Autor: Chin Meyer

Warum wir uns verabschieden!

Klar hätte es jede Menge kreativer Nachrufe und toller Schlagzeilen geben können: „Kurier-Kolumnist stößt sich in einem Anfall von Weltschmerz die eigene spitze Feder zu tief ins Herz!“ Oder: „Leider wurde er von einem verfeindeten Schreiberling mit einem vergifteten Gänsekiel feige gemeuchelt!“ Oder mehr im Stil des 20. Jahrhunderts: „Chin Meyer raste vollgekokst den Kudamm runter, nietete dabei sieben pädophile Serienmörder um, bevor er mit dem Kampfschrei „Schlussverkauf“ ins KaDeWe raste und dort tragisch verschied!“ Das 21. Jahrhundert hätte auch das eine oder andere passende Ende bereit gehabt: „Meyer von einem Twitter-Shitstorm davongeweht, um im Facebook-Gulli zu ertrinken!“ Oder: „Er verwechselte sich mit seinem Avatar in „Writers-Battle“ und jagte sich als Ego-Shooter aus dem Rechner heraus eine Kugel in die Stirn!“

All das trifft auf diesen Kolumnisten nicht zu. Und trotzdem endet mit diesen Zeilen vorerst (niemals soll man niemals… Sie wissen schon) eine 18jährige Zusammenarbeit, die mir sehr viel Freude bereitet hat – und dem Leser*in hoffentlich auch. Ein Moment extremer Dankbarkeit und tiefer Traurigkeit. So sollte man scheiden. Auch das wäre eine Schlagzeile wert gewesen: „Innerhalb weniger Stunden aufgrund des tränenreichen Abschieds an Salz- und Flüssigkeitsmangel ausgetrocknet wie eine ägyptische Mumie!“

Chefredakteure kamen und gingen, Meyer aber blieb und schrieb – bis jetzt. Der Plan war ein anderer gewesen: Ich programmiere seit Jahren einen Algorithmus, der nach meinem physischen Tod im Jahr 2069 die Kolumne fortsetzt, bis Anfang des Jahres 2487 auffällt, dass das „Chin Meyer Mausoleum“ in Friedrichsfelde aufgrund fortgesetzten Ausbaus und zahlreicher anonymer Zuwendungen die „verbotene Stadt“ in China als Weltkulturerbe ablöst.

Allein – das war’s. Sie, liebe*r Leser*in, waren mir in fast 20 Jahren ein*e treue*r Begleiter*in – dafür danke ich Ihnen. Ich danke all den wunderbaren Mitarbeiter*innen in der Redaktion, die meine verkorkste Rechtschreibung und Grammatik geduldig ertrugen und gegebenenfalls korrigierten. Und ich danke dem Kurier für die lange Treue – er hat alle meine bisherigen Liebes-Beziehungen überdauert!

Doch jedem Abschied wohnt bekanntermaßen auch ein Neubeginn inne. In meinem Podcast „Nur für Gewinner“ streife ich zusammen mit Timo Wopp weiter durch wirtschaftliche Absurditäten. Im Bayrischen Fernsehen bin ich als „Steuerfahnder“ aktiv. Und natürlich bald wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten – mehr davon in meinem Newsletter und auf meiner Webseite.

Wir, liebe*r Leser*in, liebe Redaktion, lieber Berliner Kurier, bleiben auch weiterhin verbunden. Und wenn Sie den Kurier weiter fleißig kaufen und jeder noch zehn weitere Leser mitbringt, die wieder zehn Leser mitbringen – vielleicht klappt es dann ja doch noch mit dem Mausoleum…!

Mehr Infos auf www.chin-meyer.de oder https://nurfuergewinner.podigee.io

Warum wir klüger werden müssen!

Beim Versuch, Einigkeit zum Wahlkampfauftakt zu demonstrieren, unterlief Armin Laschet ein kleiner Lapsus: 1977 wäre es der GSG9 gelungen, „Deutsche aus einer Lufthansa-Maschine in Landshut“ zu befreien. Ich fragte mich schockiert, warum ich noch nichts vom berühmten „Landshut Airport International“ gehört hatte, und ob es sich nicht eventuell um eine Lufthansa Maschine namens „Landshut“ in Mogadischu gehandelt haben könnte. Aber ob Landshut oder Mogadischu – letztlich ist es ja egal, auf welche Provinzhauptstadt mit Infrastrukturproblemen und Bildungs- sowie Wohnungsnotstand sich der Kandidat bezog…

Währenddessen hörte nämlich „Unterstützer“ Markus Söder gar nicht hin und starrte gebannt auf sein Handy. So geht „Einigkeit“ also in der Union. Dieses Verhalten kann man als „dumm“ bezeichnen. Eine der Definitionen von „dumm“ ist: eine Handlung, die jemand anderem schadet, ohne einem selbst einen Nutzen zu bringen. Söder hilft seiner Partei, in die Opposition zu gehen.

