Warum jetzt die Bartsteuer kommt!

Ab dem kommenden Montag erteilt „Markus-ich-kann-Kanzler-Söder“, im Nebenberuf König von Bayern, dem Freistaat ein FFP2-Maskengebot. In 2000 Jahren wird man in religiösen Schriften lesen können: „Es begab sich aber zu einer Zeit, da Markus Söder für ganz Bayern ein FFP2-Maskengebot erließ, auf dass alles Volk sich schützen ließe vor dem COVID, ein jeder in seiner Apotheke…“

Abgesehen davon, dass hier aufgrund des hohen FFP2-Masken-Preises die Corona-Prävention zum Reichen-Hobby wird, gibt es ein weiteres, sehr viel gravierenderes Problem: Bartträger! Die schon vor Jahren von Gesundheitsminister Spahn als affige „Hipster“ Verunglimpften sind heute gefährlicher denn je. Denn Bartträger können keine Masken tragen. Nicht, weil sie dazu nicht in der Lage wären – wer seinen Capuccino fehlerfrei auf Englisch in Schwabing oder Prenzlberg bestellen kann, obwohl er es auch auf Bayrisch oder Schwäbisch könnte, ist durchaus in der Lage, das banale Aufsetzen einer FFP2-Maske zu meistern. Allein – es nutzt nichts. Denn ein Vollbart verhindert das Aus- oder Eintreten von Aerosolen trotz Maske genauso wenig wie ein Manuel Neuer einen Elfer des „Holstein-Kiel“.

Die Gefahr, die Bartträger für die Ausbreitung von Corona leisten, wird systematisch unterschätzt. Wenn es um Bärte und Corona geht, gibt es also nur eine Lösung: der Bart muss ab! Wo es bei schalen Witzen gern mal heißt: Der hat ja wohl „so nen Bart“, kann man das Eins zu Eins auf die COVID19-Verbreitung übertragen. Nicht nur rutscht die Maske dem Bartträger häufig an Positionen, die verdächtig an ein „Zehntel-Kondom“ erinnern – sie schützt auch genauso effektiv wie Letzteres.

Im russischen Zarenreich gab es im 18. Jahrhundert eine Bartsteuer, die den Russen das Tragen eines Bartes verleiden sollte, weil es erstens unmodern war und zweitens idiotisch aussah. An dieser Gemengelage hat sich bis heute nichts geändert, außer dass ein glattrasierter Deutscher, der einen Capuccino auf Englisch bestellt, noch bekloppter wirkt als ein Bärtiger. Andererseits sitzt die FFP2-Maske des Glattrasierten einfach besser.

Wenn wir Corona wirklich zurückdrängen wollen, kommen wir an der Bartdiskussion nicht vorbei. Auch wenn Bartträger gern sagen: „Wikinger, Weihnachtsmann, Wagner – muss ich mehr sagen?“ Worauf man getrost erwidern kann: „Alle tot – muss ich mehr sagen?“

PS: Der Autor dieser Zeilen rasierte sich vor einiger Zeit den Bart ab – aus Gründen, die absolut nichts mit Corona zu tun hatten.