Die Verschwörung, die keiner ahnt!

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern – oder die Kanzlerin aus ihrem Amt: Die Corona-Maßnahmen zeigen noch nicht genug Wirkung. Während die einen nun die ganz große Corona-Diktatur befürchten, fordern die anderen eine härtere Gangart. Ginge es nach Markus Söder, trügen alle immer eine Maske, auch auf einsamen Waldwanderungen – möglichst in Bayernfarben.

Verschwörungstheorien blühen – aber die eine, ganz große Verschwörung wird übersehen: Corona ist die ultimative buddhistische Bekehrung der Gesellschaft! Allen wird die Rückkehr in die heimische Zelle empfohlen, jedes gesprochene Wort ist ein Aerosol-Verbrechen, jeglicher überflüssige Kontakt muss eingestellt werden – und welcher Kontakt ist nicht überflüssig?

Ein „ganz harter Winter“ kommt da laut Merkel auf uns zu – Werbe-Videos im Veteranen-Stil zeigen jetzt schon Greise, die in 50 Jahren stolz ihren Enkeln erzählen, dass sie Anno 2020 Helden wurden, indem sie den ganzen Winter „gar nichts“ machten und monatelang „auf dem Sofa chillten“. Slogans wie „Nur durch Einkehr ist man wer“ oder „Gesundheit lässt sich gut erhalten, wenn alle stets die Schnauze halten“ werden bald in aller Munde sein.

Stille, Kontakt nur mit den eigenen Gedanken, Begierden aushalten, Inaktivität – woher kennt man das? Genau: vom Meditations-Wochenende. Nur, dass das Wochenende jetzt bald ein ganzes Jahr dauert. Corona kann so eine erleuchtete Menschheit hinterlassen, die erkennt, dass ein jeder und eine jede nur ganz wenig benötigt. Die Seligkeit, welche buddhistische Mönche erst nach Jahren der Übung erlangen, könnten die meisten von uns nun in wenigen Monaten erreichen – aber, wer will das schon?

So werden denn weiter YouTube und das Netflix-Abo strapaziert in der Hoffnung, nur keine Langeweile aufkommen zu lassen. Um das Nichtstun auf jeden Fall zu vermeiden…