Laschet oder Söder – geht’s noch öder?

High Noon bei den Konservativen. Markus Söder, der stets beteuerte, er wolle nur Kanzlerkandidat werden, wenn die CDU ihn wirklich laut rufe, hat anscheinend ein extrem feines Gehör: Er nimmt ein leises Flüstern bereits als Schrei wahr… Mit einer Aktion, die sogar dem mittelalterlichen Macht-Taktiker Machiavelli die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte, hat Söder letztens fast ein physikalisches Wunder vollbracht: die Kernspaltung der CDU!

Sicher – Laschet und Söder könnten vom Werdegang her unterschiedlicher nicht sein: Während Laschet Rechtswissenschaften studierte, aber nur das erste Staatsexamen ablegte, dann für den Bayrischen Rundfunk arbeitete, um schließlich eine leitende Position in der Firma seines Schwiegervaters zu übernehmen, ging Markus Söder direkt nach seinem ersten Jura-Staatsexamen zum Bayrischen Rundfunk und übernahm dann einen Management-Posten in der Firma seines Schwiegervaters…

Natürlich gibt es auch Unterschiede: Markus Söder hat lästige Dinge wie „Prinzipien“ schon längst auf dem Müllhaufen seiner persönlichen Geschichte entsorgt. So bezeichnete er in den Nuller Jahren Gerhard Schröder als „indirekt schuldig für jedes Verbrechen an Kindern“, nur um Jahre später Kruzifixe in jeder Amtsstube aufhängen zu lassen, bevor er anfing, Bäume sexuell zu belästigen.

Armin Laschet hingegen ist eine Art Angela Merkel in männlich mit permanent nach oben gezogenen Mundwinkeln. Wenn es um Corona-Ausbrüche in den Fleischereien von Tönnies geht, macht er gerne mal „Rumänen und Bulgaren“ dafür verantwortlich und sorgt ansonsten dafür, dass die Hersteller im „Land der Küchenbauer“ (Laschet) unter allen Umständen weiter produzieren können…

Doch beiden geht es offiziell darum, Gemeinsamkeiten zu betonen – und da gibt es Einiges: Sowohl Laschet als auch Söder haben schräge Schutzausrüstungs-Deals unter ihrer Oberhoheit zumindest toleriert – vielleicht werden sie doch noch ein tolles Team…?!