Autor: Chin Meyer

Warum wir uns verabschieden!

Klar hätte es jede Menge kreativer Nachrufe und toller Schlagzeilen geben können: „Kurier-Kolumnist stößt sich in einem Anfall von Weltschmerz die eigene spitze Feder zu tief ins Herz!“ Oder: „Leider wurde er von einem verfeindeten Schreiberling mit einem vergifteten Gänsekiel feige gemeuchelt!“ Oder mehr im Stil des 20. Jahrhunderts: „Chin Meyer raste vollgekokst den Kudamm runter, nietete dabei sieben pädophile Serienmörder um, bevor er mit dem Kampfschrei „Schlussverkauf“ ins KaDeWe raste und dort tragisch verschied!“ Das 21. Jahrhundert hätte auch das eine oder andere passende Ende bereit gehabt: „Meyer von einem Twitter-Shitstorm davongeweht, um im Facebook-Gulli zu ertrinken!“ Oder: „Er verwechselte sich mit seinem Avatar in „Writers-Battle“ und jagte sich als Ego-Shooter aus dem Rechner heraus eine Kugel in die Stirn!“

All das trifft auf diesen Kolumnisten nicht zu. Und trotzdem endet mit diesen Zeilen vorerst (niemals soll man niemals… Sie wissen schon) eine 18jährige Zusammenarbeit, die mir sehr viel Freude bereitet hat – und dem Leser*in hoffentlich auch. Ein Moment extremer Dankbarkeit und tiefer Traurigkeit. So sollte man scheiden. Auch das wäre eine Schlagzeile wert gewesen: „Innerhalb weniger Stunden aufgrund des tränenreichen Abschieds an Salz- und Flüssigkeitsmangel ausgetrocknet wie eine ägyptische Mumie!“

Chefredakteure kamen und gingen, Meyer aber blieb und schrieb – bis jetzt. Der Plan war ein anderer gewesen: Ich programmiere seit Jahren einen Algorithmus, der nach meinem physischen Tod im Jahr 2069 die Kolumne fortsetzt, bis Anfang des Jahres 2487 auffällt, dass das „Chin Meyer Mausoleum“ in Friedrichsfelde aufgrund fortgesetzten Ausbaus und zahlreicher anonymer Zuwendungen die „verbotene Stadt“ in China als Weltkulturerbe ablöst.

Allein – das war’s. Sie, liebe*r Leser*in, waren mir in fast 20 Jahren ein*e treue*r Begleiter*in – dafür danke ich Ihnen. Ich danke all den wunderbaren Mitarbeiter*innen in der Redaktion, die meine verkorkste Rechtschreibung und Grammatik geduldig ertrugen und gegebenenfalls korrigierten. Und ich danke dem Kurier für die lange Treue – er hat alle meine bisherigen Liebes-Beziehungen überdauert!

Doch jedem Abschied wohnt bekanntermaßen auch ein Neubeginn inne. In meinem Podcast „Nur für Gewinner“ streife ich zusammen mit Timo Wopp weiter durch wirtschaftliche Absurditäten. Im Bayrischen Fernsehen bin ich als „Steuerfahnder“ aktiv. Und natürlich bald wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten – mehr davon in meinem Newsletter und auf meiner Webseite.

Wir, liebe*r Leser*in, liebe Redaktion, lieber Berliner Kurier, bleiben auch weiterhin verbunden. Und wenn Sie den Kurier weiter fleißig kaufen und jeder noch zehn weitere Leser mitbringt, die wieder zehn Leser mitbringen – vielleicht klappt es dann ja doch noch mit dem Mausoleum…!

Mehr Infos auf www.chin-meyer.de oder https://nurfuergewinner.podigee.io

Warum wir klüger werden müssen!

Beim Versuch, Einigkeit zum Wahlkampfauftakt zu demonstrieren, unterlief Armin Laschet ein kleiner Lapsus: 1977 wäre es der GSG9 gelungen, „Deutsche aus einer Lufthansa-Maschine in Landshut“ zu befreien. Ich fragte mich schockiert, warum ich noch nichts vom berühmten „Landshut Airport International“ gehört hatte, und ob es sich nicht eventuell um eine Lufthansa Maschine namens „Landshut“ in Mogadischu gehandelt haben könnte. Aber ob Landshut oder Mogadischu – letztlich ist es ja egal, auf welche Provinzhauptstadt mit Infrastrukturproblemen und Bildungs- sowie Wohnungsnotstand sich der Kandidat bezog…

Währenddessen hörte nämlich „Unterstützer“ Markus Söder gar nicht hin und starrte gebannt auf sein Handy. So geht „Einigkeit“ also in der Union. Dieses Verhalten kann man als „dumm“ bezeichnen. Eine der Definitionen von „dumm“ ist: eine Handlung, die jemand anderem schadet, ohne einem selbst einen Nutzen zu bringen. Söder hilft seiner Partei, in die Opposition zu gehen.

Dummheit ist leider sehr, sehr weit verbreitet und der Hauptgrund für das Dilemma der menschlichen Rasse. Ich habe Bekannte, die Corona verharmlosen und sich weder an Schutzregeln halten noch impfen lassen, aber zeitgleich als Soloselbstständige zu den Hauptleidenden der Pandemie zählen. Das ist in etwa so schlau, als wolle man andere überzeugen, dass Benzin bei weitem nicht so brennbar ist wie von den Mainstream-Medien behauptet, nur um dann ein entzündetes Streichholz in den Tank zu werfen.

