leichtigkeit oder hohe Gewinne für Musik-Konzerne. Denn für den auch von Pflegekräften, Krankenhaus-Personal, Polizisten und Feuerwehren getanzten „Jerusalema-Challenge“ schickte Warner Music jetzt Rechnungen für die Nutzung der Rechte des gleichnamigen Liedes des südafrikanischen Musikers „Master KG“.

Rein rechtlich darf Warner Music das. Aber dürfen sie das auch moralisch? Immerhin haben von der Pandemie besonders geforderte Menschen ihre wenige Freizeit geopfert, um gemeinsam ein Stück Kunst zu produzieren und Freude in diesen schwierigen Zeiten zu verbreiten. Sie haben das Lied damit weltweit zu einem Erfolg gemacht.

Warner sagt: Sie würden „nur“ Geld von Organisationen nehmen, die sich damit selbst „promoten“. Nun ist unklar, wozu etwa Feuerwehrleute oder Polizisten sich promoten sollten: Damit mehr Brandstifter ihnen Arbeit verschaffen? Damit mehr Diebe aktiv werden, weil Polizisten augenscheinlich zu viel Freizeit haben?

Die Warner-Forderungen wirken ein wenig, als erhielte der barmherzige Samariter aus der Bibel im Anschluss an die Rettung eines Verletzten eine Rechnung für doppelte Straßen-Nutzung. Leider ist das Problem komplex, denn es gibt eine weitere Lesart des „Skandals“: „Festangestellte Europäer betrügen schwarz-afrikanischen Musiker ohne Auftrittsmöglichkeiten um sein Geld“!

Aber wie in vielen Dramen gibt es auch hier eine Chance: Die Marktlücke für einen Musiker, einen rechtefreien Song speziell für eine „Challenge“ von Pflegekräften, Krankenhaus-Personal, Polizisten und Feuerwehr zu schreiben und zu spenden – um so seine Popularität gewaltig zu steigern.

Warum wir beim Impfen drängeln!

Wir kennen Impf-Phobiker, Impf-Gegner, Impf-Skeptiker oder „Impf-mich-mal-am-Allerwertesten“-Vertreter. Jetzt ist im Impf-Universum eine neue Spezies aufgetaucht: Der „Impf-Drängler“. Da über diese neue Art wenig bekannt ist, hier eine zoologische Einordnung: Der „gemeine Impf-Drängler“ (lat. „Vaccinatus Urgensis Vulgaris“) ist eine Untergattung des „Homo Sapiens In-Vaccinatus“ (des ungeimpften Menschen), der die Impfung nicht abwarten kann und nach Impfstoff giert wie Trump nach Aufmerksamkeit.

Bekannte Exemplare des „Vaccinatus Urgensis Vulgaris“ sind die peruanische Gesundheitsministerin, die jetzt ebenso wie der ehemalige peruanische Präsident aufgrund aufgeflogenen „Impf-Drängelns“ zurücktreten musste. Aber auch in der heimischen Fauna breitet sich der „Impf-Drängler“ aus, besonders unter hohen Geistlichen, Oberbürgermeistern, Stadt- sowie Landräten, aber auch Polizisten und Feuerwehrleuten.

Karl-Heinz Rummenigge, Bayern-Boss, natürlicher Vorstand aller Impf-Drängler, will Fußball-Profis aufgrund ihrer „Vorbild-Funktion“ zuerst impfen lassen. Unklar ist, ob er das Impf-Drängeln dadurch in den Rang des Profi-Sports erheben und bei der Olympiade antreten möchte. Nicht verdächtig des Impf-Drängelns ist der bekannte Virologe und „Fußball-Vorbild“ Hansi Flick, im Nebenberuf „sogenannter Fußball-Trainer“, der die „sogenannten Experten“ (Epidemiologen wie Karl Lauterbach und andere Amateure) „nicht mehr hören kann“.

Um die unkontrollierte Verbreitung des gemeinen Impf-Dränglers, der in Mitteleuropa wenig natürliche Feinde hat, einzudämmen, werden jetzt Strafen für Drängler gefordert. Denkbar wäre die Verabreichung minderwertiger Importware von der Impf-Reste-Rampe: russische, chinesische oder gar indische Vakzine.  Oder Verweigerung einer zweiten Impf-Dose – für die sie sich „ganz hinten“ anstellen müssen. Sogar noch hinter den Impf-Phobikern, Impf-Gegnern, Impf-Skeptiker oder „Impf-mich-mal-am-Allerwertesten“-Vertretern.

Oder sie müssen sich gemeinsam mit den „richtigen Experten“ wie Rummenigge und Flick „zusammensetzen und gemeinsam eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann mal wieder Licht im Tunnel sieht.“ (O-Ton Flick). So wie der FC Bayern, wenn er gegen Holstein Kiel spielt…

Warum wir jetzt im Lockdown bleiben!

