Warum der Ellbogen unterschätzt wird!

Wenn es einen Profiteur dieser Krise gibt, dann ist es der Ellbogen! Bislang ein eher nutzloses Körperteil, das nur für die Beugung des Armes herhalten musste und ansonsten zu Schleimbeutelentzündung neigte, erlebt der Ellbogen in diesen Monaten eine echte Renaissance. Fast alle virologisch relevanten Tätigkeiten (außer dem Maskentragen) werden an den Ellbogen delegiert: Man hustet und niest in ihn hinein, nutzt ihn aber andererseits auch zur Begrüßung – was natürlich die Frage aufwirft, warum man dann nicht beides weiterhin mit der bisher so nützlichen Hand erledigt?!

Aber die Hand gilt als einer der Hauptverdächtigen bei der Viren-Übertragung und ist insofern ein unreines Körperteil, das zudem ständig gewaschen werden muss, obwohl wir mittlerweile Bahntüren mit dem Ellbogen öffnen, uns nur noch mit dem Ellbogen an Ampeln lehnen oder Fahrstühle damit steuern, und man sich fragt, wie der Dreck überhaupt noch an die Hand gelangen kann? Und ob der Ellbogen nicht statt der Hand viel häufiger geschrubbt werden müsste? Dennoch findet ein Paradigmenwechsel statt, der den Ellbogen als rücksichtsloses Rempel-Körperteil entlastet. Sein Einsatz symbolisiert neuerdings kreative Rücksicht: „Ich begrüße dich mit dem Ellbogen, um dich zu schützen“.

Die Statthalter der ehemaligen Ellbogen-Gesellschaft haben es dementsprechend schwer. Friedrich Merz etwa, der die Sehnsucht nach wirtschaftlich eher fatalen Rezepten wie der Subventionierung der Reichen auf Kosten der Armen verkörpert. Jener Friedrich Merz, der sich als Ex-Blackrock-Manager allen Ernstes als Opfer einer christ-demokratischen Verschwörung betrachtete nach dem Motto: „Die haben Corona doch nur erfunden, um mich als Kanzlerkandidaten zu verhindern…“ Was die Frage aufwirft, ob Herr Merz nicht insgeheim zu viele vegane Kochbücher von Attila Hildman geraucht hat….

An der Stelle ist es gut, dass der Ellbogen ein Symbol des Miteinanders wird!