Warum die Frauenquote doch nicht kommt!

„Der Aufsichtsrat hat für die Besetzung des Vorstands mit Frauen eine Zielgröße von 0 Prozent angegeben.“ Das ist mal ein schönes, klar formuliertes Ziel, das sich auch relativ einfach umsetzen lässt. Man tut einfach weiter so, als lebte man in der Mitte des letzten Jahrhunderts! Das Datum für die „Zielgröße von Null Prozent“ ist allerdings der Juni 2022. Und der Satz stammt aus dem Geschäftsbericht einer Volks- und Raiffeisenbank…

Während für große Firmen und auch Banken wie die Deutsche oder die Commerzbank eine Frauenquote demnächst gesetzlich verpflichtend wird, sind Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen und Landesbanken davon ausgenommen. Unter den Vorständen der Volks- und Raiffeisenbanken gibt es mehr Männer mit dem Vornamen „Thomas“ (nämlich 92) als Frauen jeglichen Vornamens (es kommen 88 Frauen auf 1905 männliche Vorstände). In einem Unternehmen mit einem 57prozentigen Anteil weiblicher Mitarbeiterinnen beträgt die Frauenquote im Vorstand also stolze 4,4 Prozent – die Zielgröße von Null Prozent ist da nicht mehr fern!

Nachdem die hehren Versprechungen einer „freiwilligen Selbstverpflichtung für die Frauenquote“ in Finanzwelt und Industrie sogar noch krachender scheiterten als die Nationalelf gegen Spanien, wurde zwar ein Gesetz gemacht – große Akteure wie die Landes-Banken und kommunalen Finanzinstitute aber ausgespart. Dabei herrscht in vielen Sparkassen anscheinend ein Frauenbild, gegen das männliche Deutsch-Rapper wie progressive Feministen wirken.

Unternehmen mit gemischten Vorständen wirtschaften nachweislich erfolgreicher als reine Männer-Buden. Aber seit dem Versagen vieler Landesbanken in der Finanzkrise 2008 wissen wir: Profite sieht man in Landesbanken eher kritisch! Und an der Stelle macht das Null-Prozent-Ziel weiblicher Vorstände wieder ganz viel Sinn!