Dummheit ist leider sehr, sehr weit verbreitet und der Hauptgrund für das Dilemma der menschlichen Rasse. Ich habe Bekannte, die Corona verharmlosen und sich weder an Schutzregeln halten noch impfen lassen, aber zeitgleich als Soloselbstständige zu den Hauptleidenden der Pandemie zählen. Das ist in etwa so schlau, als wolle man andere überzeugen, dass Benzin bei weitem nicht so brennbar ist wie von den Mainstream-Medien behauptet, nur um dann ein entzündetes Streichholz in den Tank zu werfen.

Die Öl- und Kohlelobby hingegen ist nicht dumm, wenn sie dafür sorgt, dass der Klimaschutz scheitert. Immerhin nützt sie sich selbst, während sie anderen Schaden zufügt. Das bezeichnet man als „Banditentum“. Intelligent wäre es, sich selbst zu nützen, aber anderen auch. Aber die Intelligenz muss vielleicht auch erst noch von der GSG9 befreit werden…

Warum wir Corona jetzt bellen!

Tiere sind durch ihre feinen Sinnesorgane oftmals besser als medizinische Tests, wenn es um die Erkennung menschlicher Fehlfunktionen geht. So erkennen Tauben Krebs besser als Ärzte, Hunde merken, wenn Frauchen oder Herrchen krank sind und das Halten von Singvögeln deutet eine psychische Störung an – jemand hat eine Meise…!

Neuerdings gibt es in Frankreich Hunde, die Corona erschnüffeln können. Und das sind tatsächlich Hunde – und nicht der Hausarzt, der eine*n panisch ansieht, wenn man oder frau aus Versehen hustet. Analog zu Drogen-Hunden sind die Tiere darauf abgerichtet, am menschlichen Schweiß zu erschnüffeln, ob eine Corona-Infektion stattfand. Natürlich gibt es dabei Schwachstellen: Wenn Schweiß benötigt wird, funktioniert der Test natürlich bei Beamten nicht. Aber vielleicht kann man die Hunde auch auf das Erschnüffeln von Corona im Schlafsand abrichten…?

Es stellen sich jedoch weitere Fragen: Heißt es „Corona-Gassi-Gehen“, wenn der Hund zum Schnüffeln losgeschickt wird – oder ist „Corona-Gassi-Gehen“ immer noch ein Code für heimliche Demonstrationen von Corona-Leugner*innen? Riechen die Hunde auch die Delta-Variante – oder braucht es spezielle „Delta-Dogs“? Wenn jemand „vor die Hunde geht“ – ist das nur der Gang zum Test-Hund-Rudel oder schon das Corona-Endstadium?

Könnten die feinen Nasen von Hunden nicht auch darauf abgerichtet werden, am Schweiß von Menschen den Zustand der Paarungswilligkeit zu erschnüffeln? Hießen diese Hunde dann „Tinder-Dogs“? Würden die bei erschnüffelter Paarungslust laut jaulen oder mit dem Schwanz wedeln? Müsste es gesetzlich verboten werden, Tinder-Dogs auch auf Männer zu trainieren, weil die Tiere dann wegen kontinuierlicher Lärmbelästigung eingeschläfert werden müssten?

Das Gute an diesen Corona-Hunden ist jedoch, dass sie den Teststations-Betrug beenden könnten. Ausnahme: der Hund „riecht den Braten“, erschnüffelt nur die Drogen, nimmt diese ein und geht anschließend Gassi mit dem Tinder-Date…

Warum wir Kinder schänden!

„Todesstrafe für Kinderschänder!“ fordern Rechte gern. Bei anderen Delikten sind sie deutlich entspannter. Korruption etwa. Oder bei finanziellen Machenschaften versteckter Parteienwerbung. So ist zum Beispiel ungeklärt, wer die großformatigen Plakate finanziert, die zurzeit das „Grünen-Bashing“ anführen. „Ökoterror“ steht da drauf, „Klimasozialismus“ und „Wohlstandsvernichtung“. Verantwortet werden sie von einem AfD-nahen Aktivisten und Klimakatastrophen-Leugner.

So sehr man die Sensibilität von Menschen bewundert, die lauthals „Ökoterror“ schreien, wenn sie an der Tanke 10 Cent mehr für den Liter zahlen sollen und das mit einem Bombenanschlag gleichsetzen, so sehr sorgt man sich um die Konsequenzen dieser etwas „hosenschissigen“ Perspektive. Denn das Klima (da haben die Plakate ausnahmsweise recht) ist natürlich sozialistisch: Es behandelt alle gleich. Hitzewellen, Flutwellen, Waldbrände – da ist es egal, ob man in kalifornischen Strand- und Waldparadiesen wohnt oder im Ahrtal. Diese Katastrophen wiederum führen zu echtem Terror: Einer der Gründe für islamistischen Terror ist zunehmende Wasserknappheit. Letztere führt zu Armut und Arbeitslosigkeit – und junge, arme und arbeitslose Männer werden ähnlich leicht Opfer finanzstarker Terror-Anwerber wie hilflose Deutsche Opfer einer Mitklatsch-Attacke bei einem Schlager-Konzert.

Die „Wohlstandsvernichtung“ wiederum setzt nicht ein, wenn die Regierung vorschreibt, das Haus anständig zu dämmen, sondern wenn die Klima-Anlage im nächsten Hitzesommer die Stromrechnung des nicht gedämmten Hauses explodieren lässt – das ist dann der wahre „Bombenanschlag“.

Die Gleichung lautet also: Kein Klimaschutz führt durch den klimaimmanenten „Sozialismus“ zu mehr „Öko-Terror“ und einer beispiellosen „Wohlstandsvernichtung“ – besonders für die Nachkommen. Das ist eine Schande für die nächsten Generationen – und zwar nachhaltig!

Wer eine Todesstrafe für Kinderschänder fordert – welche Strafe müsste der wohl für „nachhaltige Kinderschändung“ fordern?

Warum Gerhard für uns kämpft!

„Wäre ich noch Aufsichtsrat, wäre das nicht passiert“, tönte Gerhard Schröder jüngst, als bekannt wurde, dass VW die Currywurst vom Speiseplan einer Kantine strich. Dummerweise ist der Gerd kein Aufsichtsrat mehr bei VW, sondern nur noch bei Rosneft. Außerdem ist er Ehrenvorsitzender des „Nah- und Mittelostvereins“.

Da muss man ihn natürlich beglückwünschen, dass er ein Fleischprodukt mit indischer Gewürzmischung (Curry) zur deutschen „Leid-Kultur“ erklärt – der Gerd hat halt ein Gespür für nah-, mittel- und fernöstliche Kostbarkeiten (und Aufsichtsratsposten). Nicht nur, wenn es um koreanische Gattinnen geht…

Klar könnte man fragen, ob eine angeschlagene Partei wie die SPD mitten im Wahlkampf auch noch „friendly fire“ gebrauchen kann, aber das ist dem Gerd egal, denn es geht um eines der letzten Symbole nationaler Identität – die Currywurst! Deutschlands Freiheit wird nicht mehr am Hindukusch verteidigt, sondern an der Pommes-Bude. Was eindeutig leichter ist. Schließlich hat noch nie ein Taliban versucht, eine Currywurst-Bude in die Luft zu jagen. Höchstens ein Veganer, aber die sind meist zu schwach…

Obwohl sogar ein Karnivore wie Schröder zugibt: „Vegetarische Ernährung ist gut – ich mache das phasenweise auch“. Vermutlich handelt es sich um die kurze Phase zwischen Ochsenschwanzsuppe und Currywurst, in der Schröder von seiner Frau gezwungen wird, ein Blatt Salat wiederzukäuen – wegen der Vitamine.

„Currywurst mit Pommes ist der Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion“ twittert Schröder erbost, und wer weiß – vielleicht war das sogar der Grund für die Diesel-Krise? Es gab nicht genug „Kraftriegel in der Produktion“, so dass selbst die Motoren ermattet die Stickoxid-Katalysatoren abschalteten…

Der „Kraftriegel in der Produktion“ könnte jedoch auch den einen oder anderen Nachteil bedeuten. Schließlich verstopft eine fett-, salz- und zuckerreiche Ernährung die Arterien, was einen Infarkt auslöst. Und das schränkt dann die Kraft in der Produktion doch ganz schön stark ein. Aber im Curry-Himmel ist das natürlich „wurscht“.