13.02.2022 Lockbuch des Lockdown. 15.45 Uhr Lockdown-Zeit. Gerade wieder ein Treffen des ZK, äh, Verzeihung, der Ministerpräsidenten-Konferenz, kurz MPK, gesehen. Der Lockdown wird wieder verlängert. Vorsichtshalber bis 7.3.2024. Vertreter der Wirtschaft kritisieren das – sind aber nur noch zwei. Der Rest der Vertreter sitzt vor der Wirtschaft – also vor der Kneipe – und bettelt.

Sah es vor einem Jahr noch nach Lockerung Anfang März 21 aus, war direkt nach Auftauchen von bayrischen Mutanten klar, dass das nichts werden würde. Ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass Mutanten ohne „h“ geschrieben wird, also nicht „Muh-Tanten“ – die Tanten, die wir früher nur „dumme Kühe“ nannten. Ilse Aigner hat also nix damit zu tun.

Im Nachhinein egal – der Lockdown quälte sich so lange durch den Sommer, dass die Leute die Schnauze voll hatten von allem mit „Lock“ drin. Sogar „Lock-erung“ wurde untersagt. Auch „Lock-en“ – verboten. Daher „Lock-down“ – runter mit den Locken. „Dauerwell from Hell“, der Karnevals-Schlager des Jahres 2022 fiel natürlich aus – genau wie der Karneval.

Langsam zeigen sich die Kehrseiten der langen Lockdown-Zeit. Viele Leute kriegen einen Schock, wenn sie Gesichter ohne Maske sehen. Teilweise Nervenzusammenbrüche, wenn Menschen sich aus Versehen unmaskiert im Spiegel sehen. Unverhüllte Gesichter gelten als Erregung öffentlichen Ärgernisses – Menschen heiraten, ohne je die Nase der Partner*in gesehen zu haben. Allerdings gibt es ein 14tägiges Rückgaberecht. In Filmen, die vor 2021 gedreht wurden, werden die Gesichter südlich der Augen verpixelt, um nicht als Pornografie zu gelten.

Die Regierung gibt weiter Durchhalteparolen aus: „Wer zuletzt lockt, lockt am besten!“ „Wäre doch gelockt“ und „Locken stärkt Körper und Seele“. Die Bundestagswahl wurde abgesagt, da Netflix schon vorher die Weltherrschaft übernommen hatte, was aber nicht auffiel, da alle auf die neue Staffel von „Immer für dich da“ warteten.

Wache auf. War nur ein Traum. Oder etwa nicht?

Warum wir jetzt so viele Freunde haben!

Gute Nachricht: Corona ist nicht nur ein Konjunkturprogramm für Amazon und Google – sondern auch für die Schwarzarbeit. Diese hat im Lockdown mal locker um etwa 10 Prozent zugenommen. Wenn das so weiter geht, muss sich demnächst ein Virus vor Gericht wegen „Beihilfe zur Steuerhinterziehung“ verantworten.

Nun ist Schwarzarbeit ja nicht wirklich ein „Kavaliersdelikt“ – wobei man natürlich an dieser Stelle mal die Frage stellen muss, was für Delikte Kavaliere überhaupt noch begehen dürfen, seit illegale Autorennen, Vergewaltigung und Ehrenmorde aus dem Katalog geflogen sind? Das Leben als Kavalier ist nämlich bei weitem nicht mehr so lustig wie noch vor 50 Jahren. Aber das darf man ja dieser Tage auch nicht mehr sagen, da gibt es gleich wieder den „Gender-Maulkorb“… Durch Schwarzarbeit entgehen dem Staat (und damit uns allen) Einnahmen, gegen die industrielle Steuervermeidung wie ein Kavaliersdelikt wirkt. Ach richtig, „Steueroptimierung multinationaler Großkonzerne“ – das gilt natürlich auch weiterhin als „Kavaliersdelikt“!

In Österreich heißt Schwarzarbeit übrigens „Pfusch“. Andererseits heißt „schlampige Plaudertasche“ in Österreich ja auch „Verfassungsschützer“…! In Deutschland, wo es korrekter zugeht, heben wir uns den Begriff „Pfusch“ für die Impfstrategie der Bundesregierung auf!

Die Situation ist drastisch: Menschen mit überlangen Haaren sind nicht notwendigerweise Hippies – vielleicht haben sie einfach nur Streit mit allen Friseur-Freunden… Denn viele sagen: Das ist keine Schwarzarbeit, sondern eine kleine, freundschaftliche Gefälligkeit. Seit Corona wird unser Freundeskreis unglaublich groß: Auf einmal zählt sogar die Oberschicht Friseure und Prostituierte zu ihren guten Freunden. Da erhält der Begriff „Intim-Freundin“ eine starke, wirtschaftliche Relevanz.

Leider geht bei so viel Freundschaft gerne mal die Hygiene flöten. Wo in Bordellen, Friseursalons und Restaurants Hygienekonzepte gelten, werden die in Privatwohnungen gern mal so locker gehandhabt wie die Menschenrechte in Russland. Denn leider gilt immer noch: mehr Freunde – mehr Corona. Mehr Corona – mehr Lockdown…

Warum wir mehr trinken müssen!