Die Öl- und Kohlelobby hingegen ist nicht dumm, wenn sie dafür sorgt, dass der Klimaschutz scheitert. Immerhin nützt sie sich selbst, während sie anderen Schaden zufügt. Das bezeichnet man als „Banditentum“. Intelligent wäre es, sich selbst zu nützen, aber anderen auch. Aber die Intelligenz muss vielleicht auch erst noch von der GSG9 befreit werden…

Warum wir Corona jetzt bellen!

Tiere sind durch ihre feinen Sinnesorgane oftmals besser als medizinische Tests, wenn es um die Erkennung menschlicher Fehlfunktionen geht. So erkennen Tauben Krebs besser als Ärzte, Hunde merken, wenn Frauchen oder Herrchen krank sind und das Halten von Singvögeln deutet eine psychische Störung an – jemand hat eine Meise…!

Neuerdings gibt es in Frankreich Hunde, die Corona erschnüffeln können. Und das sind tatsächlich Hunde – und nicht der Hausarzt, der eine*n panisch ansieht, wenn man oder frau aus Versehen hustet. Analog zu Drogen-Hunden sind die Tiere darauf abgerichtet, am menschlichen Schweiß zu erschnüffeln, ob eine Corona-Infektion stattfand. Natürlich gibt es dabei Schwachstellen: Wenn Schweiß benötigt wird, funktioniert der Test natürlich bei Beamten nicht. Aber vielleicht kann man die Hunde auch auf das Erschnüffeln von Corona im Schlafsand abrichten…?

Es stellen sich jedoch weitere Fragen: Heißt es „Corona-Gassi-Gehen“, wenn der Hund zum Schnüffeln losgeschickt wird – oder ist „Corona-Gassi-Gehen“ immer noch ein Code für heimliche Demonstrationen von Corona-Leugner*innen? Riechen die Hunde auch die Delta-Variante – oder braucht es spezielle „Delta-Dogs“? Wenn jemand „vor die Hunde geht“ – ist das nur der Gang zum Test-Hund-Rudel oder schon das Corona-Endstadium?

Könnten die feinen Nasen von Hunden nicht auch darauf abgerichtet werden, am Schweiß von Menschen den Zustand der Paarungswilligkeit zu erschnüffeln? Hießen diese Hunde dann „Tinder-Dogs“? Würden die bei erschnüffelter Paarungslust laut jaulen oder mit dem Schwanz wedeln? Müsste es gesetzlich verboten werden, Tinder-Dogs auch auf Männer zu trainieren, weil die Tiere dann wegen kontinuierlicher Lärmbelästigung eingeschläfert werden müssten?

Das Gute an diesen Corona-Hunden ist jedoch, dass sie den Teststations-Betrug beenden könnten. Ausnahme: der Hund „riecht den Braten“, erschnüffelt nur die Drogen, nimmt diese ein und geht anschließend Gassi mit dem Tinder-Date…

Warum wir Kinder schänden!

„Todesstrafe für Kinderschänder!“ fordern Rechte gern. Bei anderen Delikten sind sie deutlich entspannter. Korruption etwa. Oder bei finanziellen Machenschaften versteckter Parteienwerbung. So ist zum Beispiel ungeklärt, wer die großformatigen Plakate finanziert, die zurzeit das „Grünen-Bashing“ anführen. „Ökoterror“ steht da drauf, „Klimasozialismus“ und „Wohlstandsvernichtung“. Verantwortet werden sie von einem AfD-nahen Aktivisten und Klimakatastrophen-Leugner.

So sehr man die Sensibilität von Menschen bewundert, die lauthals „Ökoterror“ schreien, wenn sie an der Tanke 10 Cent mehr für den Liter zahlen sollen und das mit einem Bombenanschlag gleichsetzen, so sehr sorgt man sich um die Konsequenzen dieser etwas „hosenschissigen“ Perspektive. Denn das Klima (da haben die Plakate ausnahmsweise recht) ist natürlich sozialistisch: Es behandelt alle gleich. Hitzewellen, Flutwellen, Waldbrände – da ist es egal, ob man in kalifornischen Strand- und Waldparadiesen wohnt oder im Ahrtal. Diese Katastrophen wiederum führen zu echtem Terror: Einer der Gründe für islamistischen Terror ist zunehmende Wasserknappheit. Letztere führt zu Armut und Arbeitslosigkeit – und junge, arme und arbeitslose Männer werden ähnlich leicht Opfer finanzstarker Terror-Anwerber wie hilflose Deutsche Opfer einer Mitklatsch-Attacke bei einem Schlager-Konzert.

Die „Wohlstandsvernichtung“ wiederum setzt nicht ein, wenn die Regierung vorschreibt, das Haus anständig zu dämmen, sondern wenn die Klima-Anlage im nächsten Hitzesommer die Stromrechnung des nicht gedämmten Hauses explodieren lässt – das ist dann der wahre „Bombenanschlag“.

Die Gleichung lautet also: Kein Klimaschutz führt durch den klimaimmanenten „Sozialismus“ zu mehr „Öko-Terror“ und einer beispiellosen „Wohlstandsvernichtung“ – besonders für die Nachkommen. Das ist eine Schande für die nächsten Generationen – und zwar nachhaltig!

Wer eine Todesstrafe für Kinderschänder fordert – welche Strafe müsste der wohl für „nachhaltige Kinderschändung“ fordern?