Warum Mogelpackungen uns glücklich machen!

Das „Früchte-Müsli“ von Seitenbacher ist „Mogelpackung des Jahres“. Aber nur, weil „Jens Spahns Impfstrategie“ nicht zur Wahl stand! Das Müsli von „Seitenbacher“ erhält die unbegehrte Auszeichnung der Verbraucherschützer, weil es ein Müsli mit fast identischen Zutaten zu einem Seitenbacher „Vollkorn-Früchte-Müsli“ auf den Markt brachte, die Menge von 1000 auf 750 Gramm reduzierte und zeitgleich den Preis erhöhte.

Die Kapriolen des Kapitalismus sind immer wieder sehr beeindruckend! Natürlich stellt sich die Frage, ob ein Müsli wirklich als „Mogelpackung des Jahres“ taugt? Besonders, da das letzte Jahr jede Menge Mogelpackungen zu bieten hatte, auch wenn man Donald Trump und Bitcoin mal außen vor lässt. Die größte Mogelpackung des Jahres 2020 war ohne Zweifel Wirecard – flankiert von Ex-Wirtschaftsminister und Wirecard-Lobbyist Theo von und zu Guttenberg, der ungerührt den Untersuchungsausschuss anlog. Wobei man Guttenberg, der ja auch eine ausgewiesene Mogelpackung ist, zugutehalten muss: Er blieb sich beim Flunkern seit seiner Doktorarbeit treu – und auch seinem Arbeitgeber Wirecard, bei dem schon ein einziger wahrer Satz als Kündigungsgrund galt.

Gemogelt wird jedoch nicht nur in der Wirtschaft. Auch die Politik leistet sich abseits von Wahlversprechen jede Menge Mogelpackungen, die sie dann groß mündig „November“- oder „Dezemberhilfen“ nennt – welche aber bis Ende Januar noch nicht ausgezahlt sind. Ein Bürger, der eine ähnliche Schludrigkeit bei der Tilgung seiner Bank-Schulden an den Tag legte, landete mit ziemlicher Sicherheit im lebenslangen Schufa-Kerker!

Das sieht beim „Früchte-Müsli“ etwas anders aus. Denn was hätte der Müsli-Produzent auch anders machen können? Immerhin kommt er aus Baden-Württemberg – wer dort nicht auf lukrative Sparsamkeit achtet, dem wird doch die schwäbische Staatsbürgerschaft entzogen!