Warum Manager zu wenig verdienen!

Ein Gespenst geht um in Deutschland. Das Gespenst der Armut. Während der Gehaltszugewinn bei den durchschnittlichen Arbeitnehmer*innen Deutschlands in den letzten 6 Jahren bei etwa 18 Prozent lag, verdienen Deutschlands Top-Manager (ich kann das Gendern an dieser Stelle bewusst weglassen, es sind ausschließlich Männer) nur neun Prozent mehr, liegen also satte 50 Prozent unter den Arbeitnehmern. Sicher, zum Überleben wird es knapp reichen, wenn man im Schnitt 20.000 Euro nach Hause trägt – pro Tag!

Und das ist nur der magere Durchschnitt, den Hunger-Manager wie SAP-Vorstandschef Klein mit lumpigen 2,2 Millionen Jahresgehalt kräftig nach unten drücken – gewissermaßen die Sub-Sahara-Region des Top-Managements. Linde Chef Steve Angel verdient hingegen 47 Millionen im Jahr – wenn der zehn Minuten auf Toilette ist, ist er 2700 Euro reicher. Da kann man schon gar nicht mehr von gutem Stuhlgang reden, das ist bereits eine fette Dividende! Die er sich jedoch, dass muss man zugeben, mit der Verlagerung des Firmensitzes nach Irland redlich verdient hat. Das ist, wie Linde betont, kein Steuer-Optimierungs-Karneval. Sondern ein Profit-Maximierungs-Umzug. Die Steuerersparnis kann nämlich bis zu einer Milliarde betragen – dagegen ist Angels Gehalt nur ein Taschengeld.

Womit wir auch schon beim nächsten Ärgernis wären: Taschengeld. Für viele DAX-Manager ist der Zustand längst kritisch. An der Spitze ist die Luft bekanntermaßen dünn, und zuhause ist dicke Luft! Das liegt nicht nur an der schlechten Laune der Partner*in, nur weil man ein paar Mal das Abendessen wegen dringender Termine mit der Vorstands-Assistent*in sausen lassen musste, sondern eben auch am Taschengeld: Sogar die Taschengelder deutscher Kinder legten in den letzten Jahren um sagenhafte 20 Prozent zu, von im Schnitt 2,90 im Jahr 2013 auf unglaubliche 3,50 die Woche 2019!

Warum soll man sich da noch die Mühe machen, CEO zu werden? Wenn das Kind von Steve Angel nur 150 Jahre lang sein Taschengeld im gleichen Maß steigert, ist es auch bei 47 Millionen! Der Wirtschaftsstandort ist in akuter Gefahr – was hindert deutsche Top-Manager denn daran, einfach daheim zu bleiben und Kinder zu kriegen.? Außer der Biologie jetzt…