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben, heißt es gern. Damit ist vorerst Schluss. Denn die Deutschen trinken Corona-bedingt weniger Bier. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr einen Rückgang von über fünf Prozent. Oder in Zahlen ausgedrückt: gut 500 Millionen Liter Bier weniger als 2019. Oder in Leber gemessen: rund 1500 Leberzirrhosen Verlust. Viele Trinker leiden mittlerweile unter einer Schrumpfleber!

Diese Entwicklung ist brandgefährlich: Karneval weg. Party weg. Bier weg – Wenn jetzt auch noch der Porno-Kanal ausfällt, versinkt das Land in nationaler Depression. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur den Bestand der Brauereien, sondern auch der Deutschen: Wenn immer mehr Frauen sich den Partner nicht mehr schöntrinken können, sinkt die Geburtenrate noch stärker als normal!

Nun ist die Meldung „Die Deutschen saufen zu wenig“ schon ein wenig skurril. Könnte man sich eine Schlagzeile vorstellen: Die Deutschen kiffen zu wenig!? Oder: Die Deutschen nehmen zu wenig Crystal Meth – tschechische Grenze kurz vor dem Bankrott!?

Die rückgängige Anzahl der Bier-Trinker kann noch weitere dramatische Auswirkungen haben: Die Deutschen bleiben länger gesund, die Rentenzahlungen erhöhen sich, der Staat geht bankrott. Die Brauereien schlagen also zu Recht Alarm. Jetzt hilft nur noch ein Rettungsschirm: Freibier für alle! Das käme in der Bevölkerung auch wesentlich besser an als „Geld für Banken“ wie beim letzten Mal.

Andererseits könnte eine der Bierflaute folgende Verknappung auch positive Preisauswirkungen haben. Seltener Whiskey zum Beispiel gilt mittlerweile als heißer Anlagetipp mit jährlichen Renditen von 10 bis 20 Prozent. Man muss sich allerdings davor hüten, von der Investition so betrunken zu werden, dass man aus Versehen die Flasche „Macallan 1926“ für „harte Zeiten“ trinkt – mit einem Marktwert von 1,7 Millionen Euro…

Warum Schokolade nicht mehr Schokolade heißt!

Dass „Zigeunerschnitzel“ nicht mehr so heißen darf, ist mittlerweile auch dem WDR klar. Der „Mohrenkopf“ hat schon länger ausgesorgt, genau wie sein süffisanter Diskriminierungsvetter, der „Schaumkuss mit afro-amerikanischem Migrationshintergrund“.

Neu ist allerdings, dass auch Ritter Sport Schokolade nicht mehr „Schokolade“ heißen darf – das hat aber ausnahmsweise nichts mit Diskriminierung zu tun. Die neue Schokolade „Cacao y nada“ (Kakao und sonst nichts) enthält nämlich keinen Zucker, sondern nur natürlichen Saft aus der Kakao-Frucht. Sie ist also gesund – und so etwas sieht das deutsche Lebensmittelrecht nicht vor! Jedenfalls nicht für Schokolade. Unklar ist, wie die Tafel jetzt bezeichnet werden darf – „Markt-Gift“? „Ruinöser Wettbewerbsverzerrer?“ oder „Süßigkeit ohne Vergiftungs-Hintergrund“?

Leider legt das deutsche Lebensmittelrecht nicht die gleiche Sorgfalt an den Tag, wo es um Lebensmittel geht, die Zucker enthalten, obwohl er da eigentlich nichts verloren hat – die sogenannten „versteckten Zucker“. Etwa in Instant-Tee (20 Gramm Teepulver enthalten 18 Gramm Zucker) – sollte der nicht ehrlicherweise „Instant-Zahn-Weh“ heißen?

Und was ist mit anderen Lebensmitteln? Darf etwa alkoholfreies Bier weiterhin „Bier“ heißen? Oder nur noch „Gerstensaft ohne Wumms“. Was ist mit Coca-Cola, die ja bekanntlich und zum Leidwesen vieler Werbe-Agenturen-Inhaber überhaupt kein Kokain enthält? Muss die nicht eigentlich „Bätsch-nix-Koka-Cola“ heißen?

Welche Auswirkungen hat das auf andere Lebensbereiche? Darf eine gesunde Beziehung ohne Zoff demnächst auch nicht mehr „Ehe“ heißen – sondern „Scheidungsanwalts-Vernichtungsbombe“. Wie sieht es in der Politik aus? Aus der „Corona-Impfstrategie“ müsste korrekterweise das Wort „Strategie“ entfernt werden müssen – sie hieße dann nur noch „Corona-Impf-Pannen-Chaos“. Aber da ist das deutsche Lebensmittelrecht auf einmal nicht mehr zuständig.

Warum wir alle etwas „Blackrock“ sind!