Warum Selbstzweifel manchmal ganz gut sind!

Wenn man einen Blick auf den Wahnsinn wirft, der die Welt in großen Teilen zu regieren scheint, fällt auf: Da sind lauter Irre am Werk. Das unterscheidet etwa eine Psychiatrie von einer Management-Konferenz – in der Psychiatrie ist wenigstens das Spitzenpersonal geistig einigermaßen gesund…

Die Irren am Werk sind leider größtenteils nicht in der Psychiatrie, weil sie auf den ersten Blick normal scheinen. Es handelt sich häufig um sogenannte Narzissten – eine Persönlichkeitsstörung, die ihre gefühlte Minderwertigkeit durch Geltungssucht zu überspielen versucht. Ein narzisstisches Paradebeispiel ist Donald Trump, der die Besichtigung eines Friedhofs gefallener amerikanischer Soldaten mit den Worten abgelehnt haben soll: „Warum sollte ich Loser besuchen?“

Gerade unter Manager*innen befinden sich, wie Studien ergaben, besonders viele Narzisst*innen, speziell im unteren und mittleren Management. Narzissmus ist mittlerweile so verbreitet, dass Psychiater vorschlagen, ihn nicht mehr als Störung zu definieren… Deshalb hier als Service ein kleines Narzissmus-Training, damit die Leser mithalten können. Lernen Sie Dinge sagen wie: „Wenn ich nur einen Bruchteil von dem, was ich dir gebe, jemals wiederkriegen würde, wäre ich ja schon froh“. Oder: „Aber reden wir nicht immer nur von mir. Reden wir auch mal von dir. Wie sehr bewunderst du mich?“

Eines der großen Probleme am Narzissmus ist, dass die Betroffenen zwar die Defizite anderer klar erkennen, für die eigenen Schwächen jedoch blind sind. Das führt zum sogenannten „Dunning-Kruger-Effekt“: Die Inkompetenten sind sich ihrer Inkompetenz nicht bewusst – oder, wie der Volksmund sagt: Große Klappe und nix dahinter. In USA hat man das Sprichwort auf zwei Worte reduziert: Donald Trump.

Sollten Sie sich also häufig völlig unzulänglich und inkompetent fühlen, könnte das im Umkehrschluss heißen: Sie sind verdammt fähig! Oder zumindest geistig gesund!

Warum Gendern nicht die einzige Lösung ist!

Die Diskussion um Gender-Sprache wird mittlerweile derart hitzig geführt, dass sie durch diese Erwärmung fast schon die Klimakatastrophe beschleunigt. So wünschenswert es ist, dass Frauen und andere Minderheiten (Ups! Da geht es schon wieder los…!) in der Sprache gleichberechtigt sind, so bedenklich stimmt der Fanatismus um das Thema.

Zumal es durchaus absurde Gender-Sprachen-Aspekte gibt, und das nicht nur bei der „Bürger*innenmeister*innenkanditat*innen“… Wie gendert frau den Menschen an sich, also Homo Sapiens? Homo Sapiens*in? Wie bildet man davon den Plural? Liebe Homos und Homienen? Gilt es auch für aus dem Englischen entliehene Wörter, also User und Userinnen? (Anscheinend schon, denn nicht einmal die „Word Korrekturhilfe“ hat ein Problem mit dem Wort…) Wo arbeiten Außendienstler*innen? Außen oder innen? Und erhalten Jud*innen schon wieder einen Stern? Oder ist das Ganze eine buddhistische Verschwörung – schließlich geht es im Buddhismus um das „Schau nach *innen“…?

Noch komplexer wird die Sache durch eine Forderung von Tierschützer*innen, auch in der Sprache auf strukturelle Gewalt gegen Tiere zu verzichten. Also bitte nicht mehr „die Katze im Sack“ kaufen, „wie ein Schwein“ schreien oder ein „dämliches Rindvieh“ sein. Wobei letzteres gleich doppelt diskriminierend ist, einmal gegen die Kuh und dann gegen die Frau. Insider wissen allerdings, dass „dämlich“ nicht von Dame kommt, sondern vom Niederhochdeutschen „dämeln“ beziehungsweise „taumeln“. Benehmen wir uns also alle nur wie Affen? Oder benehmen uns als Aff*innen? Schließlich sind wir biologisch gesehen welche…

Kann es sein, dass gewissen Kreisen der Hype um Gender-Sprache ganz gelegen kommt, um von anderen hitzigen Themen abzulenken, die die Menschheit wirklich bedrohen? Etwa vom Klimawandel? Oder von der Benachteiligung armer Menschen, welche weder Zeit noch Geld für Genderfragen haben?

Warum wir abschreiben!

Der diesjährige Bundestagswahlkampf scheint sich darin zu erschöpfen, „Wahlkrampf-Noten“ zu vergeben für „schlecht abschreiben“ – oder „Plagiat“, wie es feinbürgerlich heißt. Wobei das Wort „Plagiat“ natürlich auch gestohlen ist, es kommt über das Französische und Lateinische ursprünglich vom griechischen „plagios“ (versteckt, unredlich) – und jeder, der das Wort verwendet, müsste den alten Griechen eigentlich Tantiemen zahlen – oder zumindest gestohlene Kulturgüter zurückerstatten…

Nachdem die Ghostwriter von Annalena Baerbocks Werk „Jetzt“ etwas geschlampt hatten, was ihr den Ruf einbrachte, vom Lebenslauf bis hin zur Steuererklärung so ziemlich alles erfunden zu haben (inklusive der grünen Farbe auf den 100 Euro-Scheinen), gerät nun auch Armin-„Wegen-einer-lumpigen-Flut-ändere-ich-doch-nicht-die-Politik“-Laschet ins Plagiats-Visier. Wenigstens hat der Armin nicht auch noch schuldbewusst irgendwelche Weihnachtsgelder nachversteuert – er hat die Einnahmen fürs Buch mit dem Titel „Die Aufsteigerrepublik“ (muss es nicht „die Aufschneider-Republik“ heißen?) gleich ganz verschwiegen, das Honorar jedoch als Spende angesetzt! Irgendwas muss ihn ja zum „Aufsteiger“ qualifizieren…

Bei der zweifelsohne unterhaltsamen Diskussion, ob die Kandidat*innen nun ein Plagiat oder eher ein „Plagiätchen“ erstellt haben, und ob der Armin seinen Wahlkampf statt mit bewährter Ideenlosigkeit vielleicht doch ein wenig mit „Inhalten“ unterfüttern sollte, gerät leider aus dem Fokus, dass es um das Regieren einer wichtigen Volkswirtschaft während einer Pandemie und einer Klimakatastrophe geht. Keine ganz nebensächliche Angelegenheit also, für die man sich schon ein paar politische Programmpunkte wünscht.

„Gute Künstler kopieren, große Künstler klauen“, soll Picasso einst gesagt haben. Was den Wahlkampf angeht, wären erheblich mehr Plagiate sinnvoll! Erfunden, kopiert, geklaut – egal. Hauptsache, es gibt überhaupt Ideen!

Warum wir die richtigen Treiber brauchen!

Neulich am Bundesgerichtshof: „Herr Richter, diese Cum Ex Deals sind doch nicht strafbar, oder“ „Ist das Ihr Ernst?“ „Natürlich!“ „Gut, dann trinken Sie bitte ganz schnell 30 Liter Wasser.“ „Warum denn das?“ „Das ist die Tagesration eines ausgewachsenen Kamels!“ Seit der BGH die Cum-Ex Party beendete, mit der sich Reiche noch mehr bereicherten, wird der Unterschied zwischen Kamelen und Cum Ex Milliardären immer klarer: Kamele können sieben Tage arbeiten – ohne zu saufen…

Kamele tarnen sich häufig als sogenannte „Menschen“. Man erkennt sie am Höcker, einer Ausbeulung innerhalb des Hirns, in der sich unsinnige Gedanken „reinhöckern“. Das ist überall so, außer bei AfD-Kamelen – die erkennt man am Höcke…

Es gibt Kamele in der Finanzaufsicht, Kamele in der Digitalisierung, Kamele, die sich als „Impfgegner“ tarnen, Kamele, die eine Ausländermaut fordern, Kamele, die die Klimakatastrophe leugnen – die Welt ist voller Kamele. Kamele, jedenfalls die menschliche Form, biologisch „Camelus Humanis Debilus“ genannt, sind das Kernproblem des Planeten.

Eigentlich bräuchte es dringend Menschen, die Kamele gut regulieren können. Sogenannte Treiber – aber mit Treibern ist es auch nicht leicht. „Falscher Treiber installiert“, sagt man gern, wenn ein Programm nicht geht. Auch bei Olympia, dem japanischen „Vierte Welle Sportfest“, wurden falsche Treiber installiert, die sich Funktionäre nennen, obwohl sie überhaupt nicht funktionieren.

Einer dieser nicht funktionierenden Funktionäre rief jüngst einem deutschen Radler im Hinblick auf die vor ihm radelnden Nordafrikaner zu: „Hol‘ die Kameltreiber“! Damit entlarvte er sich natürlich selbst als Kamel – alle anderen Kamele (jedenfalls die tierischen) mögen mir diesen Vergleich verzeihen. Hol‘ doch bitte jemand endlich mal Kameltreiber – aber die richtigen!

Warum der Kapitalismus buddhistisch ist!

„Viel Lärm um nichts“ ist der Titel eines bekannten Theaterstücks von Shakespeare. In der Pandemie führten die deutschen Theater allerdings ein anderes Theaterstück auf: „Nichts statt viel Lärm“. Dieses Stück erwies sich als erheblich profitabler als der alte Shakespeare Schinken – viele Berliner Staats-Theater machten letztes Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit keinen Verlust, sondern sogar einen Gewinn. Üppige Zuschüsse sind eben viel leichter zu ertragen, wenn man sie nicht an lärmende, kurzerhand gekündigte Gast-Schauspieler auszahlt.

Vielleicht sind die Theater aber wie viele andere Unternehmen einfach zum Buddhismus konvertiert. Denn schon Buddha wusste: Nichts tun und nichts denken führt direkt ins Nirwana und zu ewiger Seligkeit. Und ja, so gesehen sind viele deutsche Beamte schon länger heimliche Buddhisten… Aber sie sind nicht allein: Helge Schneider brach vor einigen Tagen ein Konzert ab, weil mit Abstandsregeln und Strandkörben sowie Bewirtung keine rechte Stimmung aufkommen wollte. „Nicht spielen ist besser als falsch spielen“, könnte sein Motto gewesen sein getreu der Devise des heimlichen Buddhisten Christian Lindner (FDP): „Nicht regieren ist besser als falsch regieren“. Auch Nena spielte ihr Konzert nicht zu Ende, sie schaffte Stimmung kurzerhand durch Außerkraftsetzen der Abstandsregeln und wurde daraufhin vom Veranstalter an der Zugabe gehindert. Es ist eben nicht immer von Vorteil, nur „99 Luftballons“ im Hirn zu haben…

Selbst Armin Laschet ist Buddhist: Nichts tun und nichts denken, wenn es um den fiktiv mit BUND und Greenpeace vereinbarten Kohleausstieg bis 2038 geht – das eint ihn mit Energiekonzernen und der westlichen Konsummentalität, denn sie wollen alle mathematisch korrekt den Buddhismus transzendieren: Nichts ist besser als ewige Seligkeit – ein sterbender Planet ist wiederum besser als nichts – ergo ist ein sterbender Planet besser als ewige Seligkeit!

Warum wir Olympia ignorieren!

Die olympischen Spiele in Tokio beginnen erst heute, aber der Endsieger steht bereits fest: Das Anti-Sex-Bett des olympischen Dorfs! Diese nur aus Pappe errichteten Schlafstätten sollten durch ihre Instabilität dafür sorgen, dass sie während des Sexaktes zusammenbrechen, um so die Sportler*innen am „Bett-Sport-Training“ zu hindern. Anschließend sollen die Betten recycled werden – ich ahne eine grandiose Marketing-Kampagne: „Kaufen Sie Toilettenpapier aus dem Material eines Olympia-Bettes, in dem kein Zehnkämpfer Sex hatte!“

Diverse Athleten haben allerdings nachgewiesen, dass die Betten 220 Kilos aushalten – also ausreichend für eine Sex-Orgie von zehn lesbischen Gymnastik-Turnerinnen – oder einem einzigen Kugelstoßer. Ist so eine Diskriminierung zulässig? Um mauen Quoten entgegenzuwirken, sollte sich das IOC überlegen, „Sex im Anti-Sex-Bett“ als olympische Disziplin aufzunehmen, mit Haltungsnoten für Hebungen und Todesspiralen. Kracht das Bett zusammen, sind die Teilnehmer disqualifiziert.

Apropos olympische Betten – in der Antike gab es das Bett des Prokrustes. Prokrustes hatte die gewinnende Art, dass er seine Gäste immer passend für sein Bett machte. Waren sie zu groß, dezimierte er ihre Glieder, waren die Gäste zu klein, zerbrach er ihre Glieder, indem er sie überstreckte. Ganz so brutal sind die japanischen Olympia-Planer nicht – sie wollen schlicht jegliches Überstrecken der Glieder verhindern…

Zum ersten Mal in der olympischen Geschichte steigt ein Medaillenspiegel parallel zu einer Pandemie-Inzidenz an! Das führt dazu, dass die Spiele in Japan ähnlich beliebt sind wie eine Peking-Oper. Die alten Griechen veranstalteten die olympischen Spiele noch zu Ehren der Götter – das ist jetzt wieder so, wenn man IOC-Präsident Thomas Bach zum „sehr spätgriechischen“ Gott umdeutet. Immerhin gibt es ihm zu Ehren extra einen Neustart der Corona-Pandemie in Japan… Das Verrückte daran: im antiken Olympia gab es noch Tieropfer zu Ehren der Götter – gibt es in Japan dank der japanischen Politik und des IOC diesmal durch steigende Corona-Infektionen Menschenopfern?

Warum nie wieder eine Flut kommt!

Eine Flutkatastrophe trifft Nordrhein-Westfalen. Das ist unendlich tragisch – aber auch eine prima Gelegenheit für die Frage, wer denn eigentlich daran Schuld habe. Zum Beispiel der Katastrophenschutz, der nicht rechtzeitig und nachdrücklich genug gewarnt hätte… Mit dem schnellen Blick auf den Katastrophenschutz gerät interessanterweise ganz rasch aus dem Fokus, dass die Flut wohl auch ein klein wenig mit dem zu tun, was man wohlwollend „Klimawandel“ nennt, um das hässliche Wort „Katastrophe“ zu vermeiden. Aber das Klima hat dummerweise keine Adresse, bei dem man sich beschweren kann – und auf Presseanfragen antwortet es auch nicht.

Nun haben deutsche Politiker, gerade aus dem konservativen Lager, es eher nicht so mit diesem Klimaschutz-Gedöns. Armin Laschet war vor zwei Jahren noch bass erstaunt: „Aus irgendeinem Grund ist das Klimathema plötzlich zu einem weltweiten Thema geworden“. Jetzt wurde ihm freundlicherweise ein Grund nachgeliefert. Nachdem er erst panisch meinte, dass man bei den „Maßnahmen zum Klimaschutz mehr Tempo“ brauche, fiel ihm nur einen Tag später auf: „Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik“. Sogar ein olympiareifer Feldhase hätte Schwierigkeiten, derartige Haken zu schlagen.

Wirtschaftsminister Altmaier hatte Ende letzten Jahres noch stolz verkündet: „Klimaschutz wird nur dann funktionieren, wenn unser Wohlstand dadurch nicht gefährdet wird“. Das erinnert ein wenig an einen Alkoholiker, der verkündet: „Ein Entzug wird nur dann funktionieren, wenn mein Schnapskonsum dadurch nicht gefährdet wird!“

Aber vielleicht ist der Wohlstand auch ein wenig müde und hat kein Interesse mehr an langfristigen Gewinnen. Vielleicht sagt er sich: „Komm, jetzt noch ein paar Gewinnmitnahmen, und dann ist es auch gut.“ Vielleicht lautet die Sensationsmeldung des Jahres 2035: „DAX überspringt 100.000er Marke – Erde geht überraschend unter!“ Vielleicht sitzt das Klima und nicht Goldman Sachs am längeren Hebel? Und wenn Klimaschutz zu sehr verwässert – wird das Wasser immer mehr…

Warum sich demnächst alle impfen lassen!

Entsinnen Sie sich noch an die „Impfdrängler“, die „Impftouristen“ und die „Impf-Schleicher“, also die mit dem „meine verstorbene Großtante hat mir ihren Impftermin vermacht“, oder – gängiger – „ich bin doch mit einer Ärztin befreundet, und die hat mich nach Feierabend noch geimpft“? Erinnern Sie sich? Wo sind die nur hin? Alle geimpft – oder wie Verschwörungstheoretiker gern behaupten: „tot, aber das wird ja von den Eliten verschleiert“.

Jetzt hingegen wimmelt es nur so von „Impfmüden“, also Menschen, die zu müde zum Impfen sind. Nicht vom Impfen. Die Impfmüdigkeit ist eine neue Form der Schlafkrankheit, die durch eine gewisse Gedankenträgheit übertragen wird. In sehr impfmüden Gegenden bräuchte es eigentlich ein paar Impfdrängler, die eine hohe Nachfrage suggerieren: „Lasst mich durch, das Zeug törnt – ich brauch den nächsten Schuss!“

Mittlerweile werden daher „Impfanreize“ diskutiert – Anreize, nicht zu verwechseln mit „Impf-Reizwäsche“, also diesen Ganzkörper-Kondomen, welche die armen Angestellten der Schnelltest-Zentren tragen müssen. Die Anreize sollen unter anderem aus mobilen Impfstationen bestehen, die zu denen kommen, die so impfmüde sind, dass sie schon beim Gedanken an eine Impfung einschlafen. Das sind ehrenwerte Vorschläge, aber in Wahrheit müssen effektivere Anreize her. Wie wäre es mit Impfungen vor Fußballstadien? Oder vor Clubs? Oder Bordellen? Motto: Nur Gestochene kommen zum Stich…

Wenn das nicht hilft, muss man immer noch keine Impfpflicht aussprechen. Es genügt Handy-Entzug, Internetsperre und Löschung des Facebook-Profils – also das westliche Äquivalent der Todesstrafe. Oder man setzt auf den effektivsten Anreiz: Geld! Studien legen nahe, dass die Impfbereitschaft bei 100 Euro „Aufwandsentschädigung“ gen 80 Prozent geht – wir brauchen also ein Begrüßungsgeld für die „Seligmacher-Spritze“! Ab 500 Euro geht die Impfbereitschaft in Richtung 90 Prozent, und ab 1.000 Euro kommt eine Impfdrängler-Pandemie.

Warum der Weltraum auch günstiger zu haben ist!

„Sag mal, lebst du eigentlich auf dem Mars?“ sagten wir früher gern zu Menschen, die nichts mitbekamen. Multi-Milliardäre wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Richard Branson alias „die Drei von der Weltraumtankstelle“ wollen sehr gern auf dem Mars oder zumindest hinterm Mond leben – was sie natürlich geistig längst tun. Was allerdings auf Netflix günstiger und unkomplizierter wäre, aber Narzissten halten von rationalen Argumenten in etwa so viel wie AfD-Wähler von Migranten.

Branson hat es nun als erster geschafft, obwohl er, wie Kritiker ihm gern vorhalten, nicht wirklich im Weltraum war, sondern nur auf 80 km Höhe. „Weltraum“ beginnt nämlich erst bei 100 km Höhe – vorher ist bloß „Pussy-Stratosphäre“. Der Unterschied zwischen 80 und 100 Kilometer ist in etwa so, als hätte man nicht in Lübben (Spreewald) Halt gemacht, sondern erst in Cottbus. Aber wenn jemand aus Cottbus wiederkommt, ist man ja auch froh, dass er heil aus dem luftleeren Raum zurückkehrte…

Wir wissen nicht, warum Richard Branson unbedingt ins Weltall wollte, vielleicht weil er mal das Vakuum spüren wollte, welches seine Empathie-Fähigkeit umhüllt? Andererseits hat er schon über 600 Tickets a 250.000 Euro für seine Raketenflüge verkauft, gegen die sogar Kreuzfahrten ein umweltfreundliches Hobby sind. Warum Reiche ihr Geld unbedingt ins All tragen wollen, ist nicht ganz klar. Vielleicht, um es dem Zugriff des Finanzamts zu entziehen? Dafür nehmen sie auch etwas so Unbequemes wie ein Raumschiff auf sich, also einen Ort mit schlechtem Essen, wo man nicht wegkann, keinen Sex haben darf und noch nicht mal das Smartphone Empfang hat – bisher hieß so was schlicht „Knast“! Vielleicht sollte man angehenden Weltraumtouristen einfach mal einen Monat Knast auf karger Weltraum-Diät anbieten mit einem TV, das die Erde von oben zeigt? Dann ist man nämlich auch schwerelos – beziehungsweise die eigene Schwere los… Ist günstiger, erheblich umweltfreundlicher – und eine gute Medizin gegen „Abgehobenheit“…