Groß war die Begeisterung, als Larry Finck, Gründer und CEO des weltgrößten Vermögensverwalters „Blackrock“ vor etwa einem Jahr vollmundig eine grüne Trendwende ankündigte: Larry und Greta Thunberg wurden als „Dreamteam der Klimarettung“ zum „heißesten Ding“ – seit Prince Charles und Camilla die Biohöfe unsicher machten.

Jetzt stellt sich allerdings heraus, dass Blackrock in Sachen Klima ein wenig unter dem „Friedrich-Merz-wird-Wirtschaftsminister“-Syndrom leidet… Zwar verkündete der Konzern, keine Aktien mehr von Firmen zu kaufen, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes mit der Förderung von Kohle machten – investierte aber fröhlich weiter in Kohle-Kraftwerke oder Ölkonzerne. Das ist wie ein Zuhälter, der verkündet, alle seine Bordelle zu schließen – nur um sich ganz dem Straßenstrich zu widmen…

„Greenwashing“ („Grün-Vortäuschen“) werfen daher Umweltaktivisten dem Investmentgiganten vor, der überdies mit seiner Finanz-Analyse-Software „Aladdin“ sogar die Softwaregiganten Google und Facebook wie Laien der Geldbeschaffung aussehen lässt. Denn über „Aladdin“ berät Blackrock Regierungen und Zentralbanken, welche dann finanzielle Entscheidungen treffen, die wiederum Blackrock nutzen. Diese Fehlanreize wirken auf Märkte in etwa so stimulierend wie das Gift einer Königskobra auf den Stoffwechsel einer Ratte!

Aber was ist schon ein Fehlanreiz unter Freunden? Es geht vielmehr um Blickwinkel – die vielen Rüstungskonzerne, in die Blackrock investiert hat, sind letztlich auch klimafreundlich. Natürlich! Wer heizt denn die Klimakatastrophe an? Zu viele Menschen. Rüstungskonzerne unternehmen etwas gegen zu viele Menschen und sparen auf diese Weise CO2 ein…

Nun ist Blackrock jedoch nicht für alles verantwortlich. Solange wir einen sparsamen Diesel in einen Tesla-SUV eintauschen und zwecks Heizölsparen in die Karibik fliegen, hilft auch der Erwerb eines grünen Umweltfonds nur bedingt weiter. Solange ist der Larry Finck in uns aktiver als die Greta Thunberg.

Warum Mogelpackungen uns glücklich machen!

Das „Früchte-Müsli“ von Seitenbacher ist „Mogelpackung des Jahres“. Aber nur, weil „Jens Spahns Impfstrategie“ nicht zur Wahl stand! Das Müsli von „Seitenbacher“ erhält die unbegehrte Auszeichnung der Verbraucherschützer, weil es ein Müsli mit fast identischen Zutaten zu einem Seitenbacher „Vollkorn-Früchte-Müsli“ auf den Markt brachte, die Menge von 1000 auf 750 Gramm reduzierte und zeitgleich den Preis erhöhte.

Die Kapriolen des Kapitalismus sind immer wieder sehr beeindruckend! Natürlich stellt sich die Frage, ob ein Müsli wirklich als „Mogelpackung des Jahres“ taugt? Besonders, da das letzte Jahr jede Menge Mogelpackungen zu bieten hatte, auch wenn man Donald Trump und Bitcoin mal außen vor lässt. Die größte Mogelpackung des Jahres 2020 war ohne Zweifel Wirecard – flankiert von Ex-Wirtschaftsminister und Wirecard-Lobbyist Theo von und zu Guttenberg, der ungerührt den Untersuchungsausschuss anlog. Wobei man Guttenberg, der ja auch eine ausgewiesene Mogelpackung ist, zugutehalten muss: Er blieb sich beim Flunkern seit seiner Doktorarbeit treu – und auch seinem Arbeitgeber Wirecard, bei dem schon ein einziger wahrer Satz als Kündigungsgrund galt.

Gemogelt wird jedoch nicht nur in der Wirtschaft. Auch die Politik leistet sich abseits von Wahlversprechen jede Menge Mogelpackungen, die sie dann groß mündig „November“- oder „Dezemberhilfen“ nennt – welche aber bis Ende Januar noch nicht ausgezahlt sind. Ein Bürger, der eine ähnliche Schludrigkeit bei der Tilgung seiner Bank-Schulden an den Tag legte, landete mit ziemlicher Sicherheit im lebenslangen Schufa-Kerker!

Das sieht beim „Früchte-Müsli“ etwas anders aus. Denn was hätte der Müsli-Produzent auch anders machen können? Immerhin kommt er aus Baden-Württemberg – wer dort nicht auf lukrative Sparsamkeit achtet, dem wird doch die schwäbische Staatsbürgerschaft entzogen!

Warum Geld doch nicht unglücklich macht!

Bislang galt: Ab einem Jahreseinkommen von etwa 60.000 Euro führt weiteres Geld nicht zu mehr Glück. Dann helfen nur noch Drogen, Sexpartys mit Pornostars sowie nach dem Entzug eine vegane Ernährungsumstellung samt Eröffnung eines Yoga-Studios. Einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie zufolge stimmt das jedoch nicht: Sehr viel Geld macht eben doch sehr viel glücklicher.

Das ist vermutlich der Grund, weshalb es im Grunewald keine illegalen Autorennen gibt – die Ferraris demonstrieren einfach rasende Ekstase! Rasende Ekstase – oder wie es bei Hertha BSC heißt: Vermeidung des Relegations-Spiels! Viele männliche Millionäre sind so ekstatisch, dass sie allein beim Anblick ihres Kontoauszugs einen bislang nur bei Frauen gemessenen „multiplen Orgasmus“ kriegen! Andere haben es da einfacher: Die SPD kriegt den bereits beim Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde!

Dass Geld und Glück ein gut proportioniertes, profitables Verhältnis haben, dürfte jedem Model klar sein, das mit seinen guten Proportionen profitable Verhältnisse herstellt! Meist verhält es sich aber so, dass erst nach dem Verhältnis wirklich profitable Verhältnisse entstehen. Vorausgesetzt, man verhält sich richtig und verleiht dem Verhältnis einen verhältnismäßig legalen Rahmen…

Nun macht aber auch viel Geld nicht immer glücklich: Pablo Escobar, einst siebtreichster Mensch der Welt, importierte vor Jahren vier Nilpferde auf sein Anwesen. Wie einsam muss man sich fühlen, wenn man die Gesellschaft von Nilpferden sucht? Diese Nilpferde sind klarer Gegenbeweis der „viel-Geld-viel-Glück-These“: Trotz ihrer Besitzlosigkeit fühlen sie sich pudelwohl („pudeln“ – heißt so viel wie „im Wasser plantschen“, daher hat auch der Hund seinen Namen!) und vermehren sich so prächtig, dass sie die Fauna Kolumbien stärker bedrohen als Drogenboss Escobar – der wurde nämlich 1993 erschossen…

Warum wir jetzt immer coronesker werden!

Dass der Karneval ausfällt, ist natürlich eine miese Lüge. Er ist in vollem Gang – das Maskenfest heißt Corona! Über die Maßnahmen-Verschärfung dazu wird beraten wie über einen vietnamesischen Nudelteller: Scharf, extra-scharf oder mit Feuerlöscher als Beilage?

2021 wird so als das Jahr in die Geschichte eingehen, in der eine Heirat ein Akt der Rebellion sein kann. Oder ein Akt der Dummheit – aber das galt vorher schließlich auch schon… In NRW wurde gar eine „Gruppe Männer ohne Mindestabstand“ ausgehoben, unter denen sich mindestens ein Friseur befand – was vor einem Jahr noch als Betriebsversammlung eines Schwulen-Portals oder als Vorstands-Sitzung gegolten hätte, ist heute ein subversiver Akt von Menschen, denen die Frisur wichtiger ist als der Tod.

Derweil treten erneut unbekannte Viren-Mutationen in Brasilien und Garmisch-Patenkirchen auf. Wobei man in Garmisch dementiert, dass es sich bei der Virus-Mutation um den thailändischen König Rama X handelt, welcher vermutlich insgeheim davon träumt, sein Land von Schloss Neuschwanstein aus zu regieren. Genauso wenig, wie die aus Großbritannien stammende, verheerende Mutation B 1.1.7 es mit den Verheerungen aufnehmen kann, die Boris Johnson anrichtet.

Aber es gibt ja eine Lösung, und die heißt: Home-Office. Problem daran: Die Ausstattung vieler Home-Offices würde noch mit der Umstellung auf Windows 95 ein Update erfahren! Was das Home-Office in ein „Home Off is“ verwandelt – Zuhause ist abgeschaltet. Ein Zustand, den viele kommunale Behörden schon seit Jahren auch aus dem Büro kennen.

Immer wieder gern diskutiert wird die nächtliche Ausgangssperre, wie sie in Bayern bereits gilt. Wobei „Ausgangssperre“ ein großes Wort ist – bereits mit Ladenschluss um 18 Uhr gibt es in den meisten Gegenden Bayerns nix mehr, weswegen man das Haus verlassen will…

Willkommen im Narrenland Corona!

Warum jetzt die Bartsteuer kommt!

Ab dem kommenden Montag erteilt „Markus-ich-kann-Kanzler-Söder“, im Nebenberuf König von Bayern, dem Freistaat ein FFP2-Maskengebot. In 2000 Jahren wird man in religiösen Schriften lesen können: „Es begab sich aber zu einer Zeit, da Markus Söder für ganz Bayern ein FFP2-Maskengebot erließ, auf dass alles Volk sich schützen ließe vor dem COVID, ein jeder in seiner Apotheke…“

Abgesehen davon, dass hier aufgrund des hohen FFP2-Masken-Preises die Corona-Prävention zum Reichen-Hobby wird, gibt es ein weiteres, sehr viel gravierenderes Problem: Bartträger! Die schon vor Jahren von Gesundheitsminister Spahn als affige „Hipster“ Verunglimpften sind heute gefährlicher denn je. Denn Bartträger können keine Masken tragen. Nicht, weil sie dazu nicht in der Lage wären – wer seinen Capuccino fehlerfrei auf Englisch in Schwabing oder Prenzlberg bestellen kann, obwohl er es auch auf Bayrisch oder Schwäbisch könnte, ist durchaus in der Lage, das banale Aufsetzen einer FFP2-Maske zu meistern. Allein – es nutzt nichts. Denn ein Vollbart verhindert das Aus- oder Eintreten von Aerosolen trotz Maske genauso wenig wie ein Manuel Neuer einen Elfer des „Holstein-Kiel“.

Die Gefahr, die Bartträger für die Ausbreitung von Corona leisten, wird systematisch unterschätzt. Wenn es um Bärte und Corona geht, gibt es also nur eine Lösung: der Bart muss ab! Wo es bei schalen Witzen gern mal heißt: Der hat ja wohl „so nen Bart“, kann man das Eins zu Eins auf die COVID19-Verbreitung übertragen. Nicht nur rutscht die Maske dem Bartträger häufig an Positionen, die verdächtig an ein „Zehntel-Kondom“ erinnern – sie schützt auch genauso effektiv wie Letzteres.

Im russischen Zarenreich gab es im 18. Jahrhundert eine Bartsteuer, die den Russen das Tragen eines Bartes verleiden sollte, weil es erstens unmodern war und zweitens idiotisch aussah. An dieser Gemengelage hat sich bis heute nichts geändert, außer dass ein glattrasierter Deutscher, der einen Capuccino auf Englisch bestellt, noch bekloppter wirkt als ein Bärtiger. Andererseits sitzt die FFP2-Maske des Glattrasierten einfach besser.

Wenn wir Corona wirklich zurückdrängen wollen, kommen wir an der Bartdiskussion nicht vorbei. Auch wenn Bartträger gern sagen: „Wikinger, Weihnachtsmann, Wagner – muss ich mehr sagen?“ Worauf man getrost erwidern kann: „Alle tot – muss ich mehr sagen?“

PS: Der Autor dieser Zeilen rasierte sich vor einiger Zeit den Bart ab – aus Gründen, die absolut nichts mit Corona zu tun hatten.

Was uns 2021 weiter erwartet!

Das Gute war ja: im vergangenen Jahr konnte man pandemiebedingt einen Banküberfall völlig ohne Waffen und unmaskiert mit den Worten durchführen: „Alle auf den Boden – oder ich huste euch was!“ Das wird 2021 wieder anders – trotz des schwierigen Impfstarts. Eine der Ursachen dafür wird Mitte Februar offensichtlich werden, als ein Obdachloser versucht, für etwa 10.000 Impfdosen ein Dosenpfand zu kassieren. Er fand sie eigenen Aussagen zufolge in einem Container vorm Gesundheitsministeriums in einem Karton mit der Aufschrift „Osterüberraschung für Koalitionspartner“.

Im März beginnt dann das Superwahljahr mit den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Man sollte sich vom Namen nicht täuschen lassen – mit dem Wählen ist es wie bei Hertha BSC: Es wurde wieder mal vergessen, im Ausland gutes Personal einzukaufen. Wobei das natürlich beim Fußball leichter ist als in der Politik. Die Grünen gewinnen in Baden-Württemberg, nachdem sie glaubhaft machen, auf das ganze „Umwelt-Gedöns“ in Zukunft zu verzichten. Rheinland-Pfalz geht an die SPD, die das Gleiche mit dem „Sozialen“ macht. Die CDU tritt ohnehin ohne das „christlich“ an, während die Liberalen das Liberale ja schon länger in „lieber-al-le anderen“ umgewandelt hatten.

Kurz darauf wird Markus Söder Kanzlerkandidat der Union, unterzieht sich aber, um ein Signal an die LGBTQ-Community zu senden, einer Geschlechtsumwandlung. Als „Markisa Söder“ wird er zweite deutsche Kanzlerin mit dem Slogan: „Deutschland braucht keinen Rettungsschirm – sondern eine Markise!“

Als am 27. September die Ära Merkel endet, wird „die Raute“ zum offiziellen Post-Corona-Gruß. Ein Versuch der Marke „Aral“, Merkel als Werbeträgerin für ihre Tankstellen zu gewinnen mit dem Slogan „Pack die Raute in den Tank!“ scheitert jedoch.

Als im Herbst die Maskenpflicht abgeschafft wird, beginnen einige „Querdenker“ erstmals, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen – um das Vermummungsverbot zu kritisieren und damit das „Gruppen-Feeling“ nicht verlorengeht. Das jedoch geht fast unter in der allgemeinen Euphorie – genau wie der Klimaschutz…

Warum wir Horror-Storys lieben!

Viele Kinder lieben Gruselmärchen und glauben eine Zeitlang sogar daran. Märchen, in denen Kinder sich in dunklen Wäldern verirren und von bösen Hexen fast gegessen werden. Oder kleine Männchen, die das Kind der schönen Königin kaufen und schreckliche Dinge mit ihm tun wollen. Oder viel zu viele Fremde, die das Land überrennen… Letzteres ist ein zurzeit in vielen Ländern der Welt gern erzähltes Gruselmärchen – leider sind die Kinder, die es glauben, bereits volljährig und glauben es noch immer..

Unter dem Eindruck des „gestohlene Wahl“-Gruselmärchens stürmten einige dieser derart Hypnotisierten den Gesetzgebungs-Hügel inklusive des auf ihm thronenden Gebäudes, um dort etwas Rambazamba zu machen und mit gehörnten Helmen hinter Schreibtischen zu posieren. Das gab tolle Bilder und Friedrich Merz die Gelegenheit, auf N-tv entrüstet zu erwähnen, dass auch er schon häufiger „auf dem Kapitol“ gewesen sei, aber immer friedlich. Überhaupt ergeben sich aus der „Aktion des Mobs“ tolle Bilder und noch tollere Diskussionen, ob das nun schon das Ende oder erst der Anfang sei. Nicht zu vergessen die wahnsinnig guten Einschaltquoten für alle Nachrichtensendungen.

Das Ganze erinnert an Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen. Und das ist es leider auch. Ein Kampf gegen Windmühlen und alle anderen Formen nachhaltiger Energie. Das wirklich Teuflische daran: Die USA werden durch innenpolitisches Wundenlecken mit Klimapolitik so viel am Hut haben wie Deutschland mit der Abschaltung von Kohlekraftwerken. Was die leider wahre Grusel-Story einer Klimakatastrophe wahrscheinlicher macht. Und eine Menge von Klima-Flüchtenden produziert, gegen die sich die momentanen Elends-Migrant*Innen ausnehmen wie ein laues Lüftchen gegen einen Hurrikan. Wenn das eintritt, gibt es keine dunklen Wälder mehr, und die Kinder, Hexen, kleinen Männchen sowie alle Fremden leben ganz ohne Gruselmärchen in einer Horror-Welt.

Was uns 2021 erwartet!

Das Jahr fängt gerade erst an, und schon hört man überall: Es kann nur besser werden. Der Autor dieser Zeilen unterstützt diese Sicht und setzt noch einen drauf: 2021 wird das beste Jahr „ever“. Der Anfang wird erst mal hart, klar. Am 16. Januar gelingt es Friedrich Merz, die „obere Mittelschicht“ hinter sich zu lassen und zur Spitze der CDU aufzusteigen. Er muss aber eine Doppelspitze mit Alice Schwarzer bilden, um den „Merkel-Faktor“ nicht völlig zu vernachlässigen. Auch weil die Alice so gute Beziehungen zur Bild-Zeitung hat…

Das jedoch ist schnell vergessen, denn am 19. Januar erwacht Donald Trump wunderbarerweise aus dem Koma der schweren Persönlichkeitsstörung, in dem er über 70 Jahre lang lebte.  Am 20. Januar erkennt er Joe Biden als Präsident mit den Worten an: „Er ist der bessere Mann! Ich bin ein Verlierer – und das ist gut so!“

Nach einem kurzen, aber wirklich „harten Lockdown“, den das ganze Land für eine zweiwöchige „Atempause“ daheim nutzt, sind die Inzidenz-Zahlen so niedrig wie die Werte der SPD in Sachsen-Anhalt. Das befürchtete Ende aller Partys bleibt aus, danach beginnt eine Party ohne Ende. 2021 leitet ein Jahrzehnt des Feierns ein, besonders nach der erfolgreichen Kampagne: „Nie mehr will ich schimpfen – ich lass mich lieber impfen“. Um die Impfquote zu erhöhen, musste die Regierung Anreize setzen. Und was ist der wirksamste Anreiz für einen Deutschen? Ärgernisse sparen? Millionen sparen? Nein. Steuern sparen! Für jede Impfung gibt es eine Steuerersparnis von 100 Euro, die im Osten „ostalgisch“ nur „Corona-Begrüßungsgeld“ heißt! Impfskeptiker und Verschwörungstheoretiker erhalten einen Umsonst-64 GB USB-Stick von Bill Gates inklusive eines Chips zur Kontrolle ihres Gehirns, der aber Windows-typisch permanent abstürzt und daher nicht einsatzfähig ist.

Das jedoch ist erst der Anfang. Schließlich ist 2021 auch ein Superwahljahr, das Ende der Ära Merkel und vieles mehr – doch davon mehr am Samstag…

Welche Neujahrsvorsätze dieses Jahr anders sind!

Die ersten Leichen eines neuen Jahres sind traditionell die Neujahrsvorsätze. Während es sich dabei normalerweise um Standards handelt wie: „Ein besserer Mensch werden“, „Gewicht reduzieren“ oder „meiner Frau endlich sagen, die ich nebenher noch mit drei anderen verheiratet bin, von denen zwei mein eigenes Geschlecht haben“, so dürften sie dieses Jahr erheblich abweichen.

Daher an dieser Stelle ein Auszug aus der vermutlichen Hitliste der zehn beliebtesten Neujahrsvorsätze des Jahres 2021: Auf Platz 10: Nicht mehr dieses blöde „Bleib gesund“ zum Abschied murmeln, sondern „lass es krachen!“ Auf Platz 9: „Aprés-Ski Partys feiern – und wenn’s erst im Sommer ist.“ Platz 8: „Die seit vier Monaten getragene Stoffmaske zum ersten Mal waschen“. Platz 7: „Den Pandemie-Speck durch heiße, durchgetanzte, verschwitzte Techno-Orgien in überfüllten Clubs beseitigen. Platz 6: „Öffentlich zugeben, dass man heimlich Schnelltests durchführt.“

Auf den oberen Plätzen finden sich dann Vorhaben wie das auf Platz 5: „Den finanziellen Hauptfehler des letzten Jahres vermeiden und nicht wieder auf einen wundersamen Anstieg der Wirecard-Aktie setzen.“ Platz 4: „So tun, als wäre man Bluter/Herzpatient/Pfleger-ohne-direkte-Ausbildung-und-Arbeitsplatz, um schneller an die Impfung zu kommen!“ Woraus der nächste , auf Platz 3 liegende Vorsatz resultiert: „Öffentliche Geländer ablecken um zu beweisen, dass man sich vor keinem Keim der Welt mehr fürchtet!“ Auch Platz 2 folgt auf eine schnelle Impfung: „Nach der Impfung der Versuchung widerstehen, eine Zungenkuss-Party zu organisieren und alle als Loser beschimpfen, die sich weigern, mitzumachen.“

Und natürlich auf Platz 1: „Meiner Frau endlich sagen, dass ich nebenher noch mit drei anderen verheiratet bin, von denen zwei mein eigenes Geschlecht haben, während die Dritte eine Virologin ist!“

Warum 2020 gar nicht so schlecht war!

Zugegeben: Das zu Ende gehende Jahr hat es nicht jedem angetan. Es war nervig, finanziell häufig nachteilig, und dann bekam man es auch noch mit Menschen zu tun, die „querdenken“ mit „Brett vorm Kopf“ verwechselten. Und man musste staunend erkennen, dass Menschen, die Zeter und Mordio schreien, sobald ein Einwanderer einen Deutschen verletzt, es aktiv unterstützen, dass ein eingewanderter Virus Tausende Deutscher tötet!

Aber 2020 hatte auch positive Seiten: Vom vielen Händewaschen waren die Hände häufig so rau, dass man sie beim Renovieren anstelle von Sandpapier einsetzen konnte, was wiederum Geld sparte. Zudem war der bislang nur bei Bankräubern bekannte Begriff „Alltagsmaske“ auf einmal in aller Munde und förderte sogar die Gleichberechtigung: Auch islamische Männer durften die Erfahrung machen, wie es ist, wenn man verschleiert durch die Gegend läuft…

2020 war natürlich zudem das Jahr der Virologen-Seifenoper: Redet Drosten wieder mit Streeck? Wenn nicht, warum? Wohnt Karl Lauterbach tatsächlich im TV-Studio von Markus Lanz, um jederzeit die dringend benötigte (und häufig berechtigte) Panik zu verbreiten?

Auf der anderen Seite durften wir die Erfahrung machen, dass die Deutschen ein reinliches Volk sind. Während andere Kulturen Wein und Grappa horteten, hamsterten unsere Landsleute Klopapier. Wenn der Welt also die Kacke um die Ohren fliegt, macht die eine Hälfte Party, die andere will dringend die Ohren säubern…

Gottseidank gab es die Firma Wirecard, die uns einerseits die Augen dafür öffnete, dass es neben Corona noch jede Menge anderer Schweinereien gibt, und andererseits den Blick darauf lenkte, dass Berichte von „Wirtschaftsprüfern“ derart besoffen ausfallen können, dass man meinen muss, sie verwechselten „Wirtschaft“ mit „Kneipe“…

Die Pandemie schaffte es außerdem, dass viele Menschen vergaßen, was das Wort „Brexit“ bedeutet – so dass ein hastig zum Ende des Jahres geschlossener Handelsvertrag zwischen den Themen „Weihnachten als Superspreader“ und „Böllerverbot“ fast unterging.

Und zu guter Letzt fällt nach 10 Stunden Video-Konferenz sogar „Digital Natives“ auf, dass ein erhöhtes Maß an Zwei-Dimensionalität ganz schön eindimensional ist… Insofern wünsche ich uns allen ein multidimensionales Jahr 